Darum gehts
- Zwei Wochen Gluthitze in der Schweiz enden am Sonntag mit Gewittern
- In Basel wurden höhere Temperaturen als in Dubai gemessen
- Asphalt wölbte sich wellenförmig während Rekordhitze
Zwei Wochen hatte die Gluthitze die Schweiz fest im Griff. Wir haben geschwitzt, einige schliefen schlecht, und die Rekordtemperaturen wurden zum Gesprächsthema Nummer eins. Am Sonntag steigt das grosse Hitzefinale, bevor die Temperaturen zum Wochenstart sinken. Bevor die Gewitter kommen, schauen wir zurück. Die Hitzewelle hat in den vergangenen 14 Tagen nämlich nicht nur für Rekorde gesorgt, sondern auch für ein paar ziemlich kuriose Szenen. Das waren die erstaunlichsten Momente.
Asphalt wölbt sich plötzlich wellenförmig
So mancher Passant dürfte gestaunt haben: Mitten in Zürich wölbte sich am Donnerstag das Kopfsteinpflaster am Rennweg plötzlich wellenförmig. Die Hitze hat den Stein wortwörtlich in die Höhe gejagt. «Die Polizei ist vor Ort», schilderte ein Leser gegenüber Blick die kuriose Situation. Die Beobachtung ist erstaunlich und kommt nicht alle Tage vor. Durch die Hitze hat sich der Stein ausgedehnt, und es bildete sich ein Riss.
Gegenüber Blue News hiess es von der Stadt: «Der Boden beziehungsweise die Pflastersteine haben sich im Lauf des Tages so stark ausgedehnt, dass schliesslich ein Riss entstanden ist und sich der Boden erhoben hat.» Das Ganze sei der Hitze zuzuschreiben. In den Sommerferien wolle man das Problem beheben.
Doch nicht nur der Pflastersteinweg litt, auch auf den Autobahnen riss die Hitze die Fahrbahnen auf. Zuletzt passiert am Freitag auf der A3 bei Quarten SG. Die Überholspur bleibt bis Sonntagmittag gesperrt.
Basel heisser als Dubai
Ja, es ist wirklich so. Am Samstag herrschten in Teilen der Schweiz tatsächlich höhere Temperaturen als in der Wüsten-Stadt, die für Extremhitze im Sommer bekannt ist. Während das Thermometer in Dubai auf maximal 37 Grad kletterte, erreichte es in Basel 39 Grad. Auch in anderen Schweizer Orten war es deutlich wärmer als in der Emiraten-Metropole. In Deutschland und Frankreich knackte das Thermometer gar die 41-Grad-Marke. Im Bundesland Sachsen-Anhalt wurden 41,5 Grad gemessen.
Kühlregale geben Geist auf
Ein Blick-Leser wollte am Samstag in Egerkingen SO einen Einkauf in der dortigen Migros tätigen, als er plötzlich stutzte. «Grosse Teile der Kühlregale waren komplett leer», schreibt der Solothurner. Auf Anfrage erklärte die Migros-Genossenschaft Aare, zu der die Filiale im Gäupark gehört: «Seit Freitagnachmittag kommt es temporär zu Einschränkungen bei Kühlprodukten. Grund dafür ist die aktuell sehr hohe Aussentemperatur.» Konkret: Weil die Abluftkühlung nicht mehr richtig funktioniert, sind die Kühlanlagen nicht mehr leistungsfähig. Deshalb mussten die Angestellten rund die Hälfte der Anlagen abstellen.
Verwirrung um Schulbesuch
Kurios auch, was am Mittwoch bekannt wurde: Die Stadtschulen Sursee LU reagierten auf die anhaltende Hitzewelle mit einem teilweisen Unterrichtsausfall. Am Donnerstag und Freitag fanden keine regulären Lektionen statt.
Nur: Der Kanton wusste davon nichts. Er erfuhr über eine Anfrage der «Luzerner Zeitung» von der Massnahme. «Der Kanton Luzern kennt kein ‹Hitzefrei›, womit es den Gemeinden nicht zusteht, Lektionen ausfallen zu lassen», sagte Dienststellenchefin Martina Krieg dem Blatt. Bis heute habe der Kanton keine entsprechende Weisung oder Richtlinien erlassen.
Blick-Reporter sucht verzweifelt nach Nullgradgrenze
Blick-Reporter Martin Meul suchte in den Walliser Bergen nach Abkühlung, doch selbst auf dem Gipfel des 4027 Meter hohen Allalinhorns zeigte das Thermometer 8 Grad an. Trotz der Höhe und der frühen Stunde liess es sich locker im T-Shirt aushalten. «Selbst auf über 4000 Metern ist es heiss», so Meul. Die Nullgradgrenze lag am Samstag übrigens bei rekordverdächtigen 4600 Metern.
Thermometer schmilzt
Blick-Redaktorin Darya Vasylyeva war am Wochenende am Open Air St. Gallen unterwegs. In einem schwarzen Zelt durfte sie die Innentemperatur messen. Das Display zeigte 50 Grad an. Doch der krasse Wert blieb nicht das einzige Erstaunliche. Es war so heiss, dass sogar unser Thermometer schmolz!