Darum gehts
- Valérie Dittli bleibt trotz Rücktrittsforderungen Regierungsrätin im Kanton Waadt
- Laut einem Expertenbericht soll sie 10'000 Franken aus der Staatskasse gezahlt haben, damit Strafanzeige gegen sie zurückgezogen wird
- Die Parteispitze der Waadtländer Mitte fordert Klärung bis Sommer 2026 bezüglich den Wahlen 2027
Die Führungsgremien der Waadtländer Mitte-Partei stellen sich hinter ihre angeschlagene Staatsrätin Valérie Dittli (33, Mitte). Das teilt die Partei nach einer Aussprache am Donnerstagabend mit.
Besprochen wurden happige Vorwürfe, die vor rund einer Woche in einem Expertenbericht aufgetaucht sind. So soll Dittli eine Vereinbarung mit einem Beschwerdeführer getroffen haben, damit eine Strafanzeige gegen sie zurückgezogen wird. Dafür sei dem Mann ein Auftragshonorar von 10'000 Franken aus der Staatskasse gezahlt worden. Dittli verteidigt sich gegen die Vorwürfe – und kündigte an, an ihrem Amt festhalten zu wollen.
«Ungeschicklichkeiten und Fehler»
Man sei mit ihren Antworten zufrieden, nehme aber ihre «Ungeschicklichkeiten und Fehler» zur Kenntnis, hält die Mitte Waadt fest. Das Vertrauen in Dittli, bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt bleiben zu können, bestehe weiterhin, stärkt die Partei ihrer Staatsrätin den Rücken. Man halte die Regierungsrätin für aufrichtig, wenn sie sage, immer ehrlich gehandelt zu haben.
Allerdings will die Partei auch Antworten von der Regierungsrätin. Valérie Dittli solle ihre Absichten für die Waadtländer Wahlen 2027 bis im Sommer 2026 mitteilen, so die Partei. Im Herbst findet dann auch ein Parteitag statt.
Diverse Waadtländer Parteien haben sich von Dittli distanziert. Am vergangenen Dienstag forderte das Kantonsparlament den Rücktritt der Regierungsrätin per Resolution. Diese ist allerdings unverbindlich.