Während 24 Jahren seiner Karriere konnte er zwar Siege und jede Menge Tore feiern. Doch der grosse Wurf blieb für Julien Sprunger (40) aus. Es waren stets die anderen, die den Pokal in die Höhe stemmten. Für seine Fribourger blieb jeweils nur die Rolle des Meisters der Herzen. Aber auf den letzten Drücker klappte es dann doch noch. Im 1186. und letzten Spiel seiner NL-Karriere, die der Mann mit der Nummer 86 exklusiv im Gottéron-Trikot durchlief, holte sich Fribourg am 30. April in Davos den ersten Meistertitel der Klubgeschichte.
Der Overtime-Treffer von Lucas Wallmark im siebten Spiel des Finals war das Startsignal zu einer denkwürdigen Party. Kein Auge und keine Kehle blieb trocken. Und mittendrin war Captain Sprunger, der Mann, der eine ganze Region und eine Mannschaft inspiriert und sich schon im Viertelfinal gegen die SCRJ Lakers, als das Aus drohte, mit aller Macht und Leidenschaft gegen das Ende gestemmt hatte. «Ich wollte kein Karriereende im verregneten Rapperswil», sagte er später.
Sprunger folgt auf Ambühl
«Ich habe so mega Freude für alle Freiburger. Es ist eine Riesenfamilie. Sie mussten so lange warten. Und gleichzeitig habe ich so viel Freude für Julien Sprunger», sagte Goalie Reto Berra damals von den Emotionen überwältigt. Dabei gehe es nicht um Titel oder Siege. «So wie er jeden Menschen in dieser Garderobe empfängt und mit ihm umgeht – um das geht es im Leben.»
Schöner hat wohl noch selten jemand einen Kameraden gewürdigt. Es passte auch zu diesem Helden-Epos, das die Hollywood-Autoren nicht besser hätten inszenieren können.
Drei Monate später gibt es für die Fribourger Helden wieder Preise. An der «Swiss Ice Hockey Night» im Congress Kursaal in Interlaken BE wird der 39-Jährige als «Goaltender of the Year» und «Playoff MVP» ausgezeichnet. Und für Sprunger gibt es nach dem Meistertitel auch noch den Publikumspreis. Die Fans hatten ihn bei Blick als «Most Popular Player» gewählt. Ein Preis, den Ex-HCD- und Nati-Star Andres Ambühl bis zu seinem Rücktritt vor einem Jahr abonniert und neun Mal gewonnen hatte. Er geniesst derweil den Sommer in der Badi Klosters, fernab von Interlaken.
- MVP Regular Season: Matej Stransky (Davos)
- MVP Playoffs: Reto Berra (Fribourg)
- Goaltender of the Year: Reto Berra (Fribourg)
- Youngster of the Year: Simas Ignatavicius (Servette)
- MVP PostFinance Women’s League: Lara Stalder (Zug)
- MVP Sky Swiss League: Samuel Asselin (Sierre)
- MVP MyHockey League: Arnaud Schnegg (Franches-Montagnes)
- Woman of the Year: Alina Müller (Boston Fleet)
- Most Popular Player: Julien Sprunger (Fribourg)
- Hockey Award: Männer-Nati (WM-Silber) und Frauen-Nati (Olympia-Bronze)
- Special Award: Julien Sprunger (Fribourg)
- MVP Regular Season: Matej Stransky (Davos)
- MVP Playoffs: Reto Berra (Fribourg)
- Goaltender of the Year: Reto Berra (Fribourg)
- Youngster of the Year: Simas Ignatavicius (Servette)
- MVP PostFinance Women’s League: Lara Stalder (Zug)
- MVP Sky Swiss League: Samuel Asselin (Sierre)
- MVP MyHockey League: Arnaud Schnegg (Franches-Montagnes)
- Woman of the Year: Alina Müller (Boston Fleet)
- Most Popular Player: Julien Sprunger (Fribourg)
- Hockey Award: Männer-Nati (WM-Silber) und Frauen-Nati (Olympia-Bronze)
- Special Award: Julien Sprunger (Fribourg)
Sprunger ist auch nicht da, um die Auszeichnung entgegenzunehmen. Er geniesst die Ferien in Bali und seinen wohlverdienten Ruhestand, die Zeit ohne das quälende Sommertraining und Verpflichtungen, nachdem er stets hingestanden war, auch nach Enttäuschungen.
Fribourg-Legende erhält noch einen zweiten Award
Blick-Reporterin Nicole Vandenbrouck übergibt die MPP-Trophäe. Von Sprunger wird eine Video-Botschaft eingespielt. «Andres Ambühl musste seine Karriere beenden, damit ich diesen Preis gewinnen konnte», sagt Sprunger. «Ich freue mich sehr.» Er wird Gottéron und unserem Hockey fehlen.
Später kommt Sprunger in Abwesenheit zu einer weiteren Auszeichnung, dem «Special Award», sozusagen für sein sportliches Lebenswerk. Den hätte er sich auch ohne den Meistertitel verdient gehabt. Auch andere Spieler mit grossen Verdiensten, wie der langjährige SCB-Captain und dreifache Meisterstürmer und zweifache WM-Silbermedaillengewinner Simon Moser (37), der seine Karriere während der letzten Saison vorzeitig beenden musste.

