Darum gehts
- EV Zug scheitert an Konstanz und scheidet im Playoff-Viertelfinal aus
- Torhüter Genoni kassiert 15 Gegentore in fünf Spielen gegen Davos
- Der 38-Jährige nimmt sich selbst in die Kritik
Der EVZ hat es in dieser Saison nie geschafft, mehr als zwei Spiele in Folge zu gewinnen. Ein Level an Konstanz erreicht diese stark besetzte Mannschaft nicht. Nur etwas bleibt beständig: Dass die Leistungsträger nicht mehr gewusst haben, wie man die Leistung trägt. Und Verantwortung übernimmt. Diese Kritik zieht sich durch die Regular Season und Playoffs. Und ist von Trainer-Notnagel Benoît Groulx (58, Ka) mehrfach geäussert worden.
Hauptsächlich ist da das ausländische Personal gemeint gewesen. Doch wenn einer beim EVZ für Erfolg steht, ist es Leonardo Genoni. Der siebenfache Meistergoalie und dreifache WM-Silberheld ist immer ein Pfeiler – gewesen? In der Meisterschaft rutscht er mit dem Gegentore-Schnitt von 2,3 beinahe ins Mittelmass des Torhüter-Rankings ab. Im Playoff-Viertelfinal kassiert er 15 Gegentore in fünf Duellen gegen Davos. «Die vielen Gegentore sind auch für mich überraschend», gesteht Genoni, der in Spiel drei nach dem 0:4 nach einer Viertelstunde durch Tim Wolf ersetzt worden ist.
Genoni: «Konnte Team nicht so helfen, wie ich wollte»
Der 38-Jährige erzählt, dass er und Wolf in dieser Saison an ihrem Positionsspiel gefeilt hätten, vor allem beim Zeitpunkt, wenn der Gegner in die Zuger Zone eintritt. Und analysiert als eine mögliche Ursache der missratenen Saison, dass man das Zusammenspiel und die Abstimmung mit den Vorderleuten nie wirklich zum Funktionieren gebracht habe. «Wenn man in einem Playoff-Match sieben Tore kassiert, macht man definitiv etwas falsch.»
Genoni zeigt jedoch nicht mit dem Finger auf seine Vorderleute oder die kritisierten Ausländer. Er sagt, dass Führungsspieler generell in der Pflicht stehen, den Unterschied auszumachen. «Das ist uns nicht gelungen. Ich schaue in den Spiegel, auch ich war nicht genügend.»
Für eine detailliertere Beurteilung der Gesamtleistung brauche er aber noch ein paar Tage Zeit. Genoni, der an Olympia in Mailand die NHL-Familie verzückt und Lobeshymnen geerntet hat, mutmasst: «Vielleicht haben wir dem Team nicht so viel Sicherheit vermittelt, wie wir sollten.» Sicher aber ist er, «dass ich der Mannschaft nicht so helfen konnte, wie ich wollte».
Nach dem Tiefpunkt der Saison gefragt, liefert Genoni eine unerwartete Antwort: «Das erste Mal in meiner Karriere erlebte ich eine Trainer-Entlassung. Sie hat mich schockiert. Es war enttäuschend, es tut mir immer noch leid für Liniger.» Nach diesem Aus brauche er noch ein paar Tage, um alles sacken zu lassen. Wie er die Zeit bis zum ersten Nati-Camp Mitte April bezüglich Training überbrückt, weiss der (gesetzte?) WM-Goalie noch nicht.

