«Schrecklich! Es ist extrem frustrierend»
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EVZ-Coach Liniger ratlos:«Schrecklich! Es ist extrem frustrierend»

Trotz neunter Pleite in Serie
Darum ist eine Trainerentlassung beim EVZ kein Thema

Trotz massiver Krise ist EVZ-Trainer Michael Liniger noch im Amt. Die Gründe dafür sind vielschichtig.
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Nach der 2:4-Heimpleite gegen Dauer-Schlusslicht Ajoie mussten sich die Zuger Spieler Pfiffe ihrer Fans gefallen lassen.
Foto: Mike Wiss/freshfocus

Darum gehts

  • EV Zug verliert neun Spiele in Folge, Playoffs in Gefahr
  • Trainer Liniger bleibt trotz Krise, weil der Klub nicht panisch handelt
  • Team hat noch nie mehr als zwei Spiele in Serie gewonnen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Gewisse Fakten sind vernichtend: Der EV Zug hat in dieser Saison noch nie mehr als zwei Spiele am Stück gewonnen. Dafür die letzten neun Partien (acht in der NL, eine in der CHL) in Serie verloren. Die direkte Playoff-Qualifikation rückt weiter in Ferne, das Halten eines Play-In-Platzes bleibt wohl die ernüchternde Realität.

Obwohl: Die optimistischen Vorstellungen dieser Saison sind nicht erst in den letzten drei Wochen zerstört worden. Bereits von Anfang an läuft es für Michael Liniger (46, Vertrag bis 2027) und dessen Truppe in seinem Rookie-Jahr als Headcoach verkorkst. Trotzdem steht Liniger noch an der Bande der Zuger. Zu Recht. Denn Tatsache ist auch: Am Dienstag könnte der Emmentaler in den CHL-Final einziehen. Die Mannschaft ist am Tag nach der 1:4-Pleite gegen Servette in Genf geblieben und von da aus am Sonntag über Stockholm ins nordschwedische Lulea zum Halbfinal-Rückspiel geflogen.

Schon vor dem Auftritt in Genf und trotz der Blamage gegen Dauer-Schlusslicht Ajoie steht der Entscheid, an Liniger festzuhalten. Die Gründe sind vielschichtig.

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EVZ-Leader tauchen ab statt auf

Gewisse Umstände können einfach nicht wegdiskutiert werden. Sie führen zu Kettenreaktionen: Verletzungsbedingte (Langzeit-)Ausfälle von Leistungsträgern, fehlende Konstanz in den Linien, komprimierter Spielplan, Leistungsträger fern ihrer Topform, angeknackstes Selbstvertrauen, Unsicherheit – Blackout. Die Leader tauchen ab anstatt auf. Die Mannschaft ist derzeit nicht in der Lage, sich mal in allen Bereichen des Spiels an die Vorgaben zu halten und sich selbst aus der Krise zu manövrieren.

«Schrecklich! Es ist extrem frustrierend»
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EVZ-Coach Liniger ratlos:«Schrecklich! Es ist extrem frustrierend»

Sie steht aber in der Verantwortung dafür, das sehen die Spieler (noch) so und der Klub auch. Das Unverständnis für dessen Untätigkeit aber wächst bei der Anhängerschaft. Dabei versichert die sportliche Führung, dass die Abwärtsspirale bereits in der Endphase des letzten Jahres nicht unbemerkt geblieben ist und Massnahmen schon länger diskutiert werden.

Wie diese Schritte aussehen werden, wird allerdings nicht konkretisiert – sie müssen aber nicht zwingend mit der Trainer-Entlassung einhergehen. Denn der EVZ ist kein Klub, der den Panik-Knopf drückt. «Einen Schnellschuss gibt es nie», versichert Sportchef Reto Kläy. Man will besonnen bleiben und überlegen, welche Hilfestellung Sinn macht und das Team zurück in die Spur bringt. Denn ein Patentrezept gebe es nicht.

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