Darum gehts
- Sturmböen verhinderten Landung eines People’s-Airline-Flugs in Altenrhein SG am Sonntag
- Flugzeug landete nach Kreisen über Sitterdorf TG schliesslich sicher in Memmingen
- Ankunft in Altenrhein mit Bus um Mitternacht
So hatte sich André Schreyer (60) seine Rückkehr aus Wien nach einem Wochenendausflug nicht vorgestellt. Kurz bevor das Flugzeug der People’s Airline am Flughafen Altenrhein im Kanton St. Gallen am Sonntagabend landen sollte, musste der Pilot durchstarten. Schwere Winde machten eine Landung unmöglich.
Der bis dato entspannte Flug entwickelte sich zum Horrortrip. «Eine gewaltige Böe traf kurz danach das Flugzeug, worauf dieses absackte und arg durchgeschüttelt wurde», berichtet Schreyer. Unter den Reisenden brach Panik aus. «Viele der Passagiere schrien, einige hatten Todesangst, eine junge Frau rief: ‹Wir werden sterben!›», erinnert sich der Thurgauer am Montag schaudernd zurück.
«Immerhin sind wir lebend angekommen»
Nach dem Schock wurde der Rest der Reise zur Geduldsprobe. «Nach vielen und langen Warterunden wurde der Flug schlussendlich nach Memmingen umgeleitet, und die Passagiere wurden mit dem Bus nach Altenrhein gefahren», so Schreyer.
Auch in Memmingen sei nicht alles glattgelaufen. Es habe keinerlei Verpflegung für die Passagiere gegeben, zudem hätten sie rund eine Stunde auf den Bus in Richtung Schweiz warten müssen. Auch das Bodenpersonal sei erst recht spät aufgetaucht.
Die Ankunftszeit in Altenrhein letztendlich: 0 Uhr. Eigentlich war die Landung für 19 Uhr vorgesehen gewesen. «Aber immerhin sind wir lebend angekommen», ergänzt Schreyer.
CEO äussert sich zu Sturmböen-Vorfall
Was sagt die Fluglinie zu den Schilderungen des Leserreporters? Auf Blick-Anfrage nimmt Thomas Krutzler, Geschäftsführer von People’s Airline, Stellung zum Vorfall.
«Aufgrund von Sturmböen entschied unsere Crew, durchzustarten», teilt er mit. Anschliessend sei die Maschine eine Weile über Sitterdorf TG gekreist. Da der Flughafen Altenrhein um 21 Uhr schliesst, wich der Embraer-170-Jet nach Memmingen aus, wo er problemlos landen konnte.
Trotz Sturmhorror will André Schreyer weiterhin fliegen
«Die Sicherheit der Passagiere war zu keinem Zeitpunkt gefährdet», betont Krutzler. An Bord befanden sich 75 Passagiere und vier Crewmitglieder.
André Schreyers Fazit zum Erlebten: «Jetzt weiss ich, wie schnell die Welt aus den Fugen geraten kann.» Er will trotz der Reisestrapazen ein treuer People’s-Kunde bleiben. «Ich bin schon häufiger mit ihnen geflogen und werde das auch weiterhin tun.»
Die People’s Airline wurde 2010 gegründet und ist ein Tochterunternehmen des Flugplatzes St. Gallen-Altenrhein. Laut der Online-Datenbank planespotters.net verfügt die Firma mit dem Embraer-170-Jet über lediglich ein Flugzeug.