Darum gehts
- Erste GFS-Trendumfrage zeigt Parr bei 10-Millionen-Initiative
- Jeweils 47 Prozent sagen derzeit Ja respektive Nein
- Beim Zivildienstgesetz haben Befürworter die Nase mit 52 Prozent vorn
Die Abstimmung über die 10-Millionen-Initiative wird zum Krimi! Lagen die Befürworter in der jüngsten Tamedia-Umfrage mit 52 Prozent Ja-Anteil knapp vorn, bleibt die Spannung in der ersten GFS-Trendumfrage im Auftrag der SRG maximal hoch.
Hier halten sich die beiden Lager exakt die Waage. 47 Prozent wollen das SVP-Begehren derzeit annehmen, 47 Prozent lehnen es ab. Der Rest ist noch unentschlossen. Die Abstimmung wird zur Zitterpartie mit offenem Ausgang.
FDP und Mitte gefordert
Die entscheidende Rolle kommt nun zwei Parteien zu: FDP und Mitte. Beide haben zwar die Nein-Parole beschlossen. Ihre Argumente haben sie ihrer Basis aber noch nicht vollends verklickern können. Im Freisinn mögen sich derzeit nur 48 Prozent für ein Nein erwärmen, 43 Prozent hingegen wollen mit der SVP gemeinsame Sache machen. Bei der Mitte liegt die Ablehnung zwar bei 58 Prozent, mit 36 Prozent ist aber auch der Ja-Anteil relativ stark.
Die übrigen Parteien hingegen haben ihre Hausaufgaben gemacht und wissen ihre Basis grosso modo hinter sich. Die SP-Wählerschaft lehnt die 10-Millionen-Initiative mit 88 Prozent ab, bei den Grünen sind es 81 Prozent und bei den Grünliberalen 74 Prozent Nein-Anteil.
Klassenbeste ist aber die SVP: Satte 95 Prozent wollen der hauseigenen Initiative zustimmen. Hoffen darf die Sünneli-Partei zudem auf die Parteiungebundenen, welche mit 50 Prozent Ja zu 40 Prozent Nein mehrheitlich hinter den Initianten stehen.
Gräben zeichnen sich ab
Was auffällt: Mit 50 zu 44 Prozent stimmen die Männer der Initiative stärker zu als die Frauen, wo umgekehrt die Gegnerinnen mit 50 zu 44 Prozent vorne liegen. Und während die Jungen (bis 39-Jährige) die Initiative knapp ablehnen, stimmen die 40- bis 64-Jährigen hauchdünn zu. Bei den Senioren halten sich beide Lager die Waage.
Weiter zeichnet sich ein kleiner Röstigraben ab: Während die Initiative in der Deutschschweiz auf 50 Prozent Zustimmung kommt, wird sie in der Romandie mit 53 und im Tessin mit 52 Prozent abgelehnt.
Interessant ist auch, dass sowohl Pro- als auch Kontra-Argumente insgesamt auf Zustimmung stossen. So unterstützt eine deutliche Mehrheit etwa die Aussage, dass die Infrastruktur hierzulande durch das Bevölkerungswachstum zunehmend überlastet werde.
Umgekehrt zieht das Argument, dass die Schweiz auf Zuwanderung angewiesen sei, um den Fachkräftebedarf zu decken. Damit herrscht derzeit eine klassische Pattsituation, wie die GFS-Autoren festhalten.
Zivildienstgesetz knapp im Ja
Klarer ist die Ausgangslage beim neuen Zivildienstgesetz, das die Zugangshürden erhöhen soll. Aktuell würde die Vorlage mit 52 Prozent Ja-Anteil angenommen. 40 Prozent lehnen sie ab, der Rest ist unentschlossen.
Die grösste Zustimmung erhält die Verschärfung aus der SVP mit 76 Prozent Ja, gefolgt von der FDP mit 71 Prozent und der Mitte mit 62 Prozent Zustimmung. Auf der Gegenseite stösst die Vorlage bei den Grünen mit 78 Prozent und der SP mit 76 Prozent auf Ablehnung. Bei der GLP sagt derzeit nur eine relative Mehrheit von 49 Prozent Nein.
Bei der Zivildienst-Frage macht sich ein deutlicher Generationengraben bemerkbar. Während die über 40-Jährigen die Vorlage annehmen wollen, wird sie von den Jüngeren mehrheitlich abgelehnt.
GFS Bern befragte für die erste SRG-Trendumfrage zwischen dem 20. April und 3. Mai 19’728 Stimmberechtigte. Der statistische Fehlerbereich beträgt +/–2,8 Prozentpunkte.