Auch wenn nur beim Wetter
Ausgerechnet die Schweiz ist bei der KI Weltspitze!

Während Tech-Riesen wie Google und Nvidia auf globale Wetter-KI setzen, punktet die Schweiz lokal: Meteo Schweiz entwickelt ein eigenes Modell für den Alpenraum. «Wir gehören weltweit zu den Spitzenreitern», sagt der Direktor des Bundesamts.
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Die KI macht auch nicht vor dem Wetter halt (Symbolbild).
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Meteo Schweiz entwickelt ein KI-Wettermodell, das ab 2027 starten soll
  • Die Schweizer KI wird auf ETH-Supercomputern trainiert, deckt den Alpenbogen ab
  • Europa führend bei Wetter-KI, geleitet von Schweiz und Norwegen
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

Die künstliche Intelligenz (KI) ist mittlerweile überall. Auch beim Wetter machten die Tech-Konzerne nicht halt. Google, Huawei, Nvidia – sie alle wollen mit ihren eigenen Modellen den Einstieg in die Meteorologie schaffen. Mit Erfolg: Die KI rechnet oftmals schneller und gar genauer als die klassischen Prognosen der führenden Wetterinstitute.

Doch auch Letztere rüsten auf – besonders in Europa, wie Meteo-Schweiz-Direktor Stefan Uhlenbrook (57) zu Blick sagt. Und: «Es ist fair zu sagen, dass Meteo Schweiz punkto KI weltweit eine führende Position hat.» Ausgerechnet der Bund, der sonst bei der Digitalisierung immer wieder Mühe zeigt, steht beim Wetter also plötzlich an der Weltspitze.

Die Schweiz trainiert ihre eigene KI

«Das europäische Konsortium für die Wettermodellierung, das viele KI-Modellentwicklungen vorantreibt, wird von Norwegen und der Schweiz geleitet», so Uhlenbrook. Die Organisation mit Sitz in Reading (GB) sei damit deutlich weiter als etwa die Wetterservices in Nordamerika. Silicon Valley scheint in der Meteorologie also nur sekundär zu sein.

Dazu kommt: «Wir entwickeln aktuell selbst ein KI-Wettermodell und sind guter Dinge, dass wir damit nächstes Jahr operationell an den Start gehen können», sagt Uhlenbrook. Trainiert wird es auf Schweizer Supercomputern der ETH. Mit dem Modell sollen die Schweiz und Teile der Nachbarländer – also der gesamte Alpenbogen – abgedeckt werden.

Werden Meteorologen bald überflüssig?

Sowieso seien die KI-Modelle der Tech-Riesen nur mässig für das Schweizer Wetter geeignet. «Sie funktionieren bei uns vielleicht im Mittelland, aber wenn Sie jetzt ins Gebirge gehen, wo es starke lokale Effekte zwischen Berg und Tal oder Föhneinfluss gibt, wird es schwierig», so der Meteo-Schweiz-Direktor.

Wird das Wetter also bald vollautomatisch vorhergesagt? «Die KI wird die Berufswelt wohl massiv verändern», sagt Uhlenbrook. «Ich denke aber nicht, dass die Meteorologinnen und Meteorologen ersetzt werden.» Zwar könnten die KI-Tools bei der Arbeit unterstützen und die Leistungen von Meteo Schweiz verbessern – für die Interpretation der Daten und die Messarbeit brauche es aber weiterhin erfahrene Experten.

Auch die KI hat ihre Grenzen

Das bilanziert auch die ETH Zürich in einem Blog-Beitrag: Besonders bei der Beobachtung der klimatischen Veränderungen komme die künstliche Intelligenz an ihr Limit. Für das Training der Modelle benötige es nämlich mehrere Datensätze – doch es gebe halt nur ein Klima. Und auch komplizierte, sich plötzlich verändernde Phänomene wie etwa Tiefseeströmungen oder schmelzende Eisschilde würden der KI genauso schwerfallen wie den Fachexperten.

«KI entwickelt sich rasend schnell – doch selbst Fachleute können kaum sagen, wohin», schreiben die Beitragsautoren der ETH. Zukunftsmusik ist die KI-gestützte Meteorologie aber dennoch keineswegs: Sie steckt bereits überall entlang der Wertschöpfungskette drin. «Zum Beispiel wird die Pollenmessung heutzutage stark damit unterstützt», sagt der Schweizer Wetter-Chef. «Da bin ich selbst als Allergiker dankbar.»

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