Darum gehts bei der Nachhaltigkeits-Initiative
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10-Millionen-Schweiz:Darum gehts bei der Nachhaltigkeits-Initiative

Leser zur Schweizer Demografie
«Fachkräfte aus dem Ausland zu importieren, ist keine nachhaltige Lösung»

Mit der Nachhaltigkeitsinitiative soll eine 10-Millionen-Schweiz verhindert werden. Laut Demografieforscher Hendrik Budliger werden wir diese Grenze aber vielleicht gar nicht erst erreichen. Doch seine Argumente gegen die Initiative gehen für unsere Community nicht auf.
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Die SVP will mit ihrer Volksinitiative eine 10-Millionen-Schweiz verhindern.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Demografieforscher warnt vor Bevölkerungsrückgang in der Schweiz
  • Geburtenrate zu tief, Schweizer Erwerbsbevölkerung schrumpft seit Jahren
  • Leser sehen Import von Fachkräften nicht als eine gute Lösung für Demografieproblem an
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Alessandro KälinRedaktor Community

Braucht es wirklich einen Bevölkerungsdeckel, wenn wir die zehn Millionen gar nie erreichen? Demografie-Forscher Hendrik Budliger (51) fragt sich, ob die Nachhaltigkeitsinitiative der richtige Weg für die Schweiz ist. Er vermutet, dass der Schweiz langfristig gar ein Bevölkerungsrückgang bevorsteht. Ohne Einwanderer gäbe es nicht genügend Schweizer Arbeitskräfte, um auf dem Arbeitsmarkt nachzurücken.

Die tiefe Schweizer Geburtenrate ist für den Experten der entscheidende Faktor: «Die Babyboomer hatten zu wenig Kinder. Hätten sie mehr gehabt, hätte es weniger Zuwanderung gebraucht.» Gemäss seiner Argumentation ist die Wirtschaft auf die Zuwanderung angewiesen. Die erwerbstätige Bevölkerung in Europa schrumpft zudem seit Jahren. Budliger redet von einem «Konkurrenzkampf um Fachkräfte». Unsere Leserinnen und Leser hinterfragen seine Analyse skeptisch.

«Viele sind eingewandert, trotzdem haben wir Fachkräftemangel»

Viele Leserinnen und Leser beharren auf der 10-Millionen-Initiative. Darunter auch Peter Siegfried: «Der nächste Angstmacher. Wenn wir die zehn Millionen sowieso nie erreichen, dann können wir die Initiative ja erst recht annehmen, zur Sicherheit.» Esther Moser stimmt zu. Sie ergänzt: «Nur weil wir Angst haben vor dem Aussterben, müssen wir nicht die ganze Schweiz zubetonieren und den Dichtestress hochfahren.»

Urs Amstad hebt zudem hervor: «Herr Budliger spricht von produktiver Zuwanderung. Fakt ist, in den letzten zehn Jahren sind viele eingewandert. Wir haben trotzdem Fachkräftemangel. Finde den Fehler.»

Marco Kränzlin bläst ins selbe Horn: «Fachkräfte aus dem Ausland zu importieren, ist keine nachhaltige Lösung. Wir müssen sie selbst ausbilden und Jobs attraktiver machen.» Georg Jodler schreibt: «Wenn wir eine Fachkraft aus dem Ausland holen, verschiebt sich der Fachkräftemangel einfach.»

«Mehr Kinder zu kriegen, ist schlichtweg nicht finanzierbar»

Auch für die tiefe Geburtenrate ist Zuwanderung für viele der falsche Lösungsansatz. Jürg Wüthrich kommentiert etwa: «Schweizer werden auch in Zukunft kaum Kinder haben. Ist ja kaum zu bezahlen. Kinder werden dann von anderen gestellt, welche wir mit unseren Systemen fürstlich belohnen.» Dani Meier fragt: «Wer kann sich heute in der Schweiz überhaupt noch Kinder leisten? Der Staat unterstützt lieber den Rest der Welt als seine eigenen Bürger.»

Gustav Vonderweide fügt an: «Mehr Kinder zu kriegen, ist schlichtweg nicht finanzierbar. Da ändert keine Zuwanderung etwas daran, denen geht es ja gleich wie uns.»

Hans Marti ist überzeugt: «Den Geburtenrückgang sollte man bei den Wurzeln anpacken. Familien fördern, Fixkosten senken und Wohnraum erschwinglich machen.» Marcel Schuler schliesst sich an: «Familienförderung ist für mich das Stichwort. Kinderkriegen sollte nicht am Budget scheitern.»

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