Göscheneralp-Hütte sitzt auf dem Trockenen – jetzt kommt das Wasser mit dem Heli!
«Der Druck aus der Region ist hoch, dass wir offen haben»

Die Salbithütte im Göscheneralptal bleibt trocken: Kein Wasser in der Quelle zwingt Hüttenwart Richard Walker, per Helikopter 5000 Liter Wasser zu liefern. Die SAC-Hütte musste am Wochenende rund 300 Gästen absagen.
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Keine Gäste, weil geschlossen: Die Hitze und der mangelnde Niederschlag liessen die Quelle oberhalb der Hütte austrocknen.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Salbithütte im Göscheneralptal schliesst wegen Wassermangel vorübergehend
  • Helikopter liefert 5000 Liter Wasser für bis zu 1,5 Wochen
  • Mehr als 2000 Übernachtungen in der Sommersaison 2026 verzeichnet
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Pascal ScheiberReporter Gesellschaft

Der letzte Tropfen ist ausgeschöpft. Die Salbithütte liegt trocken im Göscheneralptal im Kanton Uri. Als erste SAC-Hütte muss sie die Türen vorübergehend schliessen. Der Grund: «Wir haben kein Wasser mehr», sagt Hüttenwart Richard Walker (66) zu Blick. Eine Quelle 300 Meter oberhalb der Hütte speist sie normalerweise mit genügend Wasser. «Bis in den August hatten wir nie Probleme», erklärt Walker. Jetzt ist sie trocken, die Hütte zu. 

Walkers Notmassnahme: Wasserlieferung per Helikopter. Knapp zehn Flüge werden den Wassertank mit 5000 Liter Wasser aus einem nahe gelegenen See füllen. Keine einfache Entscheidung, wie Walker sagt: «Das ist eine absolute Ausnahmesituation. Ich sträubte mich lange, den Heli dafür einzusetzen.»

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Ohne Wasser hätte er die Saison beenden müssen. In seiner neunten Saison als Hüttenwart wäre das ein Novum. «Wir spielten mit diesem Gedanken», so Walker, aber: Die Ausgangslage auf der Göscheneralp bot ihm keine andere Wahl, als das Wasser hochzufliegen.

Hütte gegen Wildcamper

Die Salbithütte liegt in einer bekannten Kletter- und Wanderregion. Von weit her reisen Alpinistinnen und Alpinisten für eine Klettertour am 2986 Meter hohen Salbitschijen an. Walkers SAC-Hütte dient als Ausgangspunkt. Sie zählt jährlich mehr als 3000 Übernachtungen in den 56 Betten. In der laufenden Sommersaison verbuchte Walker bereits mehr als 2000 Übernachtungen. «Der Druck aus der Region ist hoch, dass wir offen haben», meint der 66-jährige Urner.

Die Salbithütte liegt in einer bekannten Wander- und Kletterregion im Kanton Uri.
Foto: zVg

«Wenn wir schliessen, campieren die Leute wild auf der Alp – trotz Verbot.» Die Kontrolle über das Geschehen am Berg käme ihnen abhanden. Solange die Hütte offen ist, könne man zum Schutz von Flora und Fauna die Berggänger vor dem Wildcampen abhalten, erklärt er: «Die Gäste kommen so oder so – ob wir offen haben oder nicht.»

Mangel war absehbar

Deshalb unterstützen auch die Alpbesitzer das Vorhaben. «Das Chaos auf der Alp ist grösser, wenn wir kein Wasser fliegen und schliessen», sagt Hüttenwart Richi Walker. Eine Wasserkonkurrenz gebe es auf der Alp zum Glück nicht. Mangels Futter und Wasser mussten andernorts Älpler ihr Vieh von der Alp nehmen und teils notschlachten. Auf der Göscheneralp seien sie davor gefeit. «Die wenigen Schafe brauchen praktisch kein Wasser», heisst es.

Den Wasserverbrauch reduzierte die Hütte bereits vor Tagen, sagt Walker. «Die Spültoiletten und Waschmöglichkeiten haben wir gesperrt und die Gästezahl um 20 Betten reduziert.» Für die Salbithütte kam der Wassermangel nicht überraschend. «Wenn es zwei Tage durchgehend regnet, beliefert uns die Quelle für zwei bis drei Wochen mit Wasser», erklärt der Urner aus Attinghausen. Dem war nicht so. Und weil auch ein Sommergewitter das nicht kompensiert, zeichnete sich der jetzige Engpass ab.

Am letzten Wochenende zog Walkers Team die Reissleine. Es musste rund 300 Gästen absagen.

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«Bis die Tanks voll sind, bleibt die Salbithütte geschlossen», so der Hüttenwart. Läuft alles nach Plan, wird dies bis Freitag der Fall sein. Ab dann kann die Hütte wieder Gäste empfangen.

Walker schätzt: «Pro Gast rechnen wir mit einem Verbrauch von 30 Liter Wasser pro Tag im Schnitt.» Die gelieferten 5000 Liter Wasser sollen für eine bis eineinhalb Wochen halten. Und dann? «Wir schauen vorzu. Wenn wir Glück haben, regnet es bald wieder», hofft Walker. 

Sehnlichst schaut er der geplanten Hüttensanierung entgegen. Ab nächstem Jahr wird die Salbithütte umgebaut. 2029 soll eine moderne Hütte mit viermal grösseren Tanks den klimatischen Herausforderungen am Berg Abhilfe schaffen. «Mit effizienteren Küchengeräten, Toiletten und grösseren Tanks werden wir gewappnet sein», gibt sich Walker zuversichtlich.

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