Lähmung, Drohung, Konkurrenz-WM
So will die Uefa Fifa-Boss Infantino stürzen

Die Luft für Fifa-Boss Gianni Infantino wird dünner und dünner. Nun plant die Uefa mit eigenem Turnier eine WM-Alternative.
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Die Uefa will Gianni Infantino stürzen.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Fifa-Boss Infantino zieht Verkaufspläne zurück, Uefa fordert jedoch weitere Konsequenzen
  • Uefa plant globales Turnier, um Fifa zu schwächen und Infantino abzulösen
  • Blaupause für Nations League steht seit 2017
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Petar DjordjevicRedaktor Sport

Fifa-Boss Gianni Infantino (56) hat seine Pläne, Kommerzialisierung und Organisation der Weltmeisterschaften an Privatinvestoren zu verkaufen, zurückgezogen. Doch das ist für die Uefa noch nicht genug. Die Uefa begrüsst den Schritt in einer Mitteilung vom Samstag. Doch der europäische Fussballverband fordert Konsequenzen: Er will die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen – und prüft ein eigenes globales Turnier.

Demnach soll die Uefa das gescheiterte Fifa-Vorhaben in den kommenden Tagen zusammen mit weiteren Verbänden aufarbeiten und einen Plan schmieden, um solche Situationen künftig zu verhindern. Infantino wird in der Mitteilung lediglich einmal erwähnt. Seine Versprechen, für mehr Transparenz zu sorgen, habe er nicht eingehalten, heisst es.

Alle gegen Infantino

Offiziell wird der Fifa-Boss aber nicht direkt als Verantwortlicher für den Vorschlag, Anteile der Weltmeisterschaft zu verkaufen, genannt. Doch hinter den Kulissen sollen gemäss Insidern alle Optionen geprüft werden, um Infantino zu stürzen. 

Unter anderem zieht die Uefa zusammen mit dem nordamerikanischen Verband Concacaf und dem asiatischen Pendant ein eigenes globales Länderturnier in Erwägung, um «die Fifa zu lähmen». Das berichtet die britische Zeitung «The Times», die vor einer Woche als Erste über die Fifa-Pläne berichtete.

So würde das Uefa-Turnier aussehen

Demnach habe die Uefa eine Blaupause für eine globale Nations League, die als Konkurrenz zur WM dienen könnte. Diese wurde bereits 2017 erarbeitet, kam aber nie zum Einsatz. Wie in Europa soll es auch bei der globalen Version verschiedene Stärkeklassen geben, in denen die Länder untereinander antreten. 

Statt einer WM würden im Anschluss an die Ligaphase sieben Final-Turniere der jeweiligen Stärkeklassen stattfinden, die mit dem Viertelfinal starten. Ob die Uefa tatsächlich ein eigenes Turnier lanciert, um mit der Fifa zu konkurrieren, bleibt offen. Klar ist, dass der Verband Infantino stürzen will.

Europa oder Afrika?

Eine anonyme Quelle der Uefa sagt gegenüber «The Times»: «Alle sind fest davon überzeugt, dass er gehen muss, und wenn nicht, werden wir alle notwendigen Massnahmen ergreifen.» Das gelte auch für die künftigen internationalen Wettbewerbe. Obwohl der südamerikanische Verband Conmebol derzeit Infantino noch die Stange hält, möchte man bei der Uefa Brasilien und Co. vom eigenen Turnier nicht ausschliessen. 

«Würden die grossen südamerikanischen Länder lieber gegen Frankreich oder Spanien spielen oder gegen den Libanon oder Dschibuti?» Mit dieser Einstellung stösst man bei der Uefa die Türe für eine mögliche Zusammenarbeit in der Zukunft auf – mit oder ohne Infantino an der Fifa-Spitze. Sollten die Konkurrenz-Androhungen nicht fruchten, erwägt die Uefa auch juristische Schritte gegen Infantino einzuleiten.

Uefa droht mit Klage

Die Uefa hat ihm über ihre US-Anwälte einen Brief zukommen lassen. Der europäische Verband prüfe rechtliche Schritte gegen das inzwischen gebodigte Milliardenprojekt namens «Fifa Forward Enterprises» (FFE), bei dem ein Anteil an Fifa-Turnieren an private Investoren verkauft werden sollte. Die Uefa fordert zudem, sämtliche Dokumente und Unterlagen zum Projekt aufzubewahren – unabhängig von internen Löschfristen. Damit Beweise nicht vorsorglich geschreddert werden.

Namentlich aufgeführt werden 14 Fifa-Funktionäre, die Unterlagen sichern müssen. Neben Infantino selbst figurieren dort auch Fifa-Nachwuchschef Arsène Wenger, Generalsekretär Mattias Grafström sowie der Leiter der unabhängigen Komitees, Mario Gallavotti. Wenger hat am Dienstag in einem Statement klargemacht, dass er trotz allem nicht zurücktreten wird – er sehe seine Mission im weltweiten Nachwuchsfussball.

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