So kam es Covid-Geständnis von Patrick Fischer
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SRF-Redaktor Schmitz erklärt:So kam es Covid-Geständnis von Patrick Fischer

Plauderte beim Zmittag
Über diesen SRF-Mann stolperte Fischer im Covid-Skandal

Nach dem Covid-Skandal ist Patrick Fischer nicht mehr länger Trainer der Eishockey-Nati. SRF-Redaktor Pascal Schmitz erzählt Blick, dass sich Fischer beim Zmittag verplappert hat. Er selbst habe nicht mit diesem Ausmass des Skandals gerechnet.
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Patrick Fischer ist mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele 2022 in Peking gereist.
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Andri BäggliRedaktion Sport

Seit Mittwochabend ist Patrick Fischer nicht mehr Trainer der Schweizer Eishockey-Nati. Der 50-Jährige war 2022 mit einem gefälschten Covid-Zertifikat an die Olympischen Spiele in Peking gereist, 2023 wurde er dafür rechtskräftig verurteilt und musste eine Busse von rund 39'000 Franken bezahlen.

Aufgeflogen ist Fischer nur, weil er sich im Rahmen eines Drehs mit dem SRF für ein Porträt bei einem Mittagessen verplappert hat. Blick sprach mit SRF-Redaktor Pascal Schmitz, der den Covid-Skandal um Fischer ans Licht brachte. Schmitz moderiert unter anderem «Schweiz aktuell».

Situation kam aus dem Nichts

Den fatalen Moment, als Fischer gegenüber Schmitz sein Vergehen ausplauderte, schildert der SRF-Mann so: «Die Situation beim Zmittag ist für mich aus dem Nichts gekommen. Wir waren in einer Arbeitssituation zwischen zwei Drehs und haben über Hockey im Allgemeinen und die Verschiebung der WM 2020 auf 2026 gesprochen und sind so auf das Covid-Thema zu sprechen gekommen.» Und weiter: «Patrick Fischer ist dann selbst auf das Thema Impfen und das Impfzertifikat zu sprechen gekommen und hat mir die Geschichte von sich aus erzählt.»

Schmitz sei im ersten Moment überrascht gewesen: «Ich musste mir dann überlegen, was ich mit dieser Information anfange. Im Moment ist es schwierig zu realisieren, was das Ganze bedeutet.» Die Relevanz der Information sei ihm dann aber schnell klar geworden.

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Normalerweise gilt, dass Dinge, die «off the record», also abseits der abgesprochenen Aufzeichnungen, gesagt werden, nicht im journalistischen Kontext verwendet werden. Schmitz stellt klar: «Wir haben keine Off-the-record-Vereinbarung verletzt. Eine solche Vereinbarung muss explizit vor der Aussage von beiden Parteien abgeschlossen werden. In diesem Fall ist das nicht geschehen. Wir waren in einer Arbeitssituation, was per se on the record ist. Der Medienchef, der ebenfalls am Tisch sass, hat das dann erst nach der Aussage und einseitig gemacht. Wir haben das respektiert und nur über den Strafbefehl gesprochen. Obwohl Fischer selbst die Quelle war, haben wir ihn nie zitiert, bis andere Medien die Umstände recherchiert hatten, und uns nur auf das amtliche Dokument bezogen.»

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Strafbefehl lag erst am Freitag vor einer Woche vor

Auch wollte sich das SRF nicht als Mitwisser schuldig machen: «Wenn die Story auf anderem Wege öffentlich wird und bekannt wird, dass wir bereits vorher Bescheid wussten, hätten wir ein Problem. Dann hätten wir wissentlich etwas unter den Teppich gekehrt.»

Auch über den zeitlichen Ablauf spricht der SRF-Redaktor. Den Vorwurf, man habe schon länger von der Angelegenheit gewusst und nun kurz vor der Heim-WM die Bombe platzen lassen, weist der Journalist zurück. Der Dreh mit Fischer und das verhängnisvolle Essen hätten vor rund einem Monat stattgefunden. «Tags darauf haben wir Fischer und die Medienstelle informiert, dass wir unter diesen Voraussetzungen das Porträt nicht mehr ernsthaft machen können, und sie gebeten, dazu Stellung zu nehmen. Das haben sie nicht gemacht, und wir haben sie informiert, dass wir jetzt journalistische Schritte einleiten.»

Bei der Staatsanwaltschaft Luzern dauerte es dann seine Zeit, bis das Gesuch durch alle Instanzen durchgegangen war. «Den Strafbefehl hatte ich am Freitag vor einer Woche auf dem Tisch. Das mussten wir natürlich intern dann abhandeln. Wir haben Fischer am Montag informiert und ihnen zwei Tage Zeit für eine Stellungnahme gegeben.»

Fischer ist der Veröffentlichung der Recherche mit seinem Video-Geständnis zuvorgekommen. Dass die Geschichte solch hohe Wellen schlug, war für Schmitz nur schwer absehbar gewesen: «Ich glaube, man kann schon sagen, dass niemand mit diesem Ausmass gerechnet hat.»

Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Österreich
Österreich
0
0
0
1
Finnland
Finnland
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0
0
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Deutschland
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0
0
1
Großbritannien
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0
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Ungarn
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Lettland
Lettland
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Schweiz
Schweiz
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0
0
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USA
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0
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
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0
0
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
0
0
0
1
Dänemark
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0
0
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Italien
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0
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Norwegen
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1
Slowakei
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Schweden
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