Das meint Blick zum Russland-Entscheid
Ausbaden müssen es am Schluss die Spieler

Die Russen dürfen wieder an Eishockey-Weltmeisterschaften teilnehmen. Die Sport-Politik hat ihren Job nicht gemacht, findet Stephan Roth.
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Beim Olympia-Final in Peking 2022 traten die Russen letztmals an – und unterlagen den Finnen (Im Bild: Harri Pesonen).
Foto: AFP
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Stephan RothStv. Eishockey-Chef

Das CAS hat den Ausschluss Russlands im Eishockey aufgehoben. Ob das der erste Domino-Stein zur Rückkehr der Russen im internationalen Sport ist, wird sich weisen. Das IOC hatte bereits vor Monaten die Tür für Athleten aus dem Putin-Staat geöffnet, obwohl der Krieg gegen die Ukraine nichts an Grausamkeit eingebüsst hat. Und die Fifa liess an der U15-WM in Aserbaidschan auch russische Kids teilnehmen.

Der umstrittene Fifa-Boss Gianni Infantino (56) hatte sich schon im Februar dafür ausgesprochen, die Sperre aufzuheben, weil «dieses Verbot nichts gebracht» habe. Als ob jemand erwartet hätte, dass der Krieg aufhöre, wenn man russische Teams ausschliesst.

Die Verbannung der Russen sollte eigentlich ein Signal sein, ein Zeichen von Haltung. Dies verpasste der internationale Eishockey-Verband (IIHF), bei dem die Russen mit dem ehemaligen Schweizer IIHF-Präsidenten René Fasel (76) als Fürsprecher immer noch viel Einfluss haben. Die IIHF begründete den Ausschluss mit Sicherheitsbedenken, was nun vom internationalen Sportgerichtshof CAS für nicht erwiesen erklärt wurde.

Fifa und Uefa hatten 2022 ein anderes Argument gefunden. Die Fussball-Verbände schlossen Russland aufgrund der Gefährdung der «Integrität des Wettbewerbs» aus.

Jetzt herrscht im Eishockey das nackte Chaos. Mit den Russen als Sieger und vielen Verlierern. Allen voran den Spielern. Denn ausbaden werden es wieder die Athleten müssen. So wie bei der Fussball-WM in Katar vor fünf Jahren.

Speziell in Finnland, Schweden oder Tschechien werden die Spieler unter Druck geraten. Sie sollen Rückgrat zeigen und nicht an einer WM mit Russland als Teilnehmer mitmachen. Die Sport-Politik kneift derweil.

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