Naturschutz und Erholung gehen vor
Jetzt muss auch der Campingplatz in Horw LU schliessen

Campingplätze in der Schweiz unter Druck: Ende 2029 verliert Horw LU 125 Stellplätze, um Platz für Naturschutz und Erholungsraum zu schaffen. Ähnliche Schliessungen treffen Camper von Lausanne bis ins Wallis.
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Bis Ende 2029 sollen mit dem Campingplatz in Horw 125 Stellplätze wegfallen.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Campingplatz Horw LU schliesst Ende 2029, 125 Stellplätze betroffen
  • Behördenentscheidungen und Naturschutz setzen Schweizer Campingplätze zunehmend unter Druck
  • Swisscamps: Ersatz für verlorene Plätze wegen Regulierungen und Kosten schwierig

Jetzt trifft es auch noch den Campingplatz Horw LU! Er muss Ende 2029 schliessen, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. 125 Stellplätze fallen weg. Die Gemeinde will das Gelände als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung nutzen und einen Teil dem Naturschutz zuschlagen. 

Es ist kein Einzelfall. Camper geraten unter Druck. Behördenentscheide, Pächterwechsel, Naturschutz und das Ringen um Nutzflächen machen ihnen das Leben schwer. 

Anfang Jahr erhielten beispielsweise etliche Walliser Campingplätze unangenehme Post von der kantonalen Baukommission. Der Bescheid: Schliessung per sofort wegen Naturgefahren! Riesige Diskussionen um den Weiterbestand folgten. 

Gampelen, Lausanne, Winterthur ...

In Lausanne Vidy VD ist bald Ende Gelände für rund 30 Dauercamper, weil die Stadt die Pacht neu vergeben hat und das Gebiet saniert. Am Schützenweiher in Winterthur ZH fürchten rund 40 Dauercamper um ihren Platz. Sie schafften es aber, dass das Stimmvolk ein Projekt für ein neues, gehobenes Camping-Angebot ablehnte – und haben nun eine kurze Verschnaufpause. Auf dem Campingplatz Riarena im Tessiner Dörfchen Cugnasco fürchten über 100 Dauercamper wegen eines Pächterwechsels um ihren Standort. 

Schweizweit trifft es immer wieder Campingplätze, die von den Behörden aus Gründen des Naturschutzes oder wegen Naturgefahren geschlossen werden. So kam es in den vergangenen Jahren und Monaten zu mehreren Schliessungen – etwa in Gampelen BE. Dort lag der Platz in einem Naturschutzgebiet. Grund für die Schliessung des TCS-Campingplatzes Brüggli ZG vor einiger Zeit war hingegen ein neues Konzept der Stadt für die Freizeitraumgestaltung.

Neue Plätze «nur bedingt realistisch»

Gegenüber Blick hielt Swisscamps, der nationale Dachverband der Schweizer Campingbranche, kürzlich fest: «Dort, wo tatsächlich akute Naturgefahren drohten, sind Schliessungen – oder zumindest Teilschliessungen – letztlich richtig und unvermeidbar.» Gleichzeitig müsse «aber kritisch hinterfragt werden, ob präventive Schutzmassnahmen frühzeitig und ausreichend geprüft wurden». In einigen Fällen hätte man womöglich stärker in bauliche Sicherungen und intelligente Risikomanagement-Lösungen investieren können. 

Es sei heute «nur bedingt realistisch», die verlorenen Kapazitäten wieder zu ersetzen. Als Gründe nennt der Verband unter anderem die «hohen regulatorischen Hürden» in den Bereichen Raumplanung und Umwelt, hohe Investitionskosten sowie langwierige Baubewilligungsverfahren. 

Doch nicht nur Campingplätze sind betroffen. In Salavaux VD am Murtensee nahmen die Behörden 30 kleinere, als Zweitwohnungen genutzte Chalets ins Visier. Sie stehen neuerdings in einer Schutzzone, die der Bund in ein Biodiversitätsreservat umgebaut hat. 

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