Darum gehts
- Schweiz stimmt am 8. März 2026 über Bargeld-Initiative ab
- Initiative fordert explizite Münz- und Banknoten-Garantie in der Verfassung
- Über 70 Prozent sind kritisch gegenüber Bargeld-Abschaffung eingestellt
Das Klimpern und Rascheln in der Hosentasche wird seltener. Stattdessen zücken wir an der Kasse immer öfter Smartphone oder Plastikkarte. Am 8. März 2026 entscheidet das Schweizer Stimmvolk über die Bargeld-Initiative. Das musst du dazu wissen:
Neu soll in der Verfassung stehen, dass der Bund genügend Münz und Banknoten zur Verfügung stellt.
Bundesrat und Parlament unterstützen die Idee grundsätzlich. Doch die Initiative sei nicht präzise genug. Ihr Gegenvorschlag will in der Verfassung festschreiben, dass der Franken die Schweizer Währung bleibt und die Nationalbank die Bargeldversorgung sicherstellt. Damit soll in die Verfassung geschrieben werden, was heute auf Gesetzesstufe geregelt ist.
Es sind Feinheiten. Während die Initiative Münzen und Noten explizit erwähnt, ist im Gegenvorschlag von Bargeld die Rede. Das stört die Initianten rund um die Freiheitliche Bewegung Schweiz. Der Verein wurde während der Corona-Pandemie gegründet und war bereits für die Initiative gegen eine Impfpflicht verantwortlich, die deutlich abgelehnt wurde.
«Bargeld» sei zu schwammig, da er auch digitale Formen umfassen könne, so die Bewegung um Präsident Richard Koller. Zudem könne die Nationalbank keine Gesetze erlassen, sondern nur der Bund.
Zum ersten Mal seit langem wird das Volk wieder über eine Abstimmung mit Stichfrage entscheiden. Also ob es der Initiative oder dem Gegenvorschlag den Vorrang geben wird, sollte beides angenommen werden.
Nichts. Auch danach kannst du weiterhin mit Kreditkarte, Smartphone oder dem Fünfliber bezahlen.
Die Befürworterinnen und Befürworter fürchten, dass das Bargeld verdrängt wird. Noten und Münzen seien aber nicht altmodisch, sondern robust, sagte SVP-Nationalrat Roland Rino Büchel (60). Für Parteikollegin Vroni Thalmann-Bieri (56) ist Bargeld ein Arbeitsinstrument. Bargeld sei die «einfachste und verständlichste Form, mit Geld umzugehen und ihr Budget unter Kontrolle zu haben».
Ein grosser Teil des Parlaments und der Bundesrat unterstützen den Gegenvorschlag. Ein grosser Abstimmungskampf ist aber nicht zu erwarten. Finanzministerin Karin Keller-Sutter sagte in der Ratsdebatte, der Bundesrat anerkenne die grosse Bedeutung von Bargeld. Die Sicherstellung sei aber schon im Gesetz verankert. «Der direkte Gegenentwurf ermöglicht es, den Anliegen der Initiative präziser und mittels bewährter rechtlicher Regelungen entgegenzukommen und diese aufzunehmen.»
Die Universität St. Gallen und die ZHAW untersuchen regelmässig, wie Geld ausgegeben wird. «In der Schweiz wird am häufigsten mit mobilen Geräten wie Mobiltelefon, Tablet oder Smartwatch bezahlt», hiess es im August 2025. Anders sieht es aus, wenn man nur die Einkäufe im Laden berücksichtigt. Dann bleibt Bargeld das beliebteste Zahlungsmittel.
Jede sechste Person hat kein Bargeld im Portemonnaie dabei. Gleichzeitig sehen über 70 Prozent eine Bargeld-Abschaffung kritisch. «Das zeigt, dass Bargeld für einen wachsenden Teil der Bevölkerung als alltägliches Zahlungsmittel an Bedeutung verliert, jedoch weiterhin als verfügbare Alternative und zur Wertaufbewahrung geschätzt wird», erklärt Tobias Trütsch von der Universität St. Gallen.
Verkehrsbetriebe wie die BLS im Kanton Bern wollen an den Billettautomaten das Zahlen mit Bargeld stoppen. Das Unternehmen spart so jährlich rund 400’000 Franken. Die SBB testen bargeldlose Billettautomaten in Freiburg und Olten SO.
Und weil es immer mehr Restaurants gibt, die kein Bargeld akzeptieren, gibt es nun in verschiedenen Kantonen politische Vorstösse dagegen.