Armee fliegt Wasser mit Heli in die Alpen
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Hilft Bauern bei Extrem-Hitze:Armee fliegt Wasser mit Heli in die Alpen

Wirtschaft soll in Bresche springen
«Agrarkonzerne müssen Solidaritätsbeitrag zahlen!»

Die Lage der Bauern ist angespannt. Kilian Baumann fordert Unterstützung von der Wirtschaft.
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«Die Agrarkonzerne schlagen grossen Profit aus der Landwirtschaft», sagt Kilian Baumann.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Bauern kämpfen 2026 mit Hitze, Futtermangel und Ernteausfällen
  • Nationalrat Kilian Baumann fordert Solidaritätsbeiträge von Agrarkonzernen wie Nestlé
  • Produktionskosten gestiegen: Bauernverband verlangt höhere Erzeugerpreise, Konsumenten sollen geschont werden
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Simone SteinerBundeshausredaktorin

Die Bauern leiden. Die Hitze lässt die Weiden im ganzen Land vertrocknen. Dadurch haben die Tiere kein Futter mehr. Immer mehr müssen notgeschlachtet werden. Aber auch der Ackerbau ist betroffen. Die Kartoffeln hören auf zu wachsen und die Kürbisse haben Sonnenbrände.

«Das ist für uns alle eine Extremsituation», sagt der Grünen-Nationalrat Kilian Baumann (45) zu Blick. Viele Landwirte müssten wegen der Hitze mit grossen finanziellen Einbussen rechnen. «Der Druck ist enorm.»

Um die Verluste etwas abzufedern, will der Bauer, dass die Wirtschaft in die Pflicht genommen wird. «Ich fordere von den Agrarkonzernen, uns einen Solidaritätsbeitrag zu zahlen!», sagt er. In guten Zeiten würden die Agrarkonzerne gut mit der Schweizer Landwirtschaft verdienen. Dabei würden sie auch gerne mit dem Gesicht der Schweizer Bauern für sich werben. «Nun sollen sie Solidarität zeigen», so Baumann.

Als Agrarkonzerne bezeichnet Baumann zum einen die vorgelagerten Konzerne, bei denen die Landwirte Produktionsmittel wie Pflanzenschutzmittel, Dünger oder Maschinen einkaufen. Zu den bekannten Firmen gehören Syngenta, Bayer oder Fenaco. Zum anderen erwartet Baumann aber auch Unterstützung von den nachgelagerten Konzernen wie Nestlé, Emmi sowie den Grossverteilern Migros, Coop, Aldi und Lidl.

«Die Tiere leiden und sind geschwächt»
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Besorgte Bauern:«Die Tiere leiden und sind geschwächt»

«Preise nicht auf Konsumenten abwälzen!»

Wegen der Hitze sind die Produktionskosten der Bauern gestiegen – etwa weil sie zusätzlich bewässern müssen. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) forderte darum am Freitag, dass die Produzentenpreise wegen der gestiegenen Produktionskosten steigen.

Das befürwortet auch Baumann. Was er aber auf jeden Fall verhindern will, ist, dass die gestiegenen Produktionskosten auf die Konsumenten abgewälzt werden. «Das würde am Schluss diejenigen am meisten treffen, die eh schon am wenigsten haben.» Die Wirtschaft müsse in die Bresche springen.

Bei den Agrarkonzernen stösst diese Forderung jedoch auf Granit. Firmen wie Nestlé, Syngenta oder Emmi betonen, inwiefern sie sich schon heute für die Landwirtschaft einsetzen. Von einem allfälligen Solidaritätsbeitrag will kein Unternehmen etwas wissen.

Unklare Preisentwicklung

Laut den Grossdetailhändlern ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar, wie sich die Hitze auf die Produktpreise auswirken wird. Coop schreibt: «Die Preisentwicklung hängt vom Verlauf des Sommers und von der Nachfrage während der Ferienzeit ab.» Von der Migros heisst es, dass es für eine verlässliche Gesamtbeurteilung der diesjährigen Ernte noch zu früh sei.

Während alle Landwirte unter der aktuellen Krise leiden, müssen die Bio-Bauern derzeit besonders einstecken. Bereits vor ein paar Wochen wurde ihnen erlaubt, die Tiere wegen der Hitze länger im Stall zu lassen. Wegen des Futtermangels müssen sie ihren Tieren nun teils auch konventionelles Raufutter geben.

Auch Wissenschaft sucht nach Lösungen

In der aktuellen Krise kommen von links bis rechts Vorschläge auf, wie man am besten mit der Hitze umgeht. So forderten SVP-Bauern letzte Woche Helikopter mit Wasserlieferungen sowie Stauseen in den Alpen.

Aber nicht nur die Politik, sondern auch die Wissenschaft beschäftigt sich mit der Hitzewelle. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) zum Beispiel befasst sich mit der Frage, wie sich die Landwirtschaft künftig besser gegen Dürren, Starkregen und weitere Folgen des Klimawandels wappnen kann.

«Die bestehenden Produktionssysteme müssen so weiterentwickelt werden, dass Resilienz und Klimaschutz zusammen optimiert werden», sagt Sprecher Adrian Krebs (59). Dies betreffe insbesondere Fragen zur Sortenauswahl, zum Pflanzenschutz- und Düngemanagement sowie zur Wasser- und Bodennutzung. Eine grosse Rolle spielten auch der Aufbau von Humus und die Fruchtfolgengestaltung. Zudem müssten neue Konzepte für die Tierhaltung entwickelt werden, da diese insbesondere durch Hitzestress und die Auswirkungen des Klimawandels auf den Futterbau betroffen sei.

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