Fribourg-Fans sorgen für Gänsehaut mit Sprunger-Choreo
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Da bleibt kein Auge trocken:Fribourg-Fans sorgen für Gänsehaut mit Sprunger-Choreo

Sprunger vor seinem letzten Final-Tanz mit Gottéron
«Ich wollte kein Karriereende im verregneten Rapperswil»

Julien Sprunger steht vor dem letzten Tanz seiner Karriere. Der Gottéron-Captain spricht über seine Emotionen, wieso Fribourg für den Titel bereit ist und warum er seine Karriere auf keinen Fall in Rapperswil enden sehen wollte.
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Finaleinzug geschafft: «Es war eine Erleichterung.»
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Julien Sprunger beendet Karriere mit Finalspiel für Fribourg-Gottéron gegen Davos
  • Trainer förderte Teamgeist: Keine Unterschiede zwischen Spielern, alle gleichgestellt
  • Fribourg wurde nach 52 Spielen Zweiter; Rekord: zwei Halbfinals, ein Final
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Grégory Beaud

Die Presse, die sich am letzten Mittwoch in Fribourg nach dem Training versammelt hatte, schien nur mit einer Person sprechen zu wollen: Julien Sprunger. Logisch – der Kapitän der Drachen bestreitet den Final, das letzte Abenteuer seiner Karriere. Mehr als eine Viertelstunde lang erzählt «Monsieur Gottéron», wie ihn ein Berner Kollege nennt, was er erlebt.  

Nach einer aufgeladenen Viertelfinal-Serie gegen Rapperswil mit vielen negativen Emotionen ist die Veränderung im Halbfinal radikal, und die Drachen spielen gegen Servette nicht mehr, um nicht zu verlieren, sondern um zu gewinnen. Das lässt Julien Sprunger gelassener werden ... ausser als er in der Serie gegen Genf für ein Spiel zu Hause bleiben musste.  

Blick: Wie ist die Stimmung so kurz vor dem Final?
Julien Sprunger: Im Moment sind wir noch ziemlich gelassen. Wir hatten gerade zwei Tage frei. Es tat gut, eine Pause einzulegen, vor allem mental. Jetzt ging es fast nur darum, sich wieder auf das Eis zu begeben und das Gefühl wiederzufinden. Aber die Gespräche über Davos beginnen jetzt.

Ist es möglich, in einem solchen Moment mental abzuschalten?
Das ist die Falle. Selbst wenn du versuchst, es zu verdrängen, reden alle davon. Du kannst nicht leugnen, dass du darüber nachdenkst. Ein Final ist ein Final. Aber wir versuchen, uns auf das zu konzentrieren, was wir kontrollieren können: das nächste Spiel, nicht das Ende der Geschichte.

Sie sagten, die Final-Quali für Fribourg sei verdient. Wieso?
Weil wir es uns erarbeitet haben. Nach 52 Spielen sind wir Zweiter geworden. Wir haben jeden geschlagen. Wir haben Genf rausgehauen, eine Mannschaft, gegen die wir uns in den Playoffs immer schwertaten. Niemand hat uns etwas geschenkt.

Sie redeten schon zu Beginn der Saison vom Titel. Glaubten Sie auch wirklich daran?
Es war ein Ziel, ja. Du kannst alle Mannschaften fragen, es werden zehn oder zwölf gewesen sein, die vor der Saison über den Titel sprachen. Aber es gab viele Unbekannte: neuer Trainer, neue Spieler ... Du weisst nie, ob die Mischung stimmt. Aber letztendlich hat jeder diesen Traum.

Wie geht man mit der ganzen Euphorie in Fribourg um?
In erster Linie ist es schön. Die Leute stehen hinter uns, sie leben es voll und ganz. Diese Energie muss man mitnehmen. Das ist viel angenehmer, als wenn du dich nach einem Ausscheiden rechtfertigen musst. 

In der Halbfinal-Serie haben Sie ein Spiel verpasst. Sie reisten auch nicht nach Genf mit, oder?
Genau, ich war zu Hause.

