Showdown in der Waadt
Parteivorstand wendet sich von Dittli ab

Sie steht alleine da: Der kantonale Vorstand der Mitte Waadt distanziert sich von der eigenen Staatsrätin Valérie Dittli. Wie schon zuvor der Präsidialausschuss spricht er sich gegen Dittlis Kandidatur für eine weitere Amtszeit aus.
Kommentieren
1/5
Sie steht alleine da: Der kantonale Vorstand der Mitte Waadt distanziert sich von der eigenen Staatsrätin Valérie Dittli.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Mitte Waadt kritisiert Staatsrätin Valérie Dittli wegen eigenmächtiger Kandidatur-Ankündigung
  • Der Parteivorstand spricht sich mit 14 zu 6 Stimmen gegen Dittli aus
  • Delegiertenversammlung entscheidet am 2. September über Dittlis politische Zukunft
Blickgruppe_Portrait_287.JPG
Daniel BallmerRedaktor Politik

Das Tischtuch scheint endgültig zerschnitten zu sein. Der kantonale Vorstand der Mitte Waadt zeigt sich von der eigenen Staatsrätin Valérie Dittli (33) «tief enttäuscht». Kritisiert wird gerade, dass die Regierungsrätin ohne jede Absprache mit der Partei ihre erneute Kandidatur angekündigt habe.

Bemängelt wurden die mangelnde Koordination mit dem Parteipräsidium und die Nichteinhaltung gesetzter Fristen. Die Ankündigung einer bereits beschlossenen Kandidatur – mit oder ohne Unterstützung der Delegiertenversammlung – zeuge von einer «offenkundigen Geringschätzung» für die Partei und ihre Mitglieder.

Parteibasis hat das letzte Wort

Wie zuvor bereits der Präsidialausschuss sprach sich am Donnerstagabend auch der Parteivorstand gegen eine weitere Amtszeit der Staatsrätin aus. Mit 14 zu 6 Stimmen bei zwei Enthaltungen empfahl er der Delegiertenversammlung, ihre Kandidatur nicht zu unterstützen. Die Parteileitung bekräftige damit «ihren Willen, ein neues Kapitel aufzuschlagen». Das Kapitel Dittli soll geschlossen werden.

Das letzte Wort hat die Parteibasis. Die Delegiertenversammlung wird am 2. September stattfinden. Die Parteileitung kündigte bereits an, dass Dittli keine Gegenkandidatur gegenüberstehen werde.

Finanzdepartement entzogen

Dittli steht schon länger in der Kritik. Gegner werfen der jungen Staatsrätin schwere Managementfehler vor. Die Regierung entzog ihr das Finanzdepartement, weil sie unrechtmässig Einsicht in Steuerakten reicher Steuerzahler verlangte. Seither ist sie nur noch für die Bereiche Landwirtschaft und Digitalisierung zuständig. Das Verhältnis zu ihren Kollegen im Staatsrat ist zerrüttet.

Diese Querelen haben die Mitte-Partei in ein Dilemma geführt. Sie verfügt über keine Hausmacht im Kantonsparlament und war für Dittlis Wahl auf ein Bündnis mit der FDP und der SVP angewiesen. Die anderen bürgerlichen Parteien schliessen eine erneute Unterstützung aber aus.

Dittli soll ihrerseits damit gedroht haben, die Partei zu verlassen und unabhängig zu kandidieren. «Die Mitte ist meine Familie», betonte Dittli in einem Interview mit «Le Matin Dimanche». Eine Kandidatur als Unabhängige schloss sie dennoch nicht aus.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen