Es sind turbulente letzte 76 Sekunden im Duell zwischen Davos und Rappi. Die Lakers führen 3:2 und wehren sich gegen den aufgekommenen Dauerdruck der Bündner. HCD-Trainer Josh Holden ersetzt seinen Goalie Sandro Aeschlimann durch einen zusätzlichen Feldspieler, die Davoser wirbeln in der SCRJ-Zone. Captain Dünner kommt nach einem Zadina-Hammer im Rund an den Puck und spediert ihn Richtung verlassenes HCD-Gehäuse – just bevor ihn Brendan Lemieux in die Bande checkt.
Es sind wegweisende Sekunden für die Partie: Head-Schiedsrichter Daniel Piechaczek hebt die Hand und unterbricht das Spiel. Wohl weil sie befürchten könnten, dass sich a) Dünner verletzt hat, oder b) eine Prügelei ausbricht. Jedenfalls liegt der Fokus aller Refs nur auf der Szenerie um HCD-Rumpler Lemieux. Dass Dünners Schuss jedoch auf der anderen Seite des Feldes im Tor gelandet ist, ohne dass irgendein Bündner die Chance gehabt hat, dies zu verhindern, geht in diesem Moment unter.
Klar ist: Der SCRJ-Captain hat sich nicht verletzt, denn er rappelt sich sofort hoch und weist die Refs darauf hin, dass der Puck im Tor gelandet ist. Davon sind sie offenbar unbeeindruckt. Sie schauen sich zwar die Wiederholung an, jedoch nur des Checks. Sie schicken Lemieux, gegen den mittlerweile ein Verfahren eröffnet worden ist, unter die Dusche. Die Lakers sind im Powerplay von der Rolle – der Shorthander von Filip Zadina zum 3:3 rettet den HCD in die Verlängerung, und im Penaltyschiessen sichern die Ausländer Zadina, Adam Tambellini und Joseph Blandisi den Zusatzpunkt.
Dabei hätte es gar nicht er so weit kommen dürfen. Denn Dünners Treffer wäre regulär gewesen und hätte das 4:2 bedeutet. Der Grund: Die Regel «Continuous Play» (fortlaufendes Spiel) besagt, dass ein Tor trotz eines zu früh ertönten Pfiffs des Schiris anerkannt werden kann. Als «Continuous Play» wird angesehen, wenn der Puck im Rahmen einer ununterbrochenen, bereits eingeleiteten Schuss- oder Spielbewegung trotzdem direkt danach über die Torlinie gleitet. In einem solchen Fall hätten die Refs auch die Handhabe, dies auf dem Video zu überprüfen (Regel 31.2). Doch die Head-Refs Piechaczek und Roland Gerber tun es nicht. Bei den Lakers hält sich das Verständnis dafür in Grenzen. Denn ihnen ist ein Tor geraubt worden und möglicherweise so auch zwei wichtige Punkte.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 17 | 33 | 44 | |
2 | HC Ambri-Piotta | 17 | 3 | 30 | |
3 | Genève-Servette HC | 18 | -7 | 29 | |
4 | SCL Tigers | 19 | 10 | 29 | |
5 | SC Bern | 16 | 6 | 28 | |
6 | HC Fribourg-Gottéron | 18 | 13 | 27 | |
7 | EV Zug | 12 | 15 | 25 | |
8 | Lausanne HC | 19 | -11 | 24 | |
9 | EHC Biel | 17 | -2 | 23 | |
10 | HC Davos | 18 | -9 | 23 | |
11 | HC Lugano | 17 | -5 | 22 | |
12 | HC Ajoie | 18 | -8 | 22 | |
13 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 18 | -17 | 19 | |
14 | EHC Kloten | 18 | -21 | 18 |