Darum gehts
- Gelson Fernandes übernimmt Fifa-Verantwortung für karibische Staaten, bestätigt am 9. September
- Fifa löst Karibik-Verwaltung aus Concacaf-Struktur, mögliche Schwächung für Nordamerika
- Französischer Verband unterstützt Gianni Infantino nicht mehr
Regionaldirektor für die afrikanischen Fussballverbände ist Gelson Fernandes (40) schon länger, nun übernimmt er innerhalb der Fifa eine weitere Aufgabe: Wie der Weltfussballverband am Mittwochabend gegenüber dem britischen «Guardian» bestätigt, übernimmt der ehemalige Nati-Spieler auch die Verantwortung für die Nationen der Karibik.
Mit dieser personellen Änderung geht eine organisatorische Umstellung einher: Gemäss dem Guardian hat Fifa-Präsident Gianni Infantino (56) gleichzeitig die Verwaltung der Karibik-Staaten von derjenigen der Concacaf, des Kontinentalverbands für Nord- und Mittelamerika, losgelöst.
Ist diese Trennung ein Versuch Infantinos, die gegen ihn gebildete Allianz zu spalten? Sicher ist: Die Concacaf gehörte im Sommer neben der Uefa zu den schärfsten Kritikern von Infantinos WM-Teilverkaufsplänen, ihr Präsident Victor Montagliani (60) gilt als möglicher Gegenkandidat für Infantino bei der Fifa-Präsidentschaftswahl im kommenden März.
Die karibischen Staaten stellen 25 der 35 Concacaf-Mitgliedsverbände – ihre Loslösung wäre also eine starke Schwächung für die Nordamerikaner. Vollzogen ist diese allerdings nun erst innerhalb der Strukturen der Fifa.
Grosser Verband unterstützt Infantino nicht mehr
Gleichzeitig muss Infantino auch einen Rückschlag hinnehmen: Mit dem französischen Fussballverband FFF entzieht eine weitere gewichtige Stimme dem amtierenden Präsidenten die Unterstützung bei der nächsten Präsidentschaftswahl. Dies entscheidet das FFF-Exekutivkomitee am Donnerstag einstimmig.
Als Grund dafür werden explizit Infantinos Pläne, Teile der WM an private Investoren zu verkaufen, genannt. Die FFF kommt deshalb zum Schluss: «Die Fifa-Führung entspricht nicht den Standards, für die der Fussball steht», wie sich deren Präsident Philippe Diallo (63) in der Mitteilung zitieren lässt.