«Habe mich verleiten lassen, das Zertifikat zu fälschen»
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Nati-Coach Fischer gesteht:«Habe mich verleiten lassen, das Zertifikat zu fälschen»

So kam es zum Rausschmiss
Fischer lehnte Rücktritts-Angebot des Verbandes ab

Es waren 48 der verrücktesten Stunden des Schweizer Eishockeys. Sie enden mit der Trennung von Patrick Fischer, dem erfolgreichsten Nati-Trainer der Geschichte.
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Bei den Olympischen Spielen in Mailand stand Patrick Fischer zum letzten an der Bande der Nati. Als Nachfolger wird Jan Cadieux (links) das Team an die Heim-WM führen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Patrick Fischer verliert Job als Nati-Coach nach gefälschtem Covid-Zertifikat
  • Er zahlte 400 Franken in Bitcoin für das gefälschte Dokument
  • 38’910 Franken Busse und frühzeitiges Ende seiner zehnjährigen Amtszeit
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Alles beginnt am Montagabend. Um 20.17 Uhr flattert ein Mail mit dem Titel «Stellungnahme Patrick Fischer» in die Redaktionsstuben. Darin wird enthüllt, dass der Nati-Coach 2022 ungeimpft mit einem gefälschten Covid-Zertifikat zu den Olympischen Spielen in Peking gereist war. 

Der 50-Jährige gibt sich dabei reumütig, und Verbandspräsident Urs Kessler wird mit den Worten zitiert: «Wir als Verband haben dies zur Kenntnis genommen und finden es anerkennenswert, dass Patrick Fischer diesen Schritt an die Öffentlichkeit geht und seinen Fehler klar einräumt. Dies zeigt persönliche Verantwortung und Grösse. Wir haben die Thematik eingehend mit Fischi besprochen. Er hat die entsprechenden Konsequenzen getragen. Für uns ist die Angelegenheit damit abgeschlossen.»

Kurz darauf wird klar, warum die Lichtgestalt des Schweizer Hockeys dieses Mea culpa veröffentlicht hat. Mit seiner Aussage war er der Veröffentlichung eines Berichts des Schweizer Fernsehens zuvorgekommen. SRF enthüllt Details vom Fall und zitiert vom Strafbefehl, der 2023 gegen Fischer ergangen war. 

Fischer war schon vorbestraft

Auf Telegram hatte er sich die gefälschten Zertifikate bestellt und mit 400 Franken in Bitcoin bezahlt. Für sein Delikt wurde er mit 38’910 Franken gebüsst.

In seiner Stellungnahme betont Fischer: «Bis auf diesen Vorfall habe ich mich immer ans geltende Recht gehalten und bin mir meiner Vorbildrolle bewusst.» 

Bald zeigt sich, dass der erfolgreichste Nati-Coach, der die Schweiz dreimal zu WM-Silber führte, dabei nicht die Wahrheit gesagt hat. Denn aus dem Strafbefehl geht auch hervor, dass sich Fischer sehr wohl nicht nur dieses eine Mal nicht ans geltende Recht gehalten hat. Bereits im März 2020 war er zu einer bedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen à 440 Franken verurteilt worden. Der Grund dafür war gemäss Eishockeyverband eine Geschwindigkeitsüberschreitung. 

Hätte der Trainer des Jahres 2025 dieses Delikt sofort auf den Tisch gelegt, hätte sich der Schaden vielleicht noch begrenzen lassen. Doch so liess er sich ein weiteres Mal dabei erwischen, wie er die Unwahrheit sagte. Denn vor Peking hatte er versichert, dass er sich impfen lassen werde. «Ich liebe meinen Job und würde nie etwas tun oder lassen, was diesen Job gefährden könnte.» Doch genau das tat er, als er mit gefälschten Dokumenten in Peking einreiste. Gar nicht auszudenken, was los gewesen wäre, wenn ihn die Chinesen ertappt hätten.

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Am 3. Dezember 2015 wird Patrick Fischer als neuer Cheftrainer der Schweiz vorgestellt – vorerst nur bis Mai 2016.
Foto: Keystone

Ein reuiger Nati-Coach, der sich «in einer aussergewöhnlichen persönlichen Notlage» befand, wie er es in seinem Statement nannte, und einen Fehler machte, ist eine Sache. Ein Nati-Coach, der sich in ein Lügengebilde verstrickt, eine andere.

«Es geht um Werte und Respekt»

Der Internationale Eishockeyverband leitet eine Untersuchung ein. Der Druck auf Fischer wächst am Mittwoch weiter. Vonseiten der Sponsoren, von der National League und von Swiss Olympic. Von Verbandsseite wird Fischer dann ermuntert, von sich aus den Hut zu nehmen, um so sein Gesicht wahren zu können. Der dreifache Silberschmied lehnt ab. Vorzeitig gehen muss er trotzdem.

An seinem Schicksal ändert sich nichts. Seine Amtszeit endet vorzeitig in der slowakischen Provinz, wo die Nati am Donnerstag und am Freitag in Topolcany die ersten zwei WM-Vorbereitungsspiele bestreitet. Vor dem Training werden die Spieler informiert.

Am Abend verlässt der Verband nach fast 48 Stunden seine Tauchstation. Um 19.31 Uhr sendet er wieder eine Medienmitteilung: «Patrick Fischer nicht mehr Head Coach der Nationalmannschaft.» Darin erklärt Präsident Kessler: «Vertrauen und Integrität sind zentral in unserem Sport und in unserem Verband. Aus heutiger Sicht war unsere erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen ist, zu kurz gegriffen. Es geht um Werte und Respekt, die für Swiss Ice Hockey zentral sind und von Patrick Fischer 2022 nicht gelebt wurden.» 

Ein betrübliches Ende nach zehn Jahren mit vielen Höhepunkten. Der Traum vom Gold wird sich für ihn nicht mehr erfüllen. Für den Zuger, der nach der Heim-WM nach zehn Jahren abtreten wollte, übernimmt Jan Cadieux (46) nun früher als geplant das Amt als Nati-Coach. Genau einen Monat vor der WM in Zürich und Fribourg.

Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Österreich
Österreich
0
0
0
1
Finnland
Finnland
0
0
0
1
Deutschland
Deutschland
0
0
0
1
Großbritannien
Großbritannien
0
0
0
1
Ungarn
Ungarn
0
0
0
1
Lettland
Lettland
0
0
0
1
Schweiz
Schweiz
0
0
0
1
USA
USA
0
0
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
0
0
0
1
Tschechische Republik
Tschechische Republik
0
0
0
1
Dänemark
Dänemark
0
0
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1
Italien
Italien
0
0
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Norwegen
Norwegen
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1
Slowakei
Slowakei
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0
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Slowenien
Slowenien
0
0
0
1
Schweden
Schweden
0
0
0
Playoffs
Abstieg
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