Darum gehts
- SP-Bundesrat Beat Jans plant Panzer-Abbau, löst heftige Kritik aus
- Armeeexperten kritisieren Pläne als «unfundiert» und «gefährden Sicherheit»
- Jans will Panzer durch günstigere Drohnen ersetzen, Kostenfaktor entscheidend
Erich Muff ist alarmiert wegen SP-Bundesrat Beat Jans (62) und seinen Panzer-Abbauplänen: «Derart unfundierte und plumpe Positionen auf höchster Regierungsebene sind alarmierend und verantwortungslos!», schiesst der Präsident der Offiziersgesellschaft Panzer aus allen Rohren.
Armeeintern seien die Reaktionen heftig gewesen, doppelt Stefan Holenstein nach. «Wir sind wirklich entsetzt über das Justizdepartement», sagt der Präsident des Verbands Militärischer Gesellschaften Schweiz (VMG). «Ein solch geringes Sachverständnis und eine solche Inkompetenz sind ein Affront.»
Armeekreise schiessen sich auf Justizminister Jans ein. Auslöser war ein Blick-Artikel zur neuen Verteidigungsstrategie des Bundesrats, die sich auf die wahrscheinlichsten Bedrohungen fokussiert. Heisst: mehr Cyberkrieger, weniger Panzer. Wie interne Dokumente der Ämterkonsultation zeigen, wollte das Justizdepartement noch weiter gehen und gleich alle Kampfpanzer einmotten. Sie seien veraltet und zu teuer. Der Ersatz durch günstigere Drohnen und Robotik sei alternativlos.
Kampfpanzer durch «ideologisches Wunschdenken» ersetzen
Jans' Beamte treten damit mitten in ein Minenfeld. «Wer glaubt, man könne Kampfpanzer durch Powerpoint, Drohnen und linkes Wunschdenken ersetzen, hat die Realität nicht verstanden», unterstreicht Muff. Die Lehre aus dem Ukraine-Krieg laute nicht: Panzer abschaffen. Vielmehr gehe es darum, Panzer, Infanterie, Drohnen, Artillerie und Luftverteidigung zu vernetzen.
«Es gibt in der Tat keine Alternative», unterstreicht Muff. Wer im Ernstfall über Handlungsspielraum verfügen wolle, brauche zwingend auch Panzer.
Die Armee sei ein Gesamtsystem. Alle Bereiche müssten zusammenwirken, ergänzt Holenstein: «Bodensysteme bleiben unverzichtbar.» Die Haltung des Justizdepartements widerspreche denn auch allen europäischen sowie der Schweizer Bedrohungsanalyse. «Das ist total unseriös», findet Muff. Nicht umsonst investierten rundherum alle Staaten Milliarden in ihre Bodentruppen, ergänzt Holenstein.
Wer heute die Schweizer Panzer-Flotte abbauen will, zerstöre leichtfertig jahrzehntelang aufgebautes Know-how. Drohnen würden Panzer oder Infanterie nicht ersetzen, sondern ergänzen. So aber würden bewusst Fähigkeitslücken in Kauf genommen, die sich im Ernstfall nicht innert Jahren schliessen lassen und die Schweiz angreifbar machen würden.
«Wer trägt die Verantwortung für diesen ideologischen Gugus?»
Auch die Armeespitze mag von einer umfassenden Verteidigungsstrategie nicht ablassen. Zwar liegt der Fokus künftig auf Cyber-Abwehr und Luftverteidigung. Daneben aber sollen die Fähigkeiten im Bodenkampf erhalten und möglichst weiterentwickelt werden. Soll heissen: Die heutigen Panzer würden zwar nicht automatisch in gleicher Stückzahl und mit identischen Systemen ersetzt. Moderne Lenkwaffen, Drohnen oder Artillerie würden aber eher ergänzend dienen.
In Offizierskreisen zeigt man sich daher überzeugt: «Jans und sein Departement folgen blind der SP-Doktrin zur Armeeabschaffung», findet Holenstein. «Das ist völlig aus der Zeit gefallen und schafft kein Vertrauen in die Landesregierung.»
Sicherheitspolitik brauche militärische Expertise – nicht ideologische Wunschvorstellungen. Die Schweiz müsse entscheiden, welche Risiken sie in Kauf nehmen will. «Wer trägt eigentlich die Verantwortung, wenn dieser ideologische Gugus in die Hose geht?», haut Muff in dieselbe Kerbe. «Jans mit seinen verantwortungslosen Bürokraten in Bern gefährdet die Sicherheit der Schweiz!»