Darum gehts
- Brennerautobahn in Österreich am 30. Mai von 11 bis 19 Uhr gesperrt
- Über 30'000 Autofahrer betroffen, Schweiz könnte zusätzliche Staus erleben
- Astra empfiehlt Reisenden, genügend Zeit einzuplanen
Achtung, Staugefahr! Im Hinblick auf die bevorstehenden Feiertage rechnet das Bundesamt für Strassen (Astra) einmal mehr mit einem hohen Verkehrsaufkommen. Besonders die verlängerten Wochenenden über Auffahrt (14.–17. Mai), Pfingsten (22.–25. Mai) und Fronleichnam (4.–7. Juni) sind demnach staugefährdet.
Doch dieses Jahr könnte ein weiteres Stauwochenende dazukommen: Am 30. Mai wird in Österreich nämlich die Brennerautobahn von 11 bis 19 Uhr vollständig gesperrt. Wegen einer Protestveranstaltung von Anwohnerinnen und Anwohnern gegen die immense Verkehrsbelastung.
«Wegen einer Demonstration auf der Brennerautobahn droht der wichtigsten Verkehrsverbindung von Deutschland nach Italien die vollständige Blockade», warnt der deutsche Automobilclub ADAC seine Mitglieder.
Über 30'000 Autofahrer betroffen
Der Brenner ist mit rund 14 Millionen Fahrzeugen pro Jahr die bedeutendste Nord-Süd-Verbindung durch die Alpen. Rund 30'000 Autofahrer dürften am fraglichen Samstag von der Blockade betroffen sein. Darunter auch viele deutsche Reisende, sind in manchen Bundesländern doch Pfingstferien. Die Tiroler Behörden warnen denn auch vor einem Verkehrschaos und empfehlen, Tirol weiträumig zu umfahren.
«Eine grossräumige Umfahrung ist je nach Herkunftsregion in Deutschland über Gotthard, San Bernardino oder die Tauernautobahn möglich, allerdings sind diese Routen ebenfalls alle sehr staugefährdet», so der ADAC. Gut möglich also, dass die Schweiz die Auswirkungen der Brenner-Blockade zu spüren bekommt und mit zusätzlichen Staustunden rechnen muss.
TCS: Sperre bei Reiseplanung beachten
«Wer seine Rückreise am Wochenende nach Pfingsten plant, sollte diese Sperrung bei der Planung beachten», sagt TCS-Sprecherin Vanessa Flack zu Blick. Auch wenn eine genaue Prognose schwierig sei, könne die Umfahrungsempfehlung Auswirkungen auf die San-Bernardino- oder Gotthard-Route haben. «Wir empfehlen deshalb, diese Strecken schon am Freitagabend oder Samstagmorgen in Angriff zu nehmen oder erst in den späteren Abendstunden des Samstags, wenn auch die Brennerstrecke wieder geöffnet ist.»
Beim Bund behält man die Situation im Auge, um bei Bedarf reagieren zu können. «Wir stehen in engem Austausch mit den Partnerbehörden im In- und Ausland, insbesondere in Österreich, Deutschland und Italien», sagt Astra-Sprecher Thomas Rohrbach. «In die Prognosen fliessen auch Ereignisse und Einschränkungen auf wichtigen Transitachsen sowie Ferienbeginne in den Nachbarländern ein.» So werde auch die Brenner-Blockade entsprechend in die laufenden Beurteilungen für Massnahmen einbezogen.
Gotthardpass öffnet am Freitag
«Aufgrund der Sperrung rechnen wir aber nicht mit einer markant höheren Gesamtbelastung auf der A2 oder der A13», sagt Rohrbach. «Sollte es dennoch zu Staus oder stockendem Verkehr kommen, wird auf den Achsen auf die bewährten Massnahmen zurückgegriffen, wie sie etwa an Ostern oder während der Frühlingsferien angewendet werden.»
Fürs Verkehrsmanagement stehen dem Astra verschiedene Optionen zur Verfügung: Von der Sperre der Einfahrt bei Göschenen bis hin zur Senkung der Tempolimits. Just rechtzeitig vor dem Feiertagsansturm ist ab kommendem Freitag ab 11 Uhr auch der Gotthardpass wieder für den Verkehr geöffnet – aufgrund geringerer Schneemengen früher als sonst.
Auch Rohrbach hat für die Autofahrer einen Tipp parat: «Reisenden wird empfohlen, die Verkehrslage vor der Abfahrt zu prüfen und genügend Zeit einzuplanen.»