Es fehlen noch 15'000 Unterschriften für die Familienzeit-Initiative
Der Plan für 18 Wochen Elternzeit steht auf der Kippe

Nur noch ein Monat bleibt für die Familienzeit-Initiative, um 15'000 fehlende Unterschriften zu sammeln. Ziel ist eine bezahlte Elternzeit von jeweils 18 Wochen – ein Plan, der auch den Fachkräftemangel lindern soll.
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Eine angemessen lange und bezahlte Elternzeit für Mütter und Väter: Das verlangt die Familienzeit-Initiative.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Familienzeit-Initiative fehlen 15'000 Unterschriften bis Ende August
  • Gefordert: 18 Wochen Elternzeit, Kosten jährlich rund 1 Milliarde Franken
  • Tiefe Geburtenrate und Fachkräftemangel als Hauptgründe für das Volksbegehren
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Daniel BallmerRedaktor Politik

Es wird eng für die Familienzeit-Initiative. «Es fehlen noch immer rund 15'000 Unterschriften», bestätigt Mitinitiantin und Grünen-Nationalrätin Florence Brenzikofer (51). «Und wir haben nicht mehr viel Zeit.» Bis Ende August sollten die nötigen 100'000 Unterschriften zusammen sein, plus eine Sicherheitsreserve wegen allfällig ungültiger Unterschriften.

Die Initianten seien derzeit fast täglich auf der Strasse. Eine Herausforderung aber sei, dass die Allianz parallel gleich für mehrere Referenden ebenfalls Unterschriften sammelt – etwa gegen den Bau neuer AKW oder gegen das Freihandelsabkommen mit Malaysia. «Der Einsatz für eine fortschrittliche Welt braucht Kräfte auf vielen Ebenen», sagt Brenzikofer. «Umso wichtiger ist nun der Endspurt.»

Mittel gegen Fachkräftemangel

Eigentlich hätten die Initianten bis am 1. Oktober Zeit. Doch die Beglaubigung der Unterschriften brauche relativ viel Zeit – gerade weil in der Vergangenheit bei verschiedenen Volksbegehren gefälschte Unterschriften aufgetaucht waren. Daher müsse die Sammlung für die Familienzeit-Initiative früher abgeschlossen werden.

Die Familienzeit-Initiative verlangt eine angemessene, bezahlte Elternzeit für Mütter und Väter nach der Geburt ihres Kindes. Gefordert werden jeweils 18 Wochen Elternzeit, die grundsätzlich nacheinander bezogen werden müssen. Höchstens ein Viertel der Elternzeit soll gemeinsam bezogen werden können.

Finanziert werden soll die Elternzeit aus der Erwerbsersatzordnung. Gemäss einer Ecoplan-Studie sei mit jährlichen Kosten von rund 1 Milliarde Franken zu rechnen.

Die Initianten wollen, dass Care- und Familienarbeit von Beginn weg möglichst gleichgestellt verteilt wird. Mütter sollen nach der Geburt mit höheren Pensen arbeiten können, weil sich der zweite Elternteil um das Neugeborene kümmere. Sie sehen Elternzeit ebenso als Mittel gegen den Fachkräftemangel.

Tiefe Geburtenrate zeige den Handlungsbedarf

«Die alarmierend sinkende Geburtenrate in der Schweiz zeigt, dass Handlungsbedarf besteht», betont Brenzikofer. «Die Familienpolitik muss endlich einen Schritt vorwärtsmachen.» Gleichzeitig wollten die Unterstützer ein Anliegen vorlegen, «das realpolitisch eine Chance hat». Die Initiative komme bei jungen Menschen gut an. Sie fördere die Gleichberechtigung. Gerade junge Männer würden besser gestellt, und Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen würden reduziert.

Initiiert wurde das Volksbegehren von Alliance F, Grünen, GLP, Travail Suisse und den Mitte-Frauen. Sie gründeten gemeinsam den Verein Familienzeit-Initiative als Trägerorganisation. Unterstützt werden sie von SP, EVP und weiteren Organisationen.

Die Forderung nach einem entschädigten Elternurlaub für Väter und Mütter steht seit Jahren im Raum. Erwerbstätige Mütter haben heute Anrecht auf eine Mutterschaftsentschädigung während 14 Wochen. Und 2020 hiess das Schweizer Stimmvolk zwei Wochen Vaterschaftsurlaub gut; dieser wurde Anfang 2021 eingeführt.

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