Darum gehts
- Am 8. März entschiedet das Stimmvolk über vier Vorlagen
- 52 Prozent lehnen die Halbierungsinitiative der SVP derzeit ab
- 64 Prozent unterstützen die Individualbesteuerung
Der Urnengang vom 8. März wird zum Showdown für die SRG. Um die Halbierungsinitiative der SVP zeichnet sich ein knappes Rennen ab. Derzeit hat die Gegnerschaft die Nase vorn: 52 Prozent lehnen die Initiative bestimmt oder eher ab, wie die erste Abstimmungsumfrage von GFS Bern im Auftrag der SRG zeigt. 46 Prozent sind dafür, die jährliche Serafe-Gebühr auf nur noch 200 Franken pro Haushalt zu senken. Nur 2 Prozent sind noch unentschlossen.
Zur Retterin der SRG könnten die Frauen werden. Dies im doppelten Sinn: Seit über einem Jahr amtet mit Susanne Wille (51) eine Sympathieträgerin, welche in der Politik gut ankommt, als SRG-Generaldirektorin. Sie vermag nun auch ihre Geschlechtsgenossinnen mehrheitlich hinter sich zu scharen. 57 Prozent der befragten Frauen lehnen die SVP-Initiative ab. Bei den Männern sind es nur 48 Prozent Nein, während 50 Prozent ein Ja in die Urne legen wollen.
Einzig SVP für Halbierung
Parteipolitisch sind die Fronten hingegen klar: Einzig die SVP-Basis stützt das Volksbegehren – dafür deutlich mit 77 Prozent Ja-Anteil. In allen anderen Parteien dominiert die Ablehnung. Am deutlichsten bei den Grünen mit 87 Prozent, der SP-Anhängerschaft mit 84 Prozent und der GLP-Basis mit 81 Prozent Nein. Die Mitte-Sympathisierenden schicken die Initiative mit 72 Prozent bachab, die Freisinnigen mit 57 Prozent.
Ein Unterschied zeigt sich bei den Einkommen: Bei Geringverdienenden mit einem Haushaltseinkommen bis 5'000 Franken liegt das Ja-Lager knapp voraus. Danach nimmt der Nein-Anteil mit steigendem Einkommen tendenziell zu.
Entschieden ist aber noch nichts. Aufgrund des engen Rennens dürften Mobilisierungseffekte im weiteren Verlauf des Abstimmungskampfes eine wichtige Rolle spielen, kommen die Studienautoren zum Schluss. «Beide Seiten haben bei der Mobilisierung noch Potenzial.»
Ja-Mehrheit für Steuerrevolution
Mit der Individualbesteuerung entscheidet das Stimmvolk über eine eigentliche Steuerrevolution. Künftig müssten auch Verheiratete ihre Steuererklärung separat ausfüllen. Das Ziel dahinter: die Abschaffung der Heiratsstrafe.
Die Idee kommt bei der Stimmbevölkerung gut an: 64 Prozent sprechen sich für den Systemwechsel aus, 30 Prozent halten dagegen. 6 Prozent sind noch unentschlossen.
Was auffällt: In sämtlichen Parteien findet sich derzeit eine Mehrheit! Auch bei Mitte und SVP, die das Referendum ergriffen haben. Bei der Mitte-Basis liegt der Ja-Anteil bei satten 62 Prozent, bei der SVP bei 53 Prozent. Bei jenen Parteien, welche die Vorlage im Parlament nur mit einem Kraftakt durchgebracht haben, liegt der Ja-Anteil nochmals deutlich höher: 82 Prozent bei den Grünen, 81 Prozent bei der SP, 79 Prozent bei der GLP und 71 Prozent beim Freisinn.
Bei den Frauen fällt das Ja mit 69 Prozent deutlicher aus als bei den Männern mit 60 Prozent. Die Individualbesteuerung wird dabei als starker Gleichstellungsfaktor gewichtet.
Bargeld in die Verfassung
Die GFS-Umfrage macht deutlich: Das Thema Bargeld bekommt künftig Verfassungsrang. Sowohl die Initiative als auch der direkte Gegenentwurf erfahren deutliche Zustimmung. 65 Prozent wollen die Initiative annehmen, sogar 67 Prozent den Gegenentwurf.
Parteipolitisch überwiegt einzig bei der GLP mit 60 Prozent das Nein zur Bargeld-Initiative. Der Gegenentwurf hingegen stösst querbeet auf grossmehrheitliche Zustimmung. Bei einem doppelten Ja entscheidet die Stichfrage – die Präferenz geht dabei Richtung Gegenvorschlag.
Klimafonds chancenlos
Chancenlos ist die links-grüne Klimafonds-Initiative. 60 Prozent lehnen die Vorlage ab, nur 35 Prozent sind dafür. Der Rest ist unentschlossen. Parteipolitisch zeigt sich ein deutliches Links-Rechts-Muster: Bei Grünen, SP und GLP findet die Initiative deutlichen Rückhalt, bei den bürgerlichen Parteien hingegen stösst sie auf massive Ablehnung.
Realisiert wurde die Befragung zwischen dem 12. Januar und dem 26. Januar 2026 bei 15'371 Stimmberechtigten. Der statistische Fehlerbereich betrage +/-2,8 Prozentpunkte.