13 ausländische Torhüter sind seit 2022 in der National League aufgetaucht. Damals wurde die Liga durch die Gratis-Aufstiege von Ajoie und Kloten auf 14 Teams aufgestockt, zugleich durften ab diesem Zeitpunkt sechs Ausländer pro Team eingesetzt werden. Mit Ajoie, Fribourg, den SCRJ Lakers und Zug haben in dieser Zeitspanne lediglich vier Vereine nie einen ausländischen Goalie unter Vertrag genommen.
Einige, wie der Slowake Adam Huska vor zwei Jahren in Lugano, kamen aus der Not heraus – damals wegen der gravierenden Verletzung von Joren van Pottelberghe. Andere, wie letzte Saison der Finne Roope Taponen in Davos, als Absicherung für die entscheidende Meisterschaftsphase. Einer wurde gar nie eingesetzt: Der Finne Tomi Karhunen sah 2023 bei seinem Kurzengagement beim SCB die Spiele lediglich von der Tribüne aus.
2022/23 fünf Teams mit ausländischem Goalie
Es gibt aber auch ausländische Goalies, welche unsere Meisterschaft geprägt haben. Etwa der zweifache ZSC-Meistergoalie Simon Hrubec. Oder Harri Säteri, der Biel 2023 in den Final hexte. Sicher auch Juha Metsola, der Kloten nach dem Aufstieg zu viel Stabilität und einer traumhaften ersten Saison verhalf. Oder Janne Juvonen an seinen besten Tagen mit Ambri.
Nach der Erhöhung des Ausländerkontingents 2022 setzten in jener Saison mit Ambri (Juvonen), Biel (Säteri), Kloten (Metsola), Lugano (Mikko Koskinen) und den ZSC Lions (Hrubec) fünf Klubs auf einen ausländischen Frontmann im Tor. Einen im Ausland gestählten, routinierten Goalie zu haben, war damals im Trend. Entsprechend gross waren die Sorgen um die Schweizer Goaliezunft – auch hinsichtlich der Nati.
Geht auch Säteri Ende Saison?
Inzwischen hat sich dieser Trend aber massiv abgekühlt. Aktuell haben nur noch Biel mit dem Finnen Säteri und der ZSC mit dem Tschechen Hrubec einen Goalie mit einer ausländischen Lizenz im Kader. Derweil haben sich neben den Übergoalies Leonardo Genoni und Reto Berra diverse weitere Schweizer Keeper wie Sandro Aeschlimann, Kevin Pasche, Connor Hughes oder Stéphane Charlin in den letzten Jahren gut positioniert. Dadurch ist bei den meisten Klubs die Einsicht gereift, dass es ihnen mehr bringt, ihre Ausländerplätze in der Verteidigung oder im Sturm zu besetzen.
Ajoie
keine
Ambri
Janne Juvonen (Fi): 2022 - 2025
Bern
Tomi Karhunen (Fi): 2023 (nicht eingesetzt)
Adam Reideborn (Sd): 2023 - 2026
Biel
Harri Säteri (Fi): seit 2022
Davos
Roope Taponen (Fi): 2026
Fribourg
keine
Servette
Jussi Olkinuora (Fi): 2023/24
Antti Raanta (Fi): 2024/25
Kloten
Juha Metsola (Fi): 2022 - 2024
SCL Tigers
David Rautio (Sd): 2023
Lausanne
Eetu Laurikainen (FI): 2022/23
Lugano
Mikko Koskinen (Fi): 2022 - 2024
Adam Huska (Slk): 2024/25
SCRJ Lakers
keine
ZSC Lions
Simon Hrubec (Tsch): seit 2022
Zug
keine
Ajoie
keine
Ambri
Janne Juvonen (Fi): 2022 - 2025
Bern
Tomi Karhunen (Fi): 2023 (nicht eingesetzt)
Adam Reideborn (Sd): 2023 - 2026
Biel
Harri Säteri (Fi): seit 2022
Davos
Roope Taponen (Fi): 2026
Fribourg
keine
Servette
Jussi Olkinuora (Fi): 2023/24
Antti Raanta (Fi): 2024/25
Kloten
Juha Metsola (Fi): 2022 - 2024
SCL Tigers
David Rautio (Sd): 2023
Lausanne
Eetu Laurikainen (FI): 2022/23
Lugano
Mikko Koskinen (Fi): 2022 - 2024
Adam Huska (Slk): 2024/25
SCRJ Lakers
keine
ZSC Lions
Simon Hrubec (Tsch): seit 2022
Zug
keine
Auch bei Biel neigt sich die Regentschaft von Säteri dem Ende zu. Der Vertrag des 36-Jährigen läuft Ende Saison aus, und mit seinem bescheidenen Saisonstart (Abwehrquote von 87,90 Prozent, schon zweimal ausgewechselt) macht er derzeit keine Werbung für eine Weiterbeschäftigung. Zuletzt hat ihm in Biel gar Ersatzgoalie Viktor Östlund mit besseren Statistiken den Rang abgelaufen. Ein weiteres Indiz: Biel-Sportchef Martin Steinegger sucht offenbar krampfhaft einen starken Goalie mit Schweizer Lizenz. Bei Christof von Burg (SCB) ist er abgeblitzt, Philip Wüthrich (Ambri) und Davide Fadani (Kloten) sollen noch im Rennen sein. «Wir müssen zuerst entscheiden, ob es ein Schweizer Goalie oder ein Ausländer sein soll und wenn wir uns für einen Schweizer entscheiden, gibt es nicht viele Kandidaten», sagt Steinegger. In der Nati-Pause im November wollen die Bieler Grundsatzentscheide fällen.
Hrubec noch mit Vertrag bis 2028
Sollte Säteri nach dieser Saison gehen, wäre Hrubec dann womöglich der letzte Mohikaner unter den ausländischen Goalies. Sein Vertrag läuft noch bis 2028 – im selben Sommer wird er seinen 37. Geburtstag feiern. Auf seine längerfristigen Zukunftspläne angesprochen, sagt Hrubec: «Damit befasse ich mich dann in einem Jahr. Im Moment denke ich nur an die laufende Saison.» Dass die Spezies der ausländischen Goalies in der National League vom Aussterben bedroht ist, fällt natürlich auch ihm auf: «Es ist für einen ausländischen Keeper nicht einfach, in dieser Liga einen Vertrag zu erhalten. Ich denke, die Klubs verpflichten derzeit lieber einen ausländischen Goalgetter oder Spielgestalter.»
Dabei konnten sich ausländische Goalies auch schon vor der Erhöhung der Ausländerzahl hierzulande einen grossen Namen machen. Etwa Ari Sulander, einer der Vorgänger von Hrubec, der beim ZSC zur Vereinsikone wurde.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 13 | 24 | 33 | |
2 | HC Ambri-Piotta | 13 | 3 | 24 | |
3 | Genève-Servette HC | 14 | 0 | 24 | |
4 | SCL Tigers | 14 | 5 | 22 | |
5 | HC Fribourg-Gottéron | 13 | 13 | 21 | |
6 | Lausanne HC | 15 | 0 | 21 | |
7 | SC Bern | 12 | 2 | 20 | |
8 | HC Davos | 14 | -6 | 19 | |
9 | HC Ajoie | 14 | -4 | 19 | |
10 | HC Lugano | 13 | 0 | 18 | |
11 | EV Zug | 8 | 11 | 16 | |
12 | EHC Biel | 13 | -5 | 16 | |
13 | EHC Kloten | 14 | -24 | 12 | |
14 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 14 | -19 | 11 |