Nach Pleite bei Final-Drama
Die unübliche Reaktion von HCD-Trainer Holden

Die HCD-Spieler haben nach der Finalpleite bei ihren Interviews Tränen in den Augen und kehren geknickt in die Garderobe zurück. Dann tritt Trainer Josh Holden vor die Tür – und verblüfft und beeindruckt mit seinen Aussagen.
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Der bittere Moment für HCD-Trainer Josh Holden (Mitte) und seine Mannschaft...
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Fribourg besiegt Davos 3:2 in Overtime und gewinnt Meistertitel 2026
  • Emotionale Szenen: Davos-Spieler wie Corvi und Jung kämpfen mit Tränen
  • HCD-Trainer Josh Holden zeigt mit seinen Antworten Grösse
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Der Overtime-Winner von Fribourg-Schwede Lucas Wallmark im Showdown in Davos ist ein Stich ins HCD-Herz. Alles war angerichtet für den seit elf Jahren herbeigesehnten Titel – bis der Traum um 22.45 Uhr platzt. Aus und vorbei, die HCD-Spieler verlassen das Eis schnell mit den Silbermedaillen um den Hals. Kein Grund zum Feiern – aber dennoch für viele Emotionen.

Es ist ruhig im Garderobengang, aus der Kabine dringt kein Geräusch. Die Jubelgesänge im Halleninnern hört man nur gedämpft. Als sich einige Davoser dazu durchringen können, nach der bitteren 2:3-Niederlage Red und Antwort zu stehen, bleibt die Stimmung gedrückt. Bei Verteidiger Sven Jung werden Tränen verdrückt, als er irgendwie um Worte ringt, die seine Gefühlslage beschreiben oder eine sportliche Erklärung liefern.

Corvi emotional, Holden lächelt

Bei Kollege Enzo Corvi versagt nach wenigen Antworten die Stimme, er zieht sich schluchzend in die Kabine zurück. Vorher sagt der 33-Jährige, der erst in Finalspiel vier aus einer dreimonatigen Verletzungspause zurückgekehrt ist, noch, es sei sehr emotional gewesen in der Garderobe nach der grossen Enttäuschung. «Es tut weh. Jeder weiss, dass ich nicht den Unterschied machen konnte in diesen paar Spielen. Ich war körperlich überhaupt nicht fit, das ist bitter», bringt Corvi noch hervor.

Corvi muss Interview unter Tränen abbrechen
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Nach bitterer Final-Niederlage:Corvi muss Interview unter Tränen abbrechen

Dann vergehen einige Minuten, bis Josh Holden aus der Tür kommt. Mit einem Lächeln. Auf die Frage, ob sein HCD-Herz auch gebrochen sei, antwortet der Kanada-Schweizer nicht – er hat etwas anderes auf diesem Herzen, das er loswerden möchte: «Zunächst einmal möchte ich jedem einzelnen Fribourg-Spieler gratulieren, vor allem Julien Sprunger. Es ist bestimmt für jeden ein Traum, die Karriere mit einem Meistertitel zu beenden. Sprungi, ich freue mich für dich.» Von 2005 bis 2007 waren Holden und Sprunger bei Fribourg Teamkollegen gewesen.

«Haben ihre Herzen auf dem Eis gelassen»

Erst danach spricht der 48-Jährige über seine Mannschaft und betont vor allem etwas: «Ich bin stolz auf meine Jungs. Wir haben eine Leistung abgeliefert, mit der wir es uns verdient haben, um den Titel zu spielen. Aber es lief nicht so, wie wir es uns vorgestellt haben.»

«Gratuliere Julien Sprunger, ich freue mich für dich»
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Holden zeigt Grösse:«Gratuliere Julien Sprunger, ich freue mich für dich»

Holden ist gefasst, ruhig, vielleicht ein bisschen nachdenklich. Vor allem aber ist er stolz auf diese Saison. Dieses positive Gesamtbild scheint für ihn die vergebenen beiden Matchpucks zu überstrahlen. Und er sei stolz darauf, dass sein Team nie aufgegeben und sich auch nach Rückständen in Spiele zurückgekämpft hat. «Diese Mentalität soll weiterhin unsere DNA sein.»

Obwohl auch Holden enttäuscht ist, möchte er dieses Gefühl nicht Oberhand gewinnen lassen, weil seine Spieler sich jetzt sein Lob verdient hätten. «Denn sie haben ihre Herzen da draussen auf dem Eis gelassen.» Der HCD-Trainer zeigt nur wenige Minuten nach dieser bitteren Niederlage so viel Grösse, bevor er sich wieder in die Kabine verabschiedet. Sein Team aber lässt er für sich in diesem Moment, «meine Stimme hat es die letzten neun Monate sicher genug gehört», sagt er noch. Lächelnd.

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