Darum hadern Junge mit dem Kinderkriegen
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«Sehr schwierig im Moment»:Darum hadern Junge mit dem Kinderkriegen

Schweiz fällt auf Rekordtief
Nur 6 Länder bekommen künftig noch genug Kinder

Der Schweiz fehlt es aktuell an Nachwuchs: Die Geburtenrate lag 2025 auf einem historischen Tiefstand bei 1,28 Kindern pro Frau. Auch die Unfruchtbarkeit nimmt jährlich zu. Laut einem französischen Reproduktionsexperten fehlt es der Bevölkerung an Informationen.
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Viele europäische Länder kämpfen derzeit mit demografischen Problemen. In der Schweiz lag die Geburtenrate im vergangenen Jahr auf einem Rekordtief. (Symbolbild)
Foto: Shutterstock

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Frankreich bekämpft sinkende Geburtenraten mit 16-Punkte-Plan seit Februar 2026
  • Experten warnen vor hormonaktiven Chemikalien in Alltagsprodukten wie Shampoos
  • In der Schweiz sollen Kinderzulagen auf 250 und Ausbildungszulagen auf 300 Franken steigen
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Im Durchschnitt müsste jede Frau 2,1 Kinder zur Welt bringen, damit sich eine Gesellschaft langfristig erhalten kann. Von dem sogenannten Bestandserhaltungsniveau sind wir weit entfernt: Die Geburtenrate der Schweiz liegt derzeit bei einem Rekordtief von 1,29 Geburten pro Frau. Doch die Bevölkerung schrumpft nicht nur im Westen – weltweit schlagen Demografen aufgrund der Baby-Flaute Alarm. 

Eine Studie von 2024, die in der Fachzeitschrift «The Lancet» veröffentlicht wurde, geht davon aus, dass im Jahr 2100 nur noch sechs Länder (Tadschikistan, Tonga, Samoa, Somalia, Niger und Tschad) den Schwellenwert von 2,1 Kindern erreichen werden. Generell werden vergleichsweise hohe Geburtenraten vor allem in einkommensschwächeren Ländern südlich der Sahara erwartet. 

Die übrigen 198 Länder werden hingegen mit den Problemen der schrumpfenden und überalterten Gesellschaft konfrontiert werden. Für die Regierungen stellt sich daher die Frage, ob eine gezielte Familienpolitik diesen Trend umkehren kann. Ein bekanntes Beispiel kommt aus Frankreich, wo man seit Februar mit einem 16-Punkte-Plan versucht, gegen Unfruchtbarkeit anzukämpfen.

Samir Hamamah (71), Mitentwickler des französischen Fruchtbarkeitsplans, sagt, dass beide Geschlechter von Unfruchtbarkeit betroffen sind. Gegenüber der «Aargauer Zeitung» hält er fest: «Die Infertilität nimmt weltweit jedes Jahr um 0,3 bis 0,4 Prozent zu – bei Männern und Frauen.» Auch stellt er klar, dass die Reproduktionsmedizin ihre Grenzen hat. «Mehr als 30 Prozent der Patientinnen verlassen die Kinderwunschzentren ohne Kind.»

Die Bevölkerung sollte umfassender informiert werden

Weil das Risiko für Unfruchtbarkeit mit zunehmendem Alter steigt, setzt das französische Gesundheitsministerium auf Prävention. Alle 29-Jährigen erhalten ein Schreiben mit umfassenden Informationen zu sexueller und reproduktiver Gesundheit. Und: Frauen im Alter zwischen 29 und 37 können ihre Eizellen kostenlos einfrieren lassen. 

In Bezug auf Fruchtbarkeit warnt der Experte vor allem vor hormonaktiven Chemikalien in der Umwelt. Die Stoffe, die sich unter anderem in Shampoos, Parfüm oder auch Verpackungen befinden, könnten sich «negativ auf die reproduktive Gesundheit auswirken». Für die Zukunft wünscht er sich daher eine genauere Kennzeichnung besagter Stoffe. 

Staatliche Unterstützung erzeugt keinen Kinderwunsch

Die Gründe, weshalb sich junge Paare in der Schweiz immer häufiger gegen Kinder entscheiden, sind vielfältig und sehr persönlich. Staatliche Anreize wie Hilfe bei der Kinderbetreuung oder Kinderzulagen können nicht allem entgegenwirken. Gegenüber der «Aargauer Zeitung» betont Hamamah, dass Familienpolitik dann am wirksamsten ist, wenn sie denen hilft, die bereits Kinder möchten. 

Auch in der Schweiz diskutiert man derzeit im Parlament über Familienpolitik. Zuletzt sorgte eine Petition der EVP für Aufsehen. Diese fordert, dass Kinderzulagen auf 250 und Ausbildungszulagen auf 300 Franken erhöht werden. Zudem beschloss der Bund bereits im Januar 2025, dass die Eizellenspende künftig auch in der Schweiz legalisiert wird – die Änderungen im Fortpflanzungsmedizingesetz sind derzeit noch in Arbeit. 

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