Darum gehts
- Waadtländer Staatsrat meldet Missstände in Landwirtschaftsbehörde an Staatsanwaltschaft
- Ex-Vorsteherin Dittli hielt Informationen zurück und band unrechtmässig Gelder
- Unrechtmässige Zahlungen: 33'000 Franken, Rückerstattung ohne Staatsrat-Info
Das Waadtland ist in Aufruhr! Denn der Staatsrat – die Kantonsregierung – hat jetzt den Schleier über schwerwiegende Missstände im Departement für Landwirtschaft, Weinbau und Veterinärwesen der umstrittenen Regierungsrätin Valérie Dittli (33, Mitte) gelüftet.
Der ehemalige Kantonsrichter Jean-François Meylan, der von der Kantonsregierung mit einer Untersuchung beauftragt worden war, legte am Freitag seinen Bericht über die Vergabe verdächtiger Aufträge durch vor. Es geht um schwere Vorwürfe.
Laut dem Bericht hat Dittli, vormals auch für die Kantonsfinanzen zuständig, entscheidende Informationen zurückgehalten – und ohne Genehmigung öffentliche Gelder verwendet. So seien die Aufträge an den ehemaligen Präsidenten der Kommission für ländlichen Grundbesitz, Jean-Claude Mathey, vergeben worden, nachdem dieser eine Strafanzeige gegen Dittli zurückgezogen hatte.
Die Rede ist von einer Vergütung über 10'000 Franken an Mathey. Meylan konnte die Existenz einer solchen schriftlichen Vereinbarung nachweisen. Die Waadtländer Kantonsregierung war darüber nie informiert worden.
Laut dem Bericht stand dieser Betrag in keinem Verhältnis zu den erbrachten Leistungen. Darüber hinaus wurden zwei Zahlungen von insgesamt 23'000 Franken, die Dittli im September 2024 vor Abschluss der Vereinbarung angeordnet hatte, als unrechtmässig erachtet. Diese Beträge wurden zurückerstattet, der Staatsrat war darüber aber ebenfalls nicht informiert worden.
«Das Vertrauen in Valérie Dittli ist beschädigt»
Dittli hatte es auch versäumt, ein zweites Mandat an Rechtsanwalt Mathey zu melden – und sie hat den Staatsrat nicht über die Existenz und die finanziellen Auswirkungen der Vereinbarung informiert. «Trotz Nachfragen log Frau Dittli und verschwieg die Existenz einer Vereinbarung», hält der Bericht unmissverständlich fest.
Angesichts dieser Enthüllungen leitet der Staatsrat den Fall an die Staatsanwaltschaft weiter, um mögliche strafrechtliche Verstösse zu ermitteln. Darüber hinaus wird die Kantonale Finanzkontrolle mit einem Finanzaudit der Direktion beauftragt, während die zuständige Personalbehörde weitere Untersuchungen durchführen wird.
«Das Vertrauen in Valérie Dittli ist beschädigt und wird schwer wiederherzustellen sein», spart die Waadtländer Kantonsregierung nicht an deutlichen Worten. Das Band zwischen Dittli und ihren Regierungskollegen scheint endgültig zerschnitten zu sein.