Viel Gegenwind für Fifa-Boss
Was der SFV in der Infantino-Frage tut

Noch hat sich der SFV in der Infantino-Frage öffentlich nicht festgelegt. Hinter den Kulissen ist die Verbandsspitze aber aktiv und sucht das Gespräch mit diversen Stakeholdern.
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Fifa-Präsident Gianni Infantino und SFV-Präsident Peter Knäbel anlässlich des WM-Achtelfinals zwischen der Schweiz und Kolumbien in Vancouver.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gianni Infantino steht nach umstrittenen Plänen bei der Fifa unter Druck
  • Uefa und Concacaf lehnen ihn ab, SFV distanziert sich ebenfalls
  • Entscheidung über Infantinos Zukunft am 18. März in Rabat
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Bleibt Gianni Infantino (56) Fifa-Präsident oder nicht? Seit seine Pläne, Teile der Fifa und ihrer WM-Turniere an private Investoren zu verkaufen, vor gut einer Woche durch Medienberichte an die Öffentlichkeit gelangten, ist die Zukunft des Oberwallisers alles andere als gewiss.

Nachdem die Uefa in corpore mit ihrem Entscheid, die WM-Turniere zu boykottieren, die Pläne vom Tisch gefegt hat, beginnt nun das politische Ränkespiel um die Zukunft an der Spitze des Weltfussballs. Gegner und Befürworter Infantinos formieren sich.

Auch Fifa-intern ist der Druck massiv gestiegen, nachdem ranghohe Mitarbeiter wie Mattias Grafström, Kevin Lamour und Arsène Wenger auf Distanz zu Infantino gegangen sind. Um zumindest einmal die internen Wogen zu glätten, hat dieser seine ranghohen Mitarbeiter nach Rabat zur Retraite geladen. Der Ort ist symbolträchtig: In der marokkanischen Hauptstadt wird sich am 18. März anlässlich des Fifa-Kongresses die Zukunft Infantinos entscheiden.

Showdown in Salzburg

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat sich öffentlich noch auf keine Seite geschlagen. Laut Blick-Informationen schaut die Verbandsführung um Präsident Peter Knäbel (59) aber keineswegs tatenlos zu oder wartet ab. Der Präsident sucht das Gespräch mit diversen Beteiligten, so sind auch Vieraugengespräche mit ranghohen Uefa-Funktionären rund um den europäischen Supercup zwischen PSG und Aston Villa in Salzburg vereinbart. 

In der Mozartstadt kommts nächsten Mittwoch zum politischen Showdown der europäischen Landesverbände, denn der Wille der Uefa ist offensichtlich: Ihr einstiger Generalsekretär Infantino hat keine Zukunft mehr. Allerdings muss die Uefa oder ein anderer Kontinentalverband wie die Concacaf, die sich ebenfalls gegen Infantino gestellt hat, bis am 18. November einen Kandidaten präsentieren, der mehrheitsfähig ist. Keine einfache Aufgabe. Und einzelne Wortmeldungen wie jene von Wales, das als erster Landesverband Infantino die Unterstützung entzogen hat, dürften dabei eher kontraproduktiv sein.

Lobby-Arbeit anstatt Schlagzeilen

Auch der SFV missbilligt Infantinos Pläne. «Für uns waren sowohl der Inhalt des Vorschlags als auch die Art und Weise, wie er zustande gekommen ist, nicht akzeptabel», liess sich Präsident Knäbel zitieren. Auch das zu Beginn der WM formulierte Unterstützungsschreiben für Infantino ist inzwischen ein Blatt Papier ohne Wert. Denn bereits die Aufhebung der Rot-Sperre des US-Stürmers Folarin Balogun für den WM-Achtelfinal sorgte innerhalb des SFV für rote Köpfe.

Auf populistische Schlagzeilen verzichtet der SFV aber bewusst. Gerade Verbandsboss Knäbel, der vor gut einem Jahr zum Zentralpräsidenten gewählt worden ist, weiss, dass man Wahlkämpfe nicht mit träfen, öffentlichkeitswirksamen Aussagen, sondern mit zäher Lobby-Arbeit hinter den Kulissen gewinnt. Denn abgerechnet wird am Schluss, am 18. März am Fifa-Kongress in Rabat.

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