Extra neues Lehrmittel geschaffen – zur geistigen Aufrüstung
Pfisters Armee-Werbung fällt an Schulen durch

Der Bundesrat will schon Schülerinnen und Lehrlinge auf die Armee einschwören. Dafür hat das VBS eigens ein neues Lehrmittel geschaffen. Nur: In den Kantonen stösst dieses auf wenig Interesse.
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Mit einem neuen Lehrmittel des VBS sollen schon Schülerinnen und Lehrlinge für die angespannte Sicherheitslage sensibilisiert werden.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • VBS lanciert Lehrmittel zur Sicherheitspolitik für Jugendliche von 15-19 Jahren
  • 70'000 Franken für Broschüre «Wie sicher sind wir?» investiert
  • Bisher aber stösst das Lehrmittel auf wenig Interesse
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Daniel BallmerRedaktor Politik

Die Lage ist ernst. In Europa herrscht weiter Krieg. Der Nahe Osten bleibt ein Pulverfass. Und US-Präsident Donald Trump (80) sorgte für dauernde Unsicherheit. Damit die Schweiz wieder verteidigungsfähig wird, will der Bundesrat uns alle auf die neue Bedrohungslage einschwören.

Verteidigungsminister Martin Pfister (63) möchte der Bevölkerung seine Sicherheitspolitik schon in jungen Jahren einimpfen, die Gesellschaft auf den Verteidigungsmodus trimmen. Das VBS hat deshalb extra ein neues Lehrmittel erarbeiten lassen. Das Zielpublikum: Schülerinnen und Lehrlinge von 15 bis 19 Jahren. Ihr Bewusstsein für Bedrohungen und Gefahren soll geschärft werden. Die Armee will aufzeigen, wie dringend nötig sie ist. – geistige Landesverteidigung 2.0.

«Wir planen nicht, das Lehrmittel aufzunehmen»

Innert Kürze hat das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik (Sepos) soeben die bereits dritte Auflage des Lehrmittels «Wie sicher sind wir?» veröffentlicht. Auf deutsch, französisch und italienisch können Schulen die Broschüre kostenlos beziehen. 70'000 Franken liess sich der Bund die Neuauflage kosten. Schliesslich startet in den Kantonen derzeit das neue Schuljahr. Rund eine Million Schülerinnen und Schüler nehmen nach den Sommerferien wieder an ihren Bänken Platz. Ein Riesenpotenzial.

Der Haken an der Sache: Das VBS-Lehrmittel stösst in den Kantonen nur auf wenig Interesse, wie eine Blick-Umfrage zeigt. «Wir kennen das Lehrmittel bisher nicht und es wird momentan auch nicht empfohlen», erklärt etwa das Luzerner Bildungsdepartement. «Wir planen momentan nicht, dieses Lehrmittel ins Verzeichnis aufzunehmen.» Den Schulen stehe es aber frei, die Broschüre bei Bedarf als Ergänzung zu nutzen, sofern es in ihre Planung passe.

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In den meisten Kantonen aber geben die Bildungsdirektionen ohnehin keine Empfehlungen ab. Es gilt weitgehend Lehrmittelfreiheit. Der Weg zum Erreichen der Unterrichtsziele liegt in der Verantwortung der Lehrperson. Sie hat das Recht, den Unterricht frei zu gestalten – im Rahmen des Lehrplans, der obligatorischen Lehrmittel, des Schulprogramms und der Beschlüsse der Schulkonferenz.

Lehrpläne sind bereits stark ausgelastet

Im Kanton Zug sei das Lehrmittel vielen Lehrpersonen bekannt, werde aber nur vereinzelt eingesetzt, hatte die Zuger Regierung kürzlich erklärt. «Aufgrund der bereits vollen Lehrpläne wird das Lehrmittel nicht umfassend verwendet.» Hinzu komme, dass einzelne Lehrpläne keine Sicherheitspolitik enthielten oder andere Lehrmittel verwendeten. Und abschliessend: «Aufgrund der stark ausgelasteten Lehrpläne ist eine künftige Verwendung des Lehrmittels derzeit nicht vorgesehen.»

So wundert es wenig, dass die Zahl bisher bestellter VBS-Lehrmittel überschaubar geblieben ist. Von den ersten beiden Auflagen seien rund 4500 deutschsprachige und etwa 700 französischsprachige Exemplare geordert werden, erklärt das Sepos auf Anfrage. Daneben aber könne das Lehrmittel auch online genutzt werden. Dazu lägen dem Bund jedoch keine Zahlen vor.

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