Darum gehts
- Pensionskassen erzielen 2025 eine Rendite von 6,1 Prozent
- Versicherte profitieren von höherer Verzinsung der Altersguthaben
- Deckungsgrad steigt von 114,7 auf 117,1 Prozent bei Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie
Trotz der turbulenten Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump (79) haben die Pensionskassen ein gutes Jahr hinter sich. Mit einer durchschnittlichen Nettovermögensrendite von 6,1 Prozent – etwas weniger als im Vorjahr – konnten sie ihr Polster nochmals deutlich aufbessern.
Der Deckungsgrad stieg von durchschnittlich 114,7 auf 117,1 Prozent, wie die Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge an ihrer Medienkonferenz vom Dienstag berichtete. Dies gilt für die Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie und ohne Vollversicherungslösung. Damit rückt der Deckungsgrad nahe an den Rekordwert von 118,5 Prozent im Jahr 2021.
Öffentlich-rechtliche Einrichtungen mit Staatsgarantie hingegen erzielten im Schnitt eine Performance von 6,2 Prozent, womit der Deckungsgrad von 88,3 auf 91,3 Prozent erhöht werden konnte.
Gute Nachrichten für Versicherte
Gute Nachrichten gibt es dank der guten Rendite für die aktiv Versicherten: Es fliesst mehr Geld aufs Konto! Bei den Einrichtungen ohne Staatsgarantie stieg die durchschnittliche Verzinsung der Altersguthaben von 3,8 auf 4,3 Prozent, bei jenen mit Staatsgarantie von 2,9 auf 3,1 Prozent. Das macht schnell mal ein paar Tausend Franken zusätzlich aus.
Der gesetzliche BVG-Mindestzinssatz für das Jahr 2025 liegt bei 1,25 Prozent und gilt auch für das laufende Jahr. Im Gegensatz zu früheren Jahren wird der Zinsschub also nicht gleich wieder durch die Teuerung aufgefressen. Diese lag letztes Jahr bei tiefen 0,2 Prozent.
Doch auch die Rentnerinnen und Rentner bekommen ihr Scherflein ab. Durchschnittlich 2 Prozent der Rentensumme als einmalige Zahlung, im Jahr davor waren es nur 1,6 Prozent. Dauerhaft hingegen wurde die Rentensumme nur um 0,1 Prozent erhöht, halb so viel wie 2024 mit 0,2 Prozent.
Umwandlungssatz bei 5,17 Prozent
Stabil bleibt auch der Umwandlungssatz: Für Pensionierungen in fünf Jahren sehen die Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie einen durchschnittlichen Umwandlungssatz von 5,17 Prozent für das Alter 65 vor – im Vorjahr waren es 5,18 Prozent.
In der Umverteilungsfrage schlägt das Pendel mittlerweile zurück. Die Umverteilung läuft nicht mehr von Jung zu Alt, sondern seit 2022 in umgekehrter Richtung. Letztes Jahr waren es 2,9 Milliarden Franken zugunsten der Jungen, wie die Kommission vorrechnet. Unter dem Strich haben sie aber immer noch das Nachsehen. So liegt die Minusbilanz für die Aktivversicherten seit 2014 bei satten 39,6 Milliarden Franken.
Reserven ausgebaut
Trotz der positiven Entwicklung auf der Finanzseite macht sich die Kommission mit Blick auf die Weltlage Sorgen. «Die geopolitischen und wirtschaftlichen Risiken sind in den letzten anderthalb Jahren deutlich angestiegen, was sich auch anhand der gestiegenen Renditevolatilitäten an den Märkten ablesen lässt», sagt Kommissionspräsidentin Vera Kupper Staub. «Vorsorgeeinrichtungen müssen – über kürzere oder längere Frist – aufgrund von Marktrückschlägen auf ihre aufgebauten Wertschwankungsreserven zurückgreifen.»
Auch dieses Jahr seien die Pensionskassen mit starken Marktschwankungen und unsicheren Zukunftsaussichten konfrontiert, ergänzt Vizepräsident Fabrizio Ammirati. «Und dennoch dürfen wir festhalten: Die Vorsorgeeinrichtungen sind grossmehrheitlich gut bis sehr gut gerüstet, auch für allfällige grössere wirtschaftliche Verwerfungen.» Dies aufgrund markant ausgebauter Wertschwankungsreserven. Damit seien die meisten Pensionskassen aktuell widerstandsfähig, um auch schwierige Marktphasen zu bewältigen oder deren Auswirkungen abzufedern.