Darum gehts
- KI-Gipfel 2027 in Genf zum Thema Sicherheit und Chancen geplant
- Bundesrat stellt 6 Millionen CHF bereit, Unternehmen sollen mitfinanzieren
- Ex-Cern-Chefin Fabiola Gianotti als Delegierte für Umsetzung ernannt
Es war ein diplomatischer Coup für die Schweiz: Der wichtigste internationale Gipfel zur künstlichen Intelligenz wird im Juni 2027 in Genf stattfinden. Es geht um Sicherheit und Chancen einer Schlüsseltechnologie, die fast alle Bereiche der Gesellschaft durchdringt. Und um Regeln dafür.
Allerdings will der Bundesrat nicht mit der grossen Kelle anrühren. Mit einem Budget von rund 6 Millionen Franken verzichtet der Bundesrat aus Kostengründen auf ein Treffen der Staats- und Regierungschefs, wie verschiedene Medien kürzlich berichteten. Zudem sollen Unternehmen einen Teil der Finanzierung übernehmen.
Bund hofft auf Langzeitwirkung
Am Mittwoch hat der Bundesrat die strategische Ausrichtung und Projektorganisation festgelegt, wie SVP-Kommunikationsminister Albert Rösti (59) vor den Medien ausführte. Der Gipfel bringe Regierungen, internationale Organisationen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen.
Im Zentrum sollen zwei strategische Stossrichtungen stehen: die Nutzung von KI als Treiber für Innovation, Wohlstand und gesellschaftlichen Fortschritt sowie die Voraussetzungen für eine vertrauenswürdige und verantwortungsvolle Entwicklung und Anwendung von KI.
Ziel sei es, konkrete Partnerschaften, Initiativen und gemeinsame Handlungsansätze zu entwickeln, die über den Gipfel hinauswirken, betont der Bundesrat.
Für den Gipfel hat der Bundesrat Fabiola Gianotti (65) zu seiner Delegierten ernannt. Sie wird beauftragt, die festgelegten Ziele umzusetzen. Gianotti war von 2016 bis 2025 Generaldirektorin der Kernforschungseinrichtung Cern in Genf. Damit verfüge sie über umfassende Erfahrung in der Führung einer komplexen internationalen Wissenschaftsinstitution und sei international hervorragend vernetzt, zeigt sich der Bundesrat überzeugt.