Mitte-Staatsrätin geht in die Offensive
Dittli würde auf Abwahl-Rente verzichten

Gegen die Waadtländer Mitte-Regierungsrätin Valérie Dittli stehen schwere Vorwürfe im Raum – gegen die sie sich verteidigt. Nun macht sie klar, dass sie bei einer allfälligen Nichtwiederwahl auf die ihr zustehende lebenslange Rente verzichten würde.
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Die Waadtländer Regierungsrätin Valérie Dittli steht seit Monaten unter Druck.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Valérie Dittli bleibt trotz Rücktrittsforderungen Regierungsrätin im Kanton Waadt
  • Ob sie 2027 erneut kandidiert, bleibt vorerst offen
  • Im Fall einer Kandidatur würde sie bei einer Abwahl auf die ihr zustehende Rente verzichten
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Ruedi StuderBundeshaus-Redaktor

Der Druck auf die Waadtländer Staatsrätin Valérie Dittli (33) lässt nicht nach. Seit März 2025 steht sie am Pranger. Die Vorwürfe: angeblicher Amtsmissbrauch. Dittli musste bereits ihr Finanzdepartement abgeben, mehrere Untersuchungen laufen. So kritisierte ein Bericht der parlamentarischen Untersuchungskommission «mangelndes Management». Ein neuer Bericht von Mitte April warf ihr vor, eine geheime Vereinbarung getroffen zu haben, woraufhin eine Strafanzeige gegen sie zurückgezogen wurde.

Nun geht die Angeschossene in einem grossen Interview mit «Le Matin Dimanche» in die Offensive. In diesem politischen Drama werde ein Bild von ihr gezeichnet, in dem sie sich nicht wiedererkenne, sagt Dittli. Sie zeigt sich nicht nur erschüttert über die Heftigkeit der Anschuldigungen, sondern auch darüber, dass sie nur selten die Möglichkeit gehabt habe, angemessen darauf reagieren zu können. Ihr Recht auf Verteidigung sei häufig verletzt worden.

Verzicht auf Rente

Die Angriffe würden sie nicht kaltlassen. «Ich halte durch, weil ich weiss, dass ich zu meinen Prinzipien stehe und hart arbeite», sagt sie und macht klar: «Was auch immer als Nächstes geschieht, ich möchte diese Legislaturperiode damit abschliessen, die wirklich wichtigen Themen, die die Öffentlichkeit bewegen, wieder in den Vordergrund zu rücken.» Rücktrittsforderungen erteilt sie damit einmal mehr eine Absage.

Das brachte ihr den Vorwurf ein, es gehe ihr um die lebenslange Rente von 39'000 Franken, welche sie – im Fall einer Nichtwiederwahl – bei einer erneuten Kandidatur 2027 erhalten würde. «Sollte ich unter bestimmten Umständen Anspruch darauf haben, würde ich in jedem Fall auf diese Rente verzichten», kündigt sie nun an.

Der Gedanke, in ihrem Amt zu bleiben, um eine Rente zu beziehen, widerspreche ihren Überzeugungen und den liberalen Werten der Mitte-Partei. «Ich möchte jegliche Unklarheit über meine politischen Beweggründe ausräumen», erklärt sie dazu. «Ich habe mich nie von persönlichem Gewinnstreben leiten lassen.» Bis zum Sommer muss sie entscheiden, ob sie 2027 erneut zu den Wahlen antritt oder auf eine weitere Kandidatur verzichtet.

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