Zum dritten Mal in Folge ist es ein Schwede, der zum Meisterschützen avanciert. Nachdem zuletzt zweimal Jesper Frödén die ZSC Lions beglückt hatte, ist diesmal Lucas Wallmark (30) an der Reihe. Im Powerplay hämmert er Gottéron ins Glück. Nach 65:56 Minuten. Eine Zahlen-Kombination, die man in Freiburg nie mehr vergessen wird.
Ausgerechnet Wallmark. Der begnadete Spielmacher, der trotz laufendem Vertrag den Meister verlassen wird, was Blick vor den Playoffs enthüllt hatte. Gemäss schwedischen Medienberichten hat er einen Sechsjahresvertrag bei Aufsteiger Björklöven unterschrieben und wird in seine Heimatstadt Umeå zurückzukehren.
Es nicht das erste Mal, dass sich der Mann, der mit Playoff-Bart so ganz anders aussieht, vorzeitig verabschiedet. 2022 liess er seinen Vertrag bei ZSKA Moskau aus moralischen Gründen auflösen, was ihn über eine Million Franken gekostet haben soll. «Als ich von den Olympischen Spielen zurückkehrte und der Krieg ausbrach, sagte ich mir: Ich will kein Teil davon sein», erklärte er damals. Beim ZSC kam er dann nach dem Trainerwechsel von Rikard Grönborg zu Marc Crawford mit dem Kanadier nicht zurecht und wechselte zu Gottéron, wo er drei Jahre lang der Dreh- und Angelpunkt war.
«Jetzt werden wir feiern, das verspreche ich»
Angesprochen auf seinen Abschied bestätigt er: «Das war mein letztes Spiel für Fribourg. Dass es so endet, ist unglaublich.» Wie bei Captain Julien Sprunger, der seine Karriere beendet, und Goalie Reto Berra, der zu Kloten wechselt, hätte das Drehbuch für den Abschied nicht hollywoodreifer sein können.
Bei aller Wehmut erzählt Wallmark aber auch, wie glücklich er jetzt sei. «Unglaublich», stammelt er kopfschüttelnd. «Ich habe gesehen, wie der Puck reinging. Ich war so happy. Endlich hat Fribourg den Titel gewonnen», sagt er. «Jetzt werden wir feiern, das verspreche ich.» Wie viel Bier wird die Kehlen runtergespült? «Viel.»
Dabei waren die Playoffs für den Center, der zunächst auf seinen verletzten «Zwilling» Marcus Sörensen verzichten musste, erst kein Zuckerschlecken. Nach der Viertelfinal-Serie gegen Rapperswil gestand er: «Ich kämpfe wie ein Verrückter, um dem Team zu helfen, und ich will zu viel.»
Rönnberg: «Ich werde jetzt zwei Wochen lang schlafen»
Aber Wallmark arbeitete weiter daran, das Blatt zu wenden. Und es drehte sich. Mit einem Tor und einem Assist beim finalen Showdown schraubt er sein Total auf acht Punkte in den sieben Spielen gegen die Bündner und wird Playoff-Topskorer. Die Rückkehr von Sörensen half ihm dabei. «Diesen Moment mit ihm erleben zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes», sagt Wallmark. Für das Duo ist es der erste Meistertitel.
Im Gegensatz zu «Wally» Sörensen («Ich bin die Nummer 1 im Team beim Partymachen») oder Patrik Nemeth («Ich werde in den nächsten Tagen nicht während vieler Stunden nüchtern sein») will sich Meistermacher Roger Rönnberg bei den Festivitäten zurückhalten. «Ich muss schlafen. Es war eine lange Saison. Ehrlich, ich werde jetzt zwei Wochen lang schlafen.»
Als er weit vor seinem Amtsantritt davon gesprochen hatte, dass er den Platz für die Meisterfeier schon auf Google Maps gefunden habe, erntete Rönnberg viel Kritik. Doch seine Prophezeiung erfüllte sich. «Man muss Träume haben. Wenn man nicht träumt, passiert es nie. Und ich denke, der Platz vor der Kathedrale, den ich damals gefunden habe, ist zu klein.» Wenn man gesehen hat, dass morgens um 5 Uhr rund 9000 Fans die Mannschaft empfing, kann man ihm nur beipflichten.
