Darum gehts
- Silvesterbrand in Crans-Montana: Sicherheitschef versäumte Kontrollen vor Neueröffnung
- Brandschutzdokumente basierten 2015 nur auf Fotos und Bauplänen
- Notausgang verschlossen: 23 Menschen starben in «Le Constellation»
Vor der Brandkatastrophe in der Silvesternacht befand sich die Inferno-Bar «Le Constellation» gut zehn Jahre lang im Besitz des Ehepaars Moretti. Im Dezember 2015 wurde das Lokal nach Renovierungsarbeiten neu eröffnet. Damals stand die Bar noch auf dem Boden der Gemeinde Chermignon, die später mit mehreren anderen Nachbarorten zur Gemeinde Crans-Montana fusionieren sollte.
Die Sicherheitsvorkehrungen der Bar wurden aber weder vor noch nach der Neueröffnung gründlich kontrolliert. Das gibt der ehemalige Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde Chermignon nun in einem Verhör im Rahmen der Ermittlungen zu, wie RTS berichtet.
Akustikschaum nie kontrolliert
So stattete der Ex-Beamte dem Lokal erst zwei Monate nach der Neueröffnung, im Februar 2016, zum ersten Mal persönlich einen Besuch ab. Dabei untersuchte er jedoch fast ausschliesslich den Bau der neuen Veranda. Den Keller im «Le Constellation» hatte er bei dieser Kontrolle zum Beispiel nie überprüft. Genau in diesem Untergeschoss wurde der Akustikschaum verbaut, der mutmasslich die Brandkatastrophe in der Silvesternacht auslöste. «Der Keller wurde weder von mir noch von der Bauaufsichtsbehörde kontrolliert», so der Ex-Beamte im Verhör.
Der ehemalige Sicherheitschef gab in seinem Verhör jedoch an, den Notausgang im Erdgeschoss des Lokals «selbstverständlich überprüft» zu haben. Er könne sich aber nicht erinnern, «ob diese Tür den Vorschriften entsprach oder nicht».
Der Notausgang im Erdgeschoss vom «Le Constellation» war bei der Brandkatastrophe in der Silvesternacht verschlossen. Das Erdgeschoss wurde zur Todesfalle für viele Besucherinnen und Besucher.