Mitte-Dilemma in der Waadt
Valérie Dittli will erneut als Staatsrätin antreten

Die umstrittene Staatsrätin Valérie Dittli sorgt weiter für Schlagzeilen: Trotz Kritik aus der eigenen Partei will sie 2027 erneut kandidieren. Ein riskanter Schritt, der die Mitte den Regierungssitz kosten könnte.
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«Ich trete an, um zu gewinnen», erklärte Valérie Dittli gegenüber «Le Matin Dimanche».
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

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  • Valérie Dittli will 2027 erneut kandidieren, trotz Kritik und Skandalen
  • Dittli wurde das Finanzdepartement bereits entzogen
  • Mitte-Partei droht ohne Unterstützung von FDP und SVP ihren Regierungssitz zu verlieren
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Gabriel KnupferRedaktor News

Seit über einem Jahr steht Valérie Dittli (33) in der Kritik. Zuletzt distanzierten sich auch Politiker der eigenen Mitte-Partei von der Waadtländer Staatsrätin. Doch trotzdem will die umstrittene Politikerin nächstes Jahr erneut zur Wahl antreten, wie sie gegenüber «Le Matin Dimanche» bestätigte.

«Ich trete an, um zu gewinnen», erklärte sie im Interview mit der Zeitung. «Ich stelle mich meiner Partei zur Verfügung. Und ich habe vor, sie am 2. September zu überzeugen», so Dittli.

Finanzdepartement entzogen

Kritiker werfen der jungen Staatsrätin schwere Managementfehler vor. Die Regierung entzog ihr das Finanzdepartement, weil sie unrechtmässig Einsicht in Steuerakten reicher Steuerzahler verlangte. Seither ist sie nur noch für die Bereiche Landwirtschaft und Digitalisierung zuständig. Das Verhältnis zu ihren Kollegen im Staatsrat ist zerrüttet.

Die Mitte-Partei ist in einem Dilemma. Sie verfügt über keine Hausmacht im Kantonsparlament und war für Dittlis Wahl auf ein Bündnis mit der FDP und der SVP angewiesen. Die anderen bürgerlichen Parteien schliessen eine erneute Unterstützung aber aus.

Dittli soll ihrerseits damit gedroht haben, die Partei zu verlassen und unabhängig zu kandidieren. «Die Mitte ist meine Familie», betonte Dittli nun im Interview mit «Le Matin Dimanche». Eine Kandidatur als Unabhängige schloss sie dennoch nicht aus. Damit würde sie den Mitte-Sitz in der Waadtländer Regierung gefährden.

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