Dolchstoss der eigenen Partei?
Mitte plant bereits ohne Dittli

Während Valérie Dittli auf juristischer Ebene zum Gegenangriff übergeht, hüllt sich ihre eigene Partei in Schweigen. Nach Blick-Informationen bereitet die Parteiführung der Mitte-Waadt aber das Jahr 2027 bereits ohne ihre Regierungsrätin vor.
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Unseren Quellen zufolge soll Valérie Dittli die Unterstützung von Giancarlo Sergi, dem Präsidenten des Centre Vaud, verloren haben.
Foto: Keystone-ATS

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Staatsrat Waadt lehnt Dittlis Gutachten ab, Bericht bleibt bestehen
  • Parteiführung von Centre Vaud erwägt Kandidatur ohne Dittli für 2027
  • Parteivorsitzender Sergi könnte strategisch für Staatsrat kandidieren, Entscheidung offen
Antoine Hürlimann

In der Waadt spitzt sich die Situation um Valérie Dittli (33) zu. Die zunehmend isolierte Regierungsrätin kontert zwar einen kritischen Untersuchungsbericht mit einem eigenen Rechtsgutachten. Doch in diesem Trubel fällt das Schweigen ihrer eigenen Partei auf. 

Seit Tagen äussert sich die Führung der Waadtländer Mitte kaum noch zu Dittlis Zukunft. Zum Gutachten gab es nur eine zurückhaltende Stellungnahme. Viele Worte, wenig Inhalt. Es wirkt, als distanziere sich die Partei von Dittli, ohne es öffentlich auszusprechen.

Der Geruch von Blut weckt die Haie

Nach Blick-Informationen, die von mehreren internen Quellen bestätigt wurden, soll ein Teil des Präsidialausschusses die Strategie für die kantonalen Wahlen 2027 verfeinern. Dass Dittli erneut kandidiert, wird offenbar nicht mehr bevorzugt.

Die Parteiführung favorisiert ein breites Zentrumsbündnis mit der GLP und EVP, um im Grossen Rat wieder Einfluss zu gewinnen. Mit anderen Worten: Schluss mit der Waadtländer Allianz mit der FDP und der SVP, die Dittli die Wahl in die Regierung ermöglicht hatte.

Die Überlegungen beruhen demnach weniger auf den persönlichen Qualitäten Dittlis als auf wahltaktischem Kalkül. Es gelte einen Mitte-Block wiederaufzubauen.

Ein sehr ehrgeiziger Präsident?

Intern kursieren bereits Spekulationen über die Zeit nach Dittli: Demnach könnte Parteipräsident Giancarlo Sergi für den Regierungsrat kandidieren. Er könnte so Aufmerksamkeit bekommen, um in den Grossen Rat und langfristig in den Nationalrat gewählt zu werden.

Dieses Szenario stösst im Parteiumfeld jedoch bei weitem nicht auf einhellige Zustimmung. Mehrere Quellen äussern sich kritisch gegenüber dem neuen Präsidenten. Sergi pflege das Image eines «Krisenmanagers», habe dafür aber kaum Ergebnisse nachgewiesen. Dazu kommt die fehlende politische Erfahrung. «Man wird kein glaubwürdiger Kandidat für den Staatsrat, nur weil man seit einigen Monaten eine Partei leitet, die sich in einer Telefonzelle versammeln kann.» In der Waadt ist die Mitte äusserst klein.

Giancarlo Sergi verteidigt sich

Giancarlo Sergi sagt gegenüber Blick zum möglichen Ende der Allianz mit SVP und FDP: «Wir hatten mit Valérie Dittli einen Zeitplan vereinbart, sie hat bis zum 11. August Zeit, sich zu entscheiden.» Die Parteien der Mitte hätten sich schon getroffen. «Tatsächlich bietet sich eine gute Gelegenheit, wieder etwas mehr in die Mitte zu rücken.»

Aber: Der Präsidialausschuss kann nichts allein entscheiden. «Der Kantonalvorstand wird am 20. August tagen, und am 2. September werden wir unsere Schlussfolgerungen vor den Mitgliedern präsentieren. Ich kann Ihnen heute noch nicht alles sagen.» Diese Diskussion behalte er Valérie Dittli und den Mitgliedern vor. «Niemand ist persönlich gegen Valérie Dittli. Unser Ziel ist es, eine Fraktion im Grossen Rat zu haben, und dafür brauchen wir Bündnisse.»

Seine persönlichen Ambitionen seien differenzierter: «Natürlich interessiere ich mich für den Grossen Rat, aber nicht für den Nationalrat.» Er habe noch keine Strategie. Nun sei es wichtig, im September einen Konsens zu erzielen. Die Partei solle nicht durch interne Streitigkeiten zerrieben werden. «In diesem Zusammenhang wird bis zum 2. September niemand gegen Valérie Dittli antreten. Es liegt an ihr, uns mitzuteilen, ob sie weitermachen möchte oder nicht.»

Valérie Dittli war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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