«Prioritäten überdenken»
Walliser Polizei nach Crans-Montana-Inferno überlastet

Die Ermittlungen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana fordern die Walliser Polizei massiv. Polizeikommandant Frédéric Gisler spricht von Arbeitsüberlastung, steigender Kriminalität und einem spürbaren Rückgang der Polizeipräsenz auf den Strassen.
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Die verheerende Brandkatastrophe in der Neujahrsnacht in Crans-Montana hat 41 Todesopfer gefordert. Zudem wurden 115 Menschen teils lebensbedrohlich verletzt.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • 41 Tote und 115 Verletzte nach Brand in Crans-Montana am 1. Januar
  • Polizei überlastet, weniger Strassenkontrollen, mehr Drogenhandel und Gewalt gemeldet
  • Kriminalität im Wallis gestiegen: Raubüberfälle plus 21 Prozent, Strafverstösse plus 4 Prozent
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

Die verheerende Brandkatastrophe in der Bar Le Constellation in Crans-Montana, bei der am 1. Januar insgesamt 41 Menschen starben und 115 verletzt wurden, hat die Walliser Kantonspolizei an ihre Belastungsgrenze gebracht. «Das Verfahren beziehungsweise die durchgeführten Ermittlungshandlungen beanspruchen unser Personal stark», erklärte Frédéric Gisler, seit Anfang dieses Jahres Kommandant der Walliser Kantonspolizei, gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS.

Seit dem Unglück ist die Polizei überwiegend mit der Sicherung von Beweisen, der Auswertung digitaler Daten und der Durchführung von Befragungen beschäftigt – alles im Auftrag der Staatsanwaltschaft. Dieser immense Aufwand zwinge die Polizei dazu, «ihre Prioritäten zu überdenken» und Ressourcen umzuschichten. «Wir haben insbesondere auf gewisse präventive Interventionen auf der Strasse verzichtet, und die Folgen haben leider nicht lange auf sich warten lassen», so Gisler.

Zunahme von Drogenhandel und Gewalt durch reduzierte Polizeipräsenz

Die reduzierte Polizeipräsenz auf den Strassen führte laut Gisler zu einer Zunahme von Drogenhandel und Gewalt, vor allem an Bahnhöfen. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle sei gestiegen, glücklicherweise jedoch ohne schwerwiegende Folgen. Darüber hinaus meldet die Kantonspolizei einen Anstieg der Kriminalität im Wallis: Die Verstösse gegen das Strafgesetzbuch nahmen um vier Prozent zu, während Raubüberfälle sogar um 21 Prozent stiegen. Auch häusliche Gewalt und sexuelle Übergriffe belasten die Behörden zunehmend.

Gisler sieht in der wachsenden Bevölkerungszahl des Kantons eine zusätzliche Herausforderung für die Sicherheitslage und blickt mit Sorge auf die kommenden Jahre: «Meine Verantwortung ist es nun, mit dem verfügbaren Personal stets das Beste rauszuholen.»

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