Wie schaut Julien Sprunger dann so einen Match? Als Fan, als Eishockeyspieler oder als Teamkollege?
Es war schrecklich und fast noch stressiger als auf dem Eis (lacht). Bei mir zu Hause bin ich von Fans umgeben, die die ganze Zeit schreien! Ich gehe aber in mich, analysiere alles. Ich kann nicht einfach wie ein Fan zuschauen. Wenn ein Spieler den Puck bekommt, schaue ich, ob er verletzt aussieht. Ob er für den nächsten Einsatz wieder fit ist. Ich schaue mir die taktischen Aspekte und viele kleine Dinge an. Daran werde ich mich wohl gewöhnen müssen.

Könnten Sie Spiele auch mal auf den Stehplätzen mitverfolgen?
Das wäre kein Problem für mich. Ich wollte schon immer diese zugängliche Seite haben, diese Nähe zu allen Menschen. Wenn wir über meine Zukunft gesprochen haben, habe ich immer gesagt, dass ich den Menschen weiterhin etwas geben möchte. Aber von der ersten Reihe hinauf bis zur letzten Reihe und durch alle Etagen hindurch. Das ist sehr wichtig für mich. Aber ich bin jetzt 40 Jahre alt. Da beginnen die Leute, eher nach Sitzplätzen zu suchen.

Im Viertelfinal hätte alles schon vorbei sein können. Wie hat sich die Gefühlslage mittlerweile geändert?
Im Viertelfinal war es sehr emotional. Die Choreo, meine Familie, der Gedanke, dass es mein letztes Spiel sein könnte. Das hat mich sehr berührt. Und jetzt habe ich den Eindruck, dass es viel mehr um das Kollektiv geht. Man spielt nicht mehr «für Julien», sondern für den Verein, für den Kanton. Und das erleichtert mich.

Fribourg-Fans sorgen für Gänsehaut mit Sprunger-Choreo
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Da bleibt kein Auge trocken:Fribourg-Fans sorgen für Gänsehaut mit Sprunger-Choreo

Wie haben Sie die Viertelfinal-Serie gegen Rapperswil erlebt?
Es war sehr belastend und hat mich sehr aufgewühlt. Und dann habe ich angefangen zu grübeln. Ich hatte eine tolle Karriere. Aber ich hatte keine Lust, an einem verregneten Montagabend in Rapperswil aufzuhören. Als der Viertelfinal durch war, wussten wir: Dieses schwierige Kapitel liegt hinter uns.

Können Sie heute besser mit diesen Emotionen umgehen?
Ja, aber einige Dinge waren neu und unbekannt. Die Choreo der Fans, alles, was um mich herum passiert ist – das hat mich wirklich aufgewühlt. Gleichzeitig wollte ich mich dem nicht verschliessen. Ich wollte es in vollen Zügen geniessen, weil es zu den Dingen gehört, die ich mitnehmen möchte. In fast 25 Jahren habe ich einiges erlebt, Verletzungen, Siege, Niederlagen. Damit kann ich umgehen. Aber wenn du eine Minute vor Beginn des Spiels all das siehst ... Das berührt dich.

Gottéron hat eine sehr starke Truppe zusammen. Hat es Klick gemacht?
Der Trainer hat eine enorme Arbeit geleistet. Er hat von Anfang an auf einer Sache bestanden: keine Unterschiede zwischen den Spielern. Alle sind gleichberechtigt. Und das spürt man heute.

Ist der Ansatz anders als im Final 2013?
Ja, das ist es. Damals wurde jeder Schritt gefeiert. Heute ist der Verein gewachsen. Wir wollen nicht mehr nur weit kommen, wir wollen gewinnen. Die Ambitionen des Vereins haben sich mit der neuen Eishalle ebenfalls geändert. In den letzten drei Saisons haben wir zwei Halbfinals und einen Final erreicht. Nach der Qualifikation nahmen wir ein Bier und gingen nach Hause, früher haben wir gefeiert. Heute ist alles kontrollierter. Alles ist professioneller als damals.

Spätestens in sieben Spielen ist Ihre Karriere definitiv vorbei. Was machen Sie dann?
Der Klub und ich haben ein wenig diskutiert, aber ich habe während der Playoffs alles auf Eis gelegt. Ich möchte weiterhin etwas geben und eine aktive Rolle spielen. Ich habe fast 25 Jahre lang auf dem Eis versucht, diesem Verein zu helfen. Das will ich weiterhin tun.

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