«Dank Valo spiele ich besser»
Kloten-Keeper Berra ist auf den Hund gekommen

Schweizer Meister, WM-Silber, Award-Gewinner, Wechsel nach Kloten: 2026 ist das emotionalste Jahr seiner Karriere. Reto Berra teilt seine Gedanken mit Blick. Was den 39-Jährigen immer wieder erdet, ist die Zeit mit Labrador Valo.
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Mit Reto Berra könnte man sich stundenlang unterhalten. Er trägt das Herz auf der Zunge, erzählt frisch von der Leber weg, mit ehrlichem Tiefgang – und Humor. Der neue Kloten- und Ex-Nati-Torhüter hat das Zeug zum Comedian: An der Swiss Ice Hockey Night im Sommer überraschte er als Unterhalter die Schweizer Hockey-Familie und sorgte für Lacher. Für ihn war es die Krönung einer überragenden Saison: Als Fribourg-Goalie wurde er mit dem Award für den wertvollsten Spieler der Playoffs ausgezeichnet und räumte auch noch die Trophäe für den Torhüter des Jahres ab.

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Dass er sich um Labrador Valo kümmern muss, reisst Kloten-Goalie Reto Berra aus seiner Gedankenwelt. Der Zürcher liebt auch die Ruhe in der Natur.
Foto: Sven Thomann

Schweizer Meister, WM-Silber, Award-Gewinner, Wechsel – oder Heimkehr – nach Kloten. Berra sagt offen: «2026 ist das emotionalste Jahr meiner Karriere. Es hielt viele unerwartete Überraschungen bereit. Aber alles passierte viel zu schnell.» Der vierfache Silberheld stellt sich vor, dass das Erlebte auch in 30, 40 Jahren für ihn noch schier unfassbar sein wird. Der Meistertitel mit einem Klub, dem dieser Triumph noch nie gelungen war. Als Berra 2018 nach fünf Saisons aus Nordamerika zurückkehrte, war dies mit ein Grund, weshalb sich der Zürcher für Gottéron entschied. «Mein Bauchgefühl sagte mir, dass Fribourg das Potenzial für den Titel hat.»

«Das muss man zuerst verarbeiten»

In seiner achten Saison als Hexer der Drachen ist der 39-Jährige einer der Bausteine dieses historischen Triumphs. «Lange wurde von gegnerischen Fans gesungen: ‹Ihr werdet nie Meister.› Damit muss man zuerst umgehen können. Unglaublich, dass wir es geschafft haben. Und das am letzten Tag der Karriere von Julien Sprunger, der sein Leben lang für diesen Klub spielte. Das muss man zuerst verarbeiten.»

Dieser Prozess dauere noch an, gesteht er, und sei von der Tagesform abhängig. Berra beschreibt sich selbst als «Overthinker», als Kopfmenschen. Seine Gedanken kreisen oftmals unaufhörlich um alle möglichen Dinge. «Plötzlich kommen mir Momente aus den Playoff-Spielen in den Sinn. Sie lassen die Gefühle in mir nochmals aufleben.» Oder er denkt an die Fans, die sich mit Tränen in den Augen bei ihm bedankt haben. «Ich frage mich dann, ob dieser Titel ihr Leben nachhaltig verändert hat oder ob sie einfach wieder in den Alltag übergegangen sind.»

Reto Berra 2026
2:33
Kloten-Goalie Berra:Wie sein Hund Walo ihn zu einem besseren Spieler machte

Der Meistergoalie ist es nicht sofort. Alles ist viel zu schnell passiert. Zack, ist 31. Mai und die Schweiz spielt an der Heim-WM den Final gegen Finnland. Zu jenem Zeitpunkt ist für Berra vieles offen, er weiss noch nicht mal, was er mit seinem Haus in Fribourg machen soll. «Es war ein stressiger Sommer. Ich hätte eine längere Pause gebraucht.» Der Wechsel zum EHC Kloten steht an. Der einstige ZSC-Junior offenbart: «Für mich gab es nur die Optionen Fribourg, Kloten oder Karriereende.» Der Grund: Für den Goalie zählt die Verbindung zu einem Klub, «ich könnte nicht einfach irgendwo spielen».

