Darum gehts
- SVP-Nationalrätin Monika Rüegger sammelt Schulmaterial für Afrika
- Damit werden Schulen in Togo und Burkina Faso ausgerüstet
- Ein Schiffscontainer steht parat, der gefüllt werden soll
Rund 11 Milliarden Franken lässt sich der Bund die internationale Zusammenarbeit in den Jahren 2025 bis 2028 maximal kosten. Allein für dieses Jahr sind 2,5 Milliarden für die Entwicklungshilfe budgetiert.
Eine, die ein kritisches Auge auf diese Ausgaben hat, ist SVP-Nationalrätin Monika Rüegger (58). «Manchmal gibt es schon skurrile Projekte», sagt die Obwaldnerin zu Blick. Etwa wenn es darum geht, georgische Journalisten in gendergerechter Sprache zu schulen. Deshalb hinterfragt sie in Vorstössen auch die Kosten, fordert im Parlament Budgetkürzungen oder eine Verknüpfung von Entwicklungshilfe mit der Migrationsfrage.
Wer nun denkt, Rüegger halte grundsätzlich nichts von Entwicklungshilfe, liegt falsch. «Wir müssen den betroffenen Ländern nachhaltig und effizient helfen», macht sie klar. «Das heisst für mich: Es braucht Hilfe vor Ort – unkompliziert, kontrollierbar und wirksam – als Hilfe zur Selbständigkeit, damit sie aus ihrer Abhängigkeit herauskommen.»
«Bildung, Bildung und nochmals Bildung»
Besonders am Herzen liegt ihr dabei ein ehrenamtliches Hilfswerk in Ob- und Nidwalden, das 2001 von einer in der Schweiz lebenden Ghanaerin gegründet wurde. Der Verein Hison begleitet Menschen in Ghana, Togo und Burkina Faso und richtet seinen Fokus auf den Schulbereich. «Bildung, Bildung und nochmals Bildung – das ist die wichtigste Hilfe, die wir leisten können», ist Rüegger überzeugt. «Sie ist der entscheidende Schlüssel, damit sich die Menschen selber helfen können.»
In Burkina Faso und Togo wurden mittlerweile sieben Schulhäuser gebaut, in welchen derzeit rund 1400 Kinder unterrichtet werden. Zwei weitere Unterrichtsstätten sind im Bau. Hinzu kommen über 100 persönliche Patenschaften für Kinder in Ghana und Benin. «Alles durch private Geldspenden», betont die SVP-Frau.
Vom Kindergartentäschli bis zu Fussballschuhen
«Für die Schulen brauchen wir immer wieder Schulmaterial und private finanzielle Unterstützung, die wir in der Schweiz sammeln», erzählt Rüegger. Von Schulen erhält der Verein ausrangierte Pulte, Stühle oder Wandtafeln. Doch auch bei Privaten wird gesammelt. «Wir brauchen Schultheks, Mappen, Kindergartentäschli, Etuis, Hefte, Schreibmaterial – aber auch Fussballschuhe und Fussbälle für den Pausenplatz oder Velos für den Schulweg.»
Anschauungsmaterial für die Lehrerschaft wie etwa ein Globus oder ein Schulskelett sei ebenfalls gefragt. Und vielleicht habe der eine oder andere Verein Trikots, die nicht mehr gebraucht würden. «In unseren Schulen sind solche Trikots begehrt», sagt sie. «Wer Ende Schuljahr seinen Thek nicht mehr braucht und Schulmaterial übrig hat: Schickt es uns! Das bei uns Ausgediente wird in Afrika wieder gebraucht.»
Schiffscontainer steht parat
300 bis 400 Schulrucksäcke kamen beim letzten Mal zusammen, vollgestopft mit jeglichen Schulutensilien. Damit werden jeweils die Lücken zwischen dem Mobiliar gefüllt, das in einem grossen Schiffscontainer nach Afrika verfrachtet wird.
Rüegger hat letzten Februar selbst – auf eigene Kosten – verschiedene Schulen von Hison in Togo besucht, um sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. «Die Kinder stammen aus ärmsten Familien oder von der Strasse, sodass sie sich Schulmaterial selber kaum leisten können – hier springen wir ein», sagt sie. Und macht klar: «Mit Bildung ermöglichen wir den Menschen eine Zukunft vor Ort.»
Brauchbares Schulmaterial kann bis 10. Juli 2026 an folgende Adresse geschickt werden: Hison, Riedenmatt 4, 6370 Stans. Infos unter www.hison.ch.