Darum gehts
- Michel Platini fordert Gianni Infantinos Rücktritt wegen Regelverstössen bei der Fifa
- Kritik an WM-Rechteverkauf, Werbeunterbrechungen und Baloguns rote Karte
- Milliardendeal sorgte für massiven Widerstand, Uefa drohte mit Boykott
«Gianni Infantino muss zurücktreten!», fordert Michel Platini (71). Der ehemalige Uefa-Präsident erhebt schwere Vorwürfe gegen den Fifa-Chef. «Er ist Garant der Spielregeln, hält sich aber nicht daran», sagte Platini in einem Interview mit RMC Sport.
Der Stein des Anstosses: Gianni Infantinos (56) umstrittene Pläne, einen Teil der Rechte an der Austragung der Fussball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen – ein Geschäft im Milliardenbereich. Dieser Vorstoss sorgte für massiven Widerstand, insbesondere bei der Uefa, die sogar mit einem Boykott des Turniers drohte. Infantino zog den Vorschlag zurück, aber die Wogen haben sich nicht geglättet. Laut Uefa-Chef Aleksander Čeferin (58) erwägt der Verband weiterhin rechtliche Schritte gegen den Fifa-Boss.
Platini, selbst eine zentrale Figur im Weltfussball, geht noch einen Schritt weiter. «Wirtschaftliche Probleme sind das eine, aber ich denke, Infantino hat versagt. Wer die Regeln nicht schützt, sondern bricht, hat keinen Platz an der Spitze des Weltfussballs.»
«Er muss gehen»
Besonders verärgert zeigt sich Platini über drei konkrete Entscheidungen unter Infantinos Führung: «Werbeunterbrechungen während der WM, längere Halbzeitpausen im Final – das gehört nicht zum Fussball. Und die Aufhebung der Roten Karte für den amerikanischen Nationalspieler Folarin Balogun war das Schlimmste, was je passiert ist.»
Infantino steht seit Wochen unter Beschuss. Die Affäre um den milliardenschweren Deal hat nicht nur sein Verhältnis zur Uefa belastet, sondern auch die Integrität der Fifa infrage gestellt. Für Platini ist klar: «Er muss gehen.»
Dieser Artikel ist zuerst auf sportal.bg erschienen. Die bulgarische Newsplattform gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.