Darum gehts
- Berta Caminada kämpft für Bargeld in Postautos und öffentlichen Einrichtungen
- SVP ehrt sie mit Prix Résistance in Bonaduz für ihren Einsatz
- Seit 2024 jährlich vergeben: Preis ist handgeschnitzte Eringerkuh
Die Entschlossenheit von Berta Caminada (78) hat in der SVP-Zentrale Eindruck gemacht. Die Bündner Rentnerin sorgt mit ihrem Kampf für Bargeld im öffentlichen Leben für Schlagzeilen. Mit einer kantonalen Initiative fordert sie, dass in Postautos, Parkhäusern oder öffentlichen Einrichtungen weiterhin mit Münz bezahlt werden kann.
Der Stein des Anstosses: Im Postauto können Fahrgäste ihr Billett nicht mehr direkt beim Chauffeur mit Bargeld lösen. Für die Initianten um Rentner-Rebellin Caminada ist das eine «krasse Diskriminierung» jener, die kein digitales Zahlungsmittel nutzen können oder wollen.
Die sogenannte «Anti-Diskriminierungs-Initiative» wurde erst lanciert, nachdem die Bündner Regierung und die Postauto AG eine Online-Petition mit über 8000 Unterschriften «unmissverständlich negativ» beantwortet hatten.
Dieser Kampfeswille gefällt der SVP-Spitze. Am Dienstag sind Parteipräsident Marcel Dettling (45), Vorstandsmitglied Sandra Sollberger (52) und Nationalrat Roman Hug (45) extra zu Caminada ins bündnerische Bonaduz gereist, um die Rentnerin mit ihrem Prix Résistance auszuzeichnen.
«Genau für mutige Frauen wie Berta Caminada wurde der Prix Résistance geschaffen», lässt sich SVP-Chef Dettling zitieren. «Sie wehrt sich mit demokratischen Mitteln gegen das arrogante Vorgehen der Behörden. Diesen Widerstandsgeist braucht es. Das macht unsere Schweizer Demokratie aus. Wir lassen uns nicht bevormunden und einschüchtern.»
«Gegen links-grüne Bevormundungs- und Verbotspolitik»
Das französische Wort Résistance bedeute nicht nur Widerstand, sondern auch Beständigkeit. Dafür stehe auch die Politik der SVP, erklärt die Partei selber: «Wir wehren uns für die Freiheit der Schweizer Bevölkerung und leisten Widerstand gegen die links-grüne Bevormundungs- und Verbotspolitik.»
Allerdings: In der fünfköpfigen Bündner Kantonsregierung sitzt gerade mal ein SP-Mitglied, neben einem FDP- und drei Mitte-Vertretern.
«Dieser Ehrenpreis der SVP Schweiz soll möglichst viele Menschen in der Schweiz motivieren, ebenfalls politischen Widerstand zu leisten und sich gegen staatliche Übergriffe, Bevormundung oder die Einschränkung der Freiheit zu wehren», so Sollberger. «Berta Caminada ist ein Vorbild für uns alle. Sie kämpft mit 78 Jahren für unsere demokratischen Rechte.»
Seit 2024 vergibt die SVP jährlich ihren Ehrenpreis an Menschen, die sich im Sinne der Volkspartei wehren – bisher gegen muslimische Gräber auf einem öffentlichen Friedhof in Weinfelden TG oder gegen die Umwandlung einer Turnhalle in eine Asylunterkunft im luzernischen Mosen.
Der Prix Résistance ist ein Wanderpreis in Form einer handgeschnitzten Eringerkuh. Diese stehe für Kampfgeist, Robustheit und Widerstand, unterstreicht die SVP.