Darum gehts
- Fan reist 40 Stunden aus Neuseeland nach Davos für Gottéron-Finalspiel
- Fribourg-Legende Sprunger erkennt ihn, nennt Einsatz «sensationell»
- Nach 40 Stunden Wachsein endet Party-Marathon mit Tränen um 19 Uhr
40 Stunden Anreise für ein verrücktes Hockey-Erlebnis, das zuerst zum Märchen und danach zur Mega-Party wird: Fabian Herzogs Entscheid, mir nichts, dir nichts aus seiner Wahlheimat Neuseeland in die Schweiz zu reisen, um seinen Lieblingsklub Gottéron im finalen Duell um den Meisterpokal in Davos zu unterstützen, hat für Furore gesorgt. Blick und Fribourg-Boss John Gobbi machen für den Basler den Matchbesuch des längst ausverkauften Showdowns möglich.
«Das waren die unvergesslichsten 60 Stunden und ein Highlight meines Lebens», sagt der 42-Jährige mit noch leicht heiserer Stimme, nachdem er endlich ein paar Stunden Schlaf nachgeholt hat. Sein Feier-Marathon im Zeitraffer: Nach Spielschluss um 22.45 Uhr bleibt Herzog noch eineinhalb Stunden in Davos im Stadion, um den historischen Titel zu feiern. Danach wartet er mit anderen Fans vor dem Stadion auf die Spieler.
Von Fribourg-Legende erkannt
Dort begegnet ihm Fribourg-Legende Julien Sprunger mit dem Pokal, er fragt ihn nach einem Selfie. «Da sagte er zu mir, dass ich doch der Fan aus Neuseeland sei.» Sprunger fügt an: «Chapeau, dass du extra gekommen bist.» Auch Samuel Walser erkennt ihn, «er fand es ebenfalls sensationell». Herzog erfährt von einem Staff-Mitglied, dass seine Geschichte in der Mannschaft Thema gewesen ist.
Um 1 Uhr macht er sich mit Fan-Kollegen auf die Fahrt Richtung Fribourg und kommt dort um 4.15 Uhr an. «Ich habe das Gepäck ins Hotel gestellt, mich kurz frisch gemacht und die Zähne geputzt.» Just als sie zur BCF-Arena laufen, biegt der Team-Car um die Ecke. Dann geht die Meister-Party vor dem Stadion weiter, bis Herzog mit seiner Truppe um 7 Uhr zum Frühstück geht. Dort treffen sie auf die Fribourger Aufstiegshelden von 1980, Jakob «Köbi» Lüdi und Ivar Schwartz. Weiter gehts um 9.30 Uhr zum ersten Fondue bei Freunden, auf dem Weg dahin fahren Herzog und seine Kumpels mit dem Auto durch Fribourg, hupen und singen.
Später steigt noch ein privates Fest in Giffrins FR auf einem Bauernhof. «Der Vater eines Kollegen spielte Alphorn, die Stimmung war super, ich hatte Gänsehaut.» Nach einem abschliessenden Abendessen und etwa 40 Stunden Wachsein am Stück kann Herzog am Freitagabend um 19 Uhr nicht mehr. 20 Stunden nach dem Titel-Gewinn tut der Super-Fan vor dem Schlafengehen nur noch etwas: «Ich schaute mir die Match-Highlights und das Meister-Goal an. Da kamen mir die Tränen.»


