«Mit Bargeld habe ich meine Ausgaben besser im Griff»
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Umfrage zu bargeldlosem Zahlen:«Mit Bargeld habe ich meine Ausgaben besser im Griff»

Teure Münzen und Noten – so viel kostet es wirklich
Schweizer lassen sich das Bargeld Hunderte Millionen kosten

Münzen und Banknoten kosten die Schweiz jährlich mehrere Hundert Millionen Franken. Im März entscheidet das Volk, ob eine Bargeld-Pflicht in der Verfassung stehen soll. Doch die Kosten bleiben – unabhängig vom Ergebnis. Das sind die Zahlen.
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Eine Initiative will Schweizer Münz...
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • Die Schweiz stimmt am 8. März über Bargeld-Verfassungsstatus ab
  • Bargeldzugang kostet jährlich 640 bis 880 Millionen Franken laut Studie
  • 2024 waren 5,9 Milliarden Münzen im Umlauf, Wert 3,35 Milliarden Franken
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Tobias BruggmannRedaktor Politik

Sonntagmorgen, ein Kiosk am Berner Bahnhof. «Warten Sie, ich habs passend», sagt die Rentnerin und kramt im Portemonnaie nach Münzen, um ihr Lösli zu bezahlen. Lautes Schnaufen in der Schlange hinter ihr.

Am 8. März entscheidet die Schweiz darüber, ob Münz und Noten in die Verfassung kommen. Doch was kostet uns eigentlich das Bargeld?

Eine Studie der Schweizerische Nationalbank zeigt, dass der Bargeldzugang an Geldautomaten oder Bankfilialen zwischen 640 und 880 Millionen Franken jährlich kostet. Darin eingerechnet sind die Kosten für die Bewirtschaftung der Filialen und Automaten, aber auch Versicherungs- und Transportkosten. 

Filialen kosten viel

Den grössten Teil der Kosten, mit 350 bis 490 Millionen Franken, fallen für die Bewirtschaftung der Filialen an. Ein grosser Teil davon sind natürlich die Personalkosten. Zum Vergleich: Der Betrieb aller Geldautomaten kostet im Jahr zwischen 230 und 290 Millionen Franken, heisst es in der Studie.

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Dementsprechend gibt es auch grosse Unterschiede, wenn man das Geld bezieht. Wenn das Grosi dem Enkel ein Zehnernötli zusteckt, kostet es rund zwei Franken, wenn sie es aus dem Automaten gezogen hat. Holt sie es aus der Bankfiliale, fallen Kosten von 17 bis 25 Franken an. «Dies ist darauf zurückzuführen, dass dort viel weniger Transaktionen getätigt werden und personalintensive Arbeitsschritte anfallen», heisst es in der Studie. 

Über 30 Millionen für Banknoten

Dazu kommen die Kosten für die Herstellung von Münzen und Noten. Eine Banknote kostet im Schnitt rund 40 Rappen, schreibt die Nationalbank. Rund 36 Millionen Franken jährlich kostet die Notenproduktion.

Bei den Münzen unterscheiden sich die Produktionskosten je nach Wert. Der Fünfräppler kostete 2024 0.038 Franken in der Herstellung, der Fünfliber fast 50 Rappen.

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Insgesamt waren im März 2024 rund 5,9 Milliarden Stück im Umlauf, was einem Wert von 3,35 Milliarden Franken entspricht. Die Produktion kostet rund sechs Millionen Franken. 

Detailhändler lieben Bargeld

Egal, ob am Kiosk oder im Supermarkt: Bezahlen kostet auch den Händler immer Geld. Bargeld sicher aufzubewahren, ist aufwendig. Und wer das Handy oder die Karte nutzt, verursacht Gebühren.

«Die Läden haben am liebsten Bargeld», sagt Dagmar Jenni (57), Direktorin der Swiss Retail Federation. Sie verweist dabei auf mehrere aktuelle Umfragen, unter anderem von der Schweizerischen Nationalbank. «Es ist auch das beliebteste Zahlungsmittel, weil jeder damit zahlen kann – auch Menschen ohne Karte oder mit Datenschutzbedenken.» Auch der Handel profitiere: «Bargeld ist das günstigste Zahlungsmittel für die Läden, das zeigte eine Studie der Deutschen Bundesbank.»

Die Kosten für das Bargeld werden auch nach dem 8. März bleiben. Denn die Initiative hat keine praktischen Auswirkungen. Die Initiative will die Verfügbarkeit des Bargelds und den Franken als schweizerische Währung neu in der Verfassung verankern. Bundesrat und Parlament teilen die Stossrichtung, wollen aber eine andere Formulierung. Dass man am Kiosk manchmal warten muss – daran ändert sie nichts. 

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