Darum gehts
- Schweizer Geburtenrate bei 1,29 Kindern pro Frau
- Bevölkerung könnte in den nächsten Jahren auf 7 Millionen schrumpfen
- Kind kostet bis 18 Jahre rund 1 Million Franken, sagt Baloise
In der Schweiz herrscht eine Babyflaute. Die Geburtenrate pro Frau liegt aktuell gerade mal bei 1,29 Kindern. Das könnte zur Folge haben, dass die Schweizer Bevölkerung in den nächsten Jahren auf 7 Millionen zusammenschrumpft. Demografie-Forscher Hendrik Budliger (51) sorgt sich gar um das «Überleben unserer Gesellschaft». Für den ausbleibenden Kinderwunsch haben Schweizerinnen und Schweizer viele Gründe.
Die Baloise-Versicherung hat Anfang 2025 berechnet, dass ein Kind in der Schweiz bis zur Volljährigkeit gegen eine Million Franken kostet. Eltern müssen für Fixkosten wie Essen, Kleidung, Arztkosten und Hobbys den eigenen Wohlstand hinten anstellen. Auch eine gute Betreuung und Einbussen beim Arbeitspensum machen das Kinderkriegen für viele unattraktiv.
«Wer kann sich denn heute noch Kinder leisten?»
Der finanzielle Aspekt beschäftigt auch viele in unserer Leserschaft. Für Peter Joachim ist klar: «Die Kosten für ein Kind sind schlicht zu hoch. Aber bei unseren Preisen nicht unerwartet. Die Löhne können damit schon lange nicht mehr mithalten.» Auch Daniel Walser hebt hervor: «Der finanzielle Druck, der auf Familien lastet, ist kaum zu stemmen. Ich verstehe alle, die keine Kids mehr wollen. Es ist einfach alles viel zu teuer.»
Mariella Brunner fragt: «Wer kann sich denn heute noch Kinder leisten? Miete und Krankenkasse bezahlt, dann ist ja schon alles weg. Ich setze lieber keine Kinder auf die Welt, bevor ich sie fünf Tage in eine Kita stecke.»
Flavien Külling beanstandet zudem: «Eine Frechheit, dass eine Kita bald mehr kostet als ein Kleinwagen. Die Leute in Bern mögen das Volk nicht, sonst würden sie mal was für Familien tun.» Sie ist nicht die Einzige, die mit dem Finger auf die Regierung zeigt.
«Die Schweiz ist eines der kinderfeindlichsten Länder überhaupt»
Marcos Garcia ist einer von vielen, welche die Familienpolitik in der Schweiz scharf kritisieren: «Die Schweiz ist eines der kinderfeindlichsten Länder überhaupt. Wer mal im Ausland Kinder bekommen hat, weiss, dass unsere Kinder- und Familienzulagen ein Witz sind.» Bruno Gisler stimmt zu und ergänzt: «In Schweden werden gerade junge Familien dazu ermutigt, Kinder zu kriegen. Aber die Schweiz ist nicht gerade ein familienfreundliches Land.»
Martin Meier ist überzeugt: «Die Schweiz muss kinderfreundlich politisieren. Aber die Parlamentarier haben scheinbar keine Ahnung mehr vom echten Leben.» Ivan Marciello fragt: «Wenn wir mehr Babys brauchen, warum sind dann die Kinderzulagen immer noch auf dem Stand von vor 30 Jahren?»
Ursi Kuster kommentiert: «Unser Prinzip ist leider, Familie ist Privatsache und der Staat hält sich raus. Der Traum der klassischen Familie der letzten Jahrzehnte hat sich mit dieser Regierung ausgeträumt.»