Darum gehts
- Am Siebenschläfertag klettern Temperaturen in der Schweiz auf 34 bis 39 Grad
- Bauernregel deutet auf sieben Wochen Hitze, Mythos aber wissenschaftlich ungenau
- Regel trifft laut Studien zu 60–70 % zu, Klimawandel könnte Einfluss haben
Auch der elfte Tag der Hitzewelle treibt der Schweiz die Schweissperlen auf die Stirn: Erneut klettern die Temperaturen verbreitet auf Rekordwerte von 34 bis 39 Grad. Und das genau am Siebenschläfertag! Nach einer alten Bauernregel wäre das ein Warnsignal: «Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.» Drohen uns also jetzt sieben Wochen Dauerhitze?
Ganz so einfach ist es nicht. Zwar würde die Wetterlage am heutigen Siebenschläfertag gemäss der Regel auf einen sehr heissen Sommer hindeuten. Doch der Mythos hat einen Haken. «Der Siebenschläfertag bezieht sich eigentlich gar nicht auf den 27. Juni», erklärt Meteorologe Roger Perret von Meteo News. Bis ins 16. Jahrhundert wurde der Tag nämlich am 8. Juli begangen. Erst die Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1582 verschob das Datum um elf Tage. Der ursprüngliche Siebenschläfertag fällt somit auf Anfang Juli.
Klimawandel könnte Trefferquote erhöhen
Entscheidend sei deshalb nicht ein einzelner Tag, sondern die Wetterlage rund um den Monatswechsel und besonders in der ersten Juliwoche. In dieser Phase können sich Grosswetterlagen häufig länger halten und den Charakter der folgenden Wochen bestimmen. «Statistische Untersuchungen zeigen, dass die Regel in der Schweiz immerhin in etwa 60 bis 70 Prozent der Fälle zutrifft», sagt Perret. Durch den Klimawandel könnte diese Trefferquote sogar noch zugenommen haben, weil stabile Wetterlagen häufiger auftreten.
Was bedeutet das nun für den Sommer 2026? Die Aussichten für die kommende Woche zeigen: Es bleibt zwar sommerlich und überdurchschnittlich warm, im Norden wird es aber voraussichtlich nicht mehr extrem heiss. Zudem können vor allem in der ersten Wochenhälfte Schauer und Gewitter auftreten.
Auch der August könnte zu warm werden
Das würde eher auf einen warmen, aber zeitweise wechselhaften Sommer hindeuten. Bereits die Langfristmodelle hatten laut des Wetterdienstes darauf hingedeutet, dass der Sommer 2026 in der Schweiz erneut zu warm ausfallen dürfte. Besonders der August stand dabei im Verdacht, deutlich zu warm und zu trocken zu werden.
Übrigens: Mit dem gleichnamigen Nagetier hat der Siebenschläfertag nichts zu tun. Der Name geht auf eine alte Legende zurück. Sie erzählt von sieben jungen Christen, die im dritten Jahrhundert in einer Höhle bei Ephesus eingemauert worden sein sollen und dort angeblich mehrere hundert Jahre schliefen, bevor sie wiederentdeckt wurden.