Darum gehts
- Breel Embolo durfte wegen ESTA-Problemen nicht in die USA einreisen
- Probleme durch Straftat von 2018, Einreise erneut geprüft
- Für 2026 verweigerten die USA bisher 44 Swiss-Passagieren die Einreise
Die Einreise in die USA bereitet Nati-Star Breel Embolo (29) Probleme. Weil seine ESTA-Reisegenehmigung wenige Stunden vor Abflug erneut geprüft wurde, konnte der Stürmer seine Reise an die WM nicht wie geplant am Dienstag antreten und muss abwarten.
Zum Verhängnis wurde ihm eine Straftat aus dem Jahr 2018, für die er in diesem Frühjahr rechtmässig verurteilt wurde.
Erwartet Nati-Fans das gleiche Schicksal?
Stellt sich also die Frage: Wenn nicht einmal die Fussball-Nati geschlossen an die Weltmeisterschaft in den USA einreisen kann – wie sieht die Situation dann für die Schweizer Fussballfans aus, die für das Turnier über den grossen Teich fliegen wollen? Könnten alte Jugendsünden ihre WM-Pläne durchkreuzen?
Allein in diesem Jahr wurde bereits 44 Swiss-Passagieren die Einreise in die USA verweigert – trotz gültiger Dokumente. Das teilt die Fluggesellschaft auf Blick-Anfrage mit. In den vergangenen zwei Jahren wurde die Einreise jährlich rund 70 Swiss-Passagieren verweigert, wovon jeweils rund 10 Personen einen Schweizer Pass hatten.
Diese Zahlen seien im Verhältnis zur Gesamtzahl der USA-Reisenden allerdings extrem klein, ordnet Swiss-Sprecher Remo Müller ein. Er betont: «Die endgültige Entscheidung über die Einreise trifft immer die US-Grenzbehörde vor Ort.»
Werde einem Passagier Einreise verweigert, würden die US-Behörden individuell über das weitere Vorgehen entscheiden. «Zum Beispiel, ob jemand direkt zurückfliegen muss oder vor Ort noch befragt wird», so Müller. Die Rückführung liege bei der Airline, die die Person in die USA geflogen habe.
Drei Schweizer an US-Flughäfen festgehalten
Im schlimmsten Fall droht den abgewiesenen Personen ein Aufenthalt im Ausschaffungsknast. Vergangenes Jahr erregten Fälle von mehreren Europäern und einer Kanadierin mediale Aufmerksamkeit, die bei der Einreise in die USA teils wochenlang inhaftiert worden sind. Die Kanadierin beschrieb ihre Haft später als traumatisch – vergleichbar mit einer Entführung.
In jüngerer Zeit traf dieses Schicksal auch drei Schweizer Staatsangehörige, wie das EDA mitteilt. «Sie wurden jeweils bis zum nächsten verfügbaren Flug in die Schweiz festgehalten», sagt EDA-Sprecher Jonas Montani.
Das EDA rät USA-Reisenden deshalb, sich frühzeitig bei der Botschaft der Vereinigten Staaten in Bern über die genauen Bestimmungen zu informieren.
No-Gos beim ESTA-Antrag
Grundsätzlich können Schweizer Staatsangehörige mit der elektronischen Reisegenehmigung (ESTA) für maximal 90 Tage für touristische oder geschäftliche Zwecke in die USA einreisen. Eine bewilligte ESTA-Genehmigung ist zwei Jahre lang gültig.
Ein fehlerhaft ausgefüllter Antrag oder Straftaten können eine ESTA-Einreise verzögern oder gar verhindern. Insbesondere schwerwiegende Delikte, wie eine schwere Körperverletzung, führen zur direkten Ablehnung des Antrags. In solchen Fällen muss ein reguläres Visum beantragt werden. Dazu kommt: Ein bereits zuvor bewilligtes ESTA wird durch eine schwerwiegende Verurteilung ungültig. Reist man trotzdem mit diesem ESTA, droht eine lebenslange Sperre für Reisen in die USA.
Bei leichten Vergehen muss grundsätzlich kein neues ESTA beantragt werden. Dazu zählen beispielsweise Urteile, die zu Geldstrafen geführt haben. Risiken bestehen trotzdem: Taucht die Verurteilung auf einer neuerlichen US-Reise beim Check im System auf, kann dies ebenfalls zu einer Verzögerung oder Ablehnung der ESTA führen.
ICE-Polizisten an US-Flughäfen
Die wohl grösste Hürde liegt für Schweizer Fussballfans also an den US-Flughäfen. Dort könnten sie es mit den härtesten US-Beamten zu tun bekommen. Seit März sorgen an mindestens zwölf amerikanischen Flughäfen – besonders an Touristen-Hotspots – die berüchtigten ICE-Polizisten für Sicherheit.
Um erfolgreich an den Migrationsjägern vorbeizukommen, hat Blick drei Tipps zusammengefasst.