Wermutstropfen bei Kloten

Der Bülacher entscheidet sich aus dem Herzen für eine Heimkehr ins Zürcher Unterland. Es wird als Märchentransfer betitelt. Genau so habe er es sich für den Spätsommer seiner Laufbahn vorgestellt. «Ich bin mir des Privilegs bewusst, dass sich dieser Wunsch erfüllt hat», so Berra, «für mich schliesst sich der Kreis. Es bedeutet mir viel und gibt mir ein noch besseres Gefühl.» Mit Schalk in den Augen beichtet er den einzigen Wermutstropfen: «Das Schlimmste ist, dass ich bei Kloten nicht mit meiner Rückennummer spielen kann. Und das wegen jenes Goalies, wegen dessen ich sie überhaupt trage.»

Die 20 von Reto Pavoni (58), Klotens Meisterkeeper, den er stattdessen auf seiner Maske verewigt hat. Das Tenü seines einstigen Idols hängt unter dem Hallendach, die Rückennummer wird nicht mehr vergeben. Berra macht sich Gedanken, natürlich auch zur Nummer, die er auswählt. Es wird die 50. Seine Überlegungen dazu? «Mein Vater ist Jahrgang 42, meine Mutter 58. Das ergibt zusammen 100, geteilt durch zwei dann 50.» Er ehrt so seine Eltern Liz und Bruno (†69), weil er ihnen ewig dankbar sei, für das, was sie alles für ihn gemacht haben. Die Verbundenheit in der Familie ist innig. Seine Mama sowie Schwester Graziella wohnen in Bachenbülach. Bei der 41-Jährigen übernachtet Berra jeweils, wenn er nach Auswärtsspielen spät heimkommt. Er selbst lebt mit Freundin Gina in ihrem Heimatort Schaffhausen.

Beste Entscheidung seines Lebens

Dank seiner Schwester ist der HCD-Meisterkeeper (2009) auf den Hund gekommen: Vor vier Jahren hat Berra den Labrador-Welpen Valo ausgesucht. «Oder eher er mich», lächelt er. Valo, nach dem finnischen Sänger Ville Valo von der Band HIM benannt, ist der Bruder von Graziellas Hund. Als er ihn im Wurf sieht, kann der 1,94-m-Hüne gar nicht anders, als ihn mitzunehmen. Es war die beste Entscheidung seines Lebens. Wie zum Beweis schaut Valo, der zu seinen Füssen liegt und döst, zu seinem Herrchen hoch. Der streichelt ihm immer wieder über den Kopf. «Dank Valo spiele ich ein besseres Hockey», so Berra offen. «Ich verbringe den Tag mit ihm, muss mich um ihn kümmern, er redet nicht zu viel», sagt er schmunzelnd, «er reisst mich aus meiner Gedankenwelt.» Zum Beispiel, als der Torhüter mit seinen wiederkehrenden Rückenproblemen haderte. Oder jetzt, wo er sich an einem neuen Ort eingewöhnen muss.

Denn das braucht, so Berra, einiges an Energie. Man müsse sich mit einem neuen Goalietrainer finden, dem neuen Headcoach, den Physiotherapeuten («Die brauche ich oft.») – und den Mitspielern. Seine Vorderleute reagieren anders als die ihm bekannten in Fribourg, der Keeper ist mit anderen Schüssen und Situationen konfrontiert. «Ich brauche Zeit, bis ich angekommen bin. Auch das ist ein Prozess.» Der Bülacher möchte sich von seiner besten Seite zeigen, denn sein Bauchgefühl hat ihm bei seiner Zusage gesagt, dass sich Kloten nicht verstecken muss. Zwischenzeitlich aber harzt es bei den Zürcher Unterländern. Das habe er mit Gottéron auch durchgemacht, er wisse, worauf er sich in Kloten eingelassen habe und «wo wir stehen. Aber ich habe Visionen.» Meisterliche, denn der Klub wisse, wie es geht. «Underdog-Erfolge schreiben immer die schönsten Geschichten.» Auch von dieser würde er gerne Teil sein.

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Mannschaft
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ZSC Lions
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42
2
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
16
4
29
3
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
16
16
27
4
Genève-Servette HC
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5
SCL Tigers
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SC Bern
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Lausanne HC
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EV Zug
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17
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HC Lugano
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16
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13
SC Rapperswil-Jona Lakers
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EHC Kloten
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17
-19
18
Playoffs
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