Darum gehts
Eben noch verbreiteten Donald Trumps (79) vermummte ICE-Agenten in Minneapolis und anderen US-Städten Angst und Schrecken. Seit Montag haben die bewaffneten Migrantenjäger eine neue Aufgabe: Sie sollen an amerikanischen Flughäfen für Sicherheit sorgen.
Die berüchtigten ICE-Polizisten schieben an mindestens zwölf amerikanischen Flughäfen Schicht, darunter an Touristen-Hotspots wie dem JFK International Airport in New York City und an Chicagos O’Hare-Flughafen. Doch keine Sorge: Blick hat drei Tipps, mit denen du trotz ICE stressfrei in die Vereinigten Staaten kommst.
Hinter der Entsendung der ICE-Agenten, die Anfang Jahr mit der Erschiessung von zwei amerikanischen Staatsbürgern in Minneapolis und der brutalen Verhaftung Tausender Migranten auf offener Strasse für landesweite Massenproteste sorgten, steckt ein gefährlicher Engpass im Sicherheitsapparat der USA.
Die Transportsicherheitsbehörde TSA, deren rund 65'000 Angestellte alle Flugpassagiere an Amerikas 450 Flughäfen kontrollieren, erhält seit 38 Tagen kein Geld mehr. Die TSA gehört zum Amt für Innere Sicherheit. Und dessen Budget wird von den US-Demokraten blockiert, solange das Amt keine weitgreifenden Veränderungen bei der Migrationspolizei ICE vornimmt. Die Demokraten verlangen: keine Vermummung mehr, keine willkürlichen Verhaftungen, kein Racial-Profiling.
Warteschlangen bis auf den Parkplatz
Seit mehr als einem Monat also müssten die Flugsicherheits-Mitarbeitenden ohne Lohn arbeiten. Gut 400 haben den Job hingeschmissen, Tausende bleiben der Arbeit fern. Am New Yorker JFK-Flughafen haben sich am Freitag 29 Prozent der TSA-Mitarbeitenden krankgemeldet, am regionalen Hobby Airport in Houston waren es gar 52 Prozent.
Während der amerikanische Reiseverband, der für die US-Tourismusbranche lobbyiert, davor warnt, dass die Sicherheit der Reisenden in Amerika «in Gefahr» sei, verschiebt Trump also schlicht seine Migrationspolizisten von den Innenstädten an die Flughäfen. Ob sie da auch die Röntgenapparate bedienen und das Gepäck durchsuchen oder doch nur für geordnete Verhältnisse an den langen Warteschlangen sorgen, bleibt unklar.
Klar ist: An Amerikas Flughäfen herrscht wenige Monate vor der Fussball-WM und den grossen Festivitäten zum 250. Geburtstag der USA Chaos. Stundenlanges Warten, Schlangen bis hinaus auf die Parkplätze, Tausende verpasste Flüge. Dass ausgerechnet die umstrittenen ICE-Agenten für Entspannung sorgen sollen, mag wie ein schlechter Witz klingen.
3 Tipps für US-Reisende
Reist du bald in die USA? Dann keine Sorge – mit diesen drei Tipps klappt die Reise trotz Warteschlangen und ICE-Agenten am Gate:
Nutze die MPC-App!
Die offizielle App der US-Zollbehörde heisst «Mobile Passport Control»: gratis Download, kostenfreie Nutzung. Mit der App kann man all seine Daten und Zollangaben bereits vor der Ankunft in den USA einreichen und absegnen lassen. Einfach Profil erstellen, biometrische Daten hinterlegen (Pass), Flugdaten eingeben: Dann öffnet sich exakt vier Stunden vor Ankunft in den USA ein Zeitfenster, in das man seine Reise- und Zollinformationen (normalerweise «nichts zu deklarieren») eintragen kann. Am Ankunftsflughafen in den USA gibt es extra MPC-Schlangen. Deutlich kürzeres Anstehen, bequem den Pass zeigen, schon ist man drin.
Fliege von Europa direkt an dein Ziel!
Durch die erhöhten Wartezeiten bei der US-Einreise empfiehlt es sich, aus Europa direkt an den Zielort in Amerika zu fliegen. Willst du beispielsweise nach Minneapolis/St. Paul, findest aber keinen Direktflug aus der Schweiz: Dann flieg zuerst nach Amsterdam und von da aus direkt in die «Twin Cities». So verpasst du keine Inland-Anschlussflüge wegen der langen Wartezeiten bei der US-Einreise.
Vergiss die ESTA-Deadline nicht!
Für die meisten Schweizer Staatsbürger (und fast alle anderen europäischen Bürger) gilt: Visafreie Einreise in die USA ist möglich, wenn man mindestens 72 Stunden vor Abreise online einen sogenannten ESTA-Visa-Waiver beantragt. Damit kann man sich 90 Tage lang legal in den USA aufhalten – ohne Touristenvisum. Wichtig: Beantrage dein ESTA direkt über die offizielle Website und nicht über einen der teils dubiosen privaten Anbieter.