Darum gehts
- Fabian Herzog reist 40 Stunden von Neuseeland nach Schweiz für Playoff-Final.
- Der Fribourg-Fan hat noch kein Ticket für das ausverkaufte Spiel.
- Seine Kinder nennen ihn «crazy dad» wegen der spontanen Aktion.
Fabian Herzog (42) verfolgte am Dienstag das sechste Spiel des Schweizer Playoff-Finals im fernen Neuseeland, wo das Spiel um 6 Uhr lokaler Zeit begann. Und als Jeremi Gerber in der Verlängerung Fribourg zum Sieg schoss und damit einen Showdown am Donnerstag in Davos erzwang, entschied sich der Baselbieter Gottéron-Fan spontan, in die Schweiz zu reisen.
Er habe kurz mit seinem Kumpel in Basel telefoniert und dann die Flüge gebucht, gepackt und sei drei Stunden später am Flughafen in Auckland gewesen, erzählt er Blick per Whatsapp, als er sich auf dem Flug von Melbourne nach Dubai befindet. 40 Stunden dauert die Reise.
Schon in den Tagen davor hatte er mit der Reise in die alte Heimat, die er vor sechs Jahren verlassen hatte, geliebäugelt. «Leider gingen dann sowohl das vierte und das fünfte Spiel verloren und ich fühlte das Momentum nicht mehr. Nach dem Tor in der Overtime von Gerber war das Momentum aber wieder da!»
Die Kinder nennen ihn «crazy dad»
Und was sagte seine Familie zu seinem verrückten Trip? «Die haben mich unterstützt. Meine Frau kennt mich und hat grosses Verständnis. Die Kinder mussten vor der Overtime in die Schule. Ihnen habe ich eine grosse Umarmung gegeben und gesagt, wenns gut kommt, sehe ich euch in einer Woche wieder. Wenn nicht, nach der Schule. Sie sagten: Allez Gottéron!»
Seine Kinder Deia (10) und Leo (7) würden ihn «crazy dad» nennen, sagt der Fribourg-Fan vom anderen Ende der Welt. Seine neuseeländische Frau Sarah lernte Herzog bei einem Austauschjahr in Neuseeland vor 25 Jahren kennen. Danach blieben sie in Kontakt und kamen dann zusammen, als er 2011 an der Rugby-WM war. Ein Jahr später heiratete das Paar und wohnte acht Jahre lang in Basel. «Dann entschieden wir uns, mit den kleinen Kindern auszuwandern, um ein neues Abenteuer zu beginnen.»
Herzog ist seit den späten 80er und 90er Jahren Fribourg-Fan. «Die Liebe und Passion zu Gottéron hat all die Jahre gehalten mit allen Höhen und Tiefen.» Und vor etwa acht Jahren machten er und einige Kollegen eine Wette: «Wir sagten uns, falls Gottéron erstmals Meister wird, wandern wir von Basel nach Fribourg zum Stadion.» Und jetzt ist er im Anflug.
Ein Problem ist aber noch ungelöst. Ein Ticket fürs ausverkaufte Spiel in Davos hat er noch nicht. «Mein Kumpel und ich sind noch am Organisieren. Falls es nichts wird, gehen wir nach Fribourg und schauen im Public Viewing.